+ + + BREAKING NEWS + + + Sensation auf Markranstädter Berufsmesse MUM: Zu viel abgehobelt? Kein Problem! Tischler stellt eigens für Lehrlingsausbildung entwickelte Draufhobelmaschine vor  + + +

Von wegen Sommerloch: Ganze Felder mit Stilblüten!

Das Sommerloch in Markranstädt gähnt so martialisch, dass man in dessen Rachen das Zäpfchen schaukeln sieht. Tristesse, Melancholie und Depressionen wohin das Auge reicht. Sogar der Bürgermeister ließ sich am Sonntag beim Festumzug widerstandslos auf das Format einer Traueranzeige zusammenfalten und platzsparend im Heck eines Oldtimers verstauen. Und ja, auch uns hat nur die pure Verzweiflung getrieben, in anderen Medien ein paar Strahlen der Hoffnung zu suchen. Aber wir haben sie gefunden!

Fehler macht jeder und deshalb sind die folgenden Fundstücke keinesfalls als Ausdruck diebischer Schadenfreude zu verstehen. Lachen oder zumindest schmunzeln ist erlaubt über Dinge, die uns der Alltag in Form gedruckter oder bildlicher Nachrichten so unters Wams jubeln will.

Fangen wir gleich mal beim größten Organ an. Das ist der MDR, der sich bekanntlich Mitteldeutschland widmet. Was Brigitte Nielsen mit Mitteldeutschland verbindet, ist allerdings kaum herzuleiten.

Kaum zu glauben!  Quelle: instagramm / mdr.de)

Vielleicht wurden ein paar ihrer Körperteile in Leuna produziert? Man weiß es nicht. Es soll ja kaum noch was echt sein an ihr. Böse Zungen behaupten gar, dass die Ohren von Nicki Lauda aus den Resten ihrer Original-Schamlippen modelliert wurden. Jedenfalls war es wohl höchste Zeit, mal wieder darauf hinzuweisen, was oder wer Brigitte Nielsen ist. Nämlich ein Mädchen. Jawollja, Brigitte ist weiblich und hat wahrscheinlich sogar eine Mumu. Wer hätte das bei DIESEM Mann auf dem Foto schon gedacht?

Auf die war schon der Kaiser scharf

Gleich doppelt Grund zur Freude hat, wer im Briefkasten das Blatt „Markranstädt informativ“ findet. Darin sind nicht nur ein amtlicher Teil in sowieso unverständlicher Juristensprache und ein mitunter amüsanter nichtamtlicher Teil enthalten, sondern auch das ultimative „Stadtjournal“. Damit ist das aktuelle Wochenende zumindest in satirischer Hinsicht regelmäßig gerettet. Auch die jüngste Ausgabe war wieder gespickt mit humoristischen Kostbarkeiten.

In ihrer Jugend schwammen noch Saurier in der Elster.

Dass Frauen eine wesentlich höhere Lebenserwartung haben als Männer, ist bereits hinlänglich bekannt und durch Statistiken belegt. Im Stadtjournal wurde dieser Fakt jetzt endlich mal an einem Beispiel demonstriert. Am lebenden Objekt sozusagen.

Obwohl … ist das wirklich noch ein Leben, so in 4. Generation? Die meisten Frauen fahren schon am Ende der Ersten mit dem Rollator durch die Gegend und unsere Protagonistin hier muss sogar drei Generationen später noch arbeiten! Wirklich nicht erstrebenswert.

Abschwitzen in kühler Gruft

Wo wir schon mal beim Thema Tod sind, lohnt sich ein weiterer Blick auf die letzten Seiten. Dort findet man eine ebenso innovative wie preisgünstige Idee, wie man entspannt durch die warme Jahreszeit kommt. Einfach ein schattiges Plätzchen auf dem Friedhof aussuchen, reinlegen und warten, bis es Herbst wird.

Warum in die Ferne schweifen? Sieh, der Friedhof ist so nah!

Fehlt nur noch der passende Werbeslogan. Hier unser Vorschlag: Urlaub im kühlen Norwegen: 2800 Euro. Bestattung auf dem Friedhof: unbezahlbar.

 

Sehr gesellschaftskritisch ist auch ein redaktioneller Beitrag zum Thema Urlaub. Da muss man schon zwischen den Zeilen lesen können, um die wahre Dimension zu erfassen. Immer mehr Jugendliche unterziehen sich heute Schönheitsoperationen.

Sowas von abgesteppt…

Weil das aber in Deutschland viele Ärzte skeptisch sehen und die Kassen das sowieso nicht bezahlen, fahren die Teenies mit ihren Eltern in Urlaub, um sich in einer holländischen oder schlimmstenfalls osteuropäischen Änderungsfleischerei die Brüste vergrößern, das Glied verlängern oder die Nase entfalten zu lassen.

Na und? Dafür haben die Kids damals schon zu Hause eine Naht bekommen.

Den Rest der Ferien verbringen sie mit dem Heilungsprozess der Narben. Wie schön war es doch damals, als Jugendliche noch natürlich waren und nahtlos ins Ferienlager fahren konnten?

Nomen est omen bei den Piranhas

Bei den Piranhas weht ein frischer, sympathischer Wind! Neuer Vorstand, neue Trainerin, neues Personal. Auch einen neuen PR-Strategen haben sie da, um die mit dem Restart verbundenen Sympathien breit zu streuen. Der Mann ist aber nicht nur neu, sondern eine erfahrene Konifere im Sportjournalismus. Mit allen Wassern von Welt- und Europameisterschaften oder Olympischen Spielen gewaschen, ist Kastner nicht nur bei dpa eine dicke Nummer, sondern nun auch in Markranstädt.

Der Zusatz in Klammern beugt auch später mal Irritationen vor, wenn Klassenarbeiten unterschrieben werden müssen.

Da die Piranhas grade dabei sind, noch näher an die Fans zu rücken, lässt er sie nun endlich auch seinen Vornamen wissen. Pia Loona heißt er. Und weil es sich dabei um einen für Frank in der Tat etwas ungewöhnlichen Vornamen handelt, hat er auch gleich dahinter geschrieben, dass er Papa ist. Nicht dass noch jemand auf die Idee kommt, dem Vizepräsidenten zum Muttertag ein Parfüm zu schenken …

Expedition ins Tierreich

Passend zum Thema „Papa“ gibt es auch einen recht informativen Beitrag auf der Facebook-Seite der Stadt. Oberflächlich betrachtet, handelt es sich um Neuigkeiten aus dem Seebenischer Tierreich.

„Mir schwant etwas!“, sprach der Hahn, als er seine Küken sah …

Ganz nebenbei wird der Leser aber auch von der Vaterschaft der jungen Störche in Kenntnis gesetzt und so mit dem tatsächlichen Charakter des Artikels konfrontiert.

Es soll wohl damit in Wahrheit ein gesellschaftliches Bekenntnis zur Ehe für alle in die Köpfe der Leser transportiert werden. Verschwörungstheorie, Gen-Manipulation oder Fake-News? Man kann man heute einfach niemandem nichts mehr glauben.

Lustig liest sich auch folgende Mitteilung. Wobei es keiner gesonderten Erklärung bedurfte, warum der Vortragskünstler noch mal ran muss, wenn seine Ausführungen lauter offene Fragen hinterließen.

Nein, das war dann ganz sicher nicht das letzte Mal. Es sei denn, die Antworten würden Teile der Bevölkerung verunsichern.

Dann gibt es auch noch Medien, für die der Begriff „Qualitätsjournalismus“ nur bedingt zutrifft. Es geht bei diesen Organen eher um die Pflege eines inserentenfreundlichen Leserumfeldes.

Quersubventionierte Mäuserouladen

Da findet man beispielsweise scheinbar objektive Artikel über neueste Innovationen beim Tapezieren und darunter ist dann – natürlich rein zufällig – die Anzeige eines Malerbetriebes platziert.

Was will uns das informative Blatt damit ins Unterbewusstsein bringen? (SachsenSonntag, 24.6.18)

Blöd ist halt nur, wenn man sich an diese Form der Informationsverbreitung gewöhnt hat und in solchen Machwerken dann einen Beitrag über Carmen Zander und ihre Tiger liest. Der kann dann schon mal schnell den Eindruck vermitteln, dass er von einem Metzger quersubventioniert wurde. Ein wahrer Sachsen-Sonntagsbraten.

Hier wird scharf geblaßen!

Abschließen wollen wir unseren kleinen Exkurs zu den lustigsten Stilblüten mit einem Abstecher in die Räpitzer Ortschaft Schkölen. Nach dem Mühlenfest in Lindennaundorf, Kinder- und Promenadenfesten in der Kernstadt, dem Pfingstbier in Räpitz oder dem Kulkwitzer „KuGäSe 2018“ wollen auch die Schkölener endlich mal was feiern können.

Und siehe: In der Ortschronik haben sie einen 1025 Jahre alten Anlass dazu gefunden. Allerdings könnte es sein, dass die Bevölkerung inzwischen von einer gewissen Lethargie befallen ist, was die ständige Feierei in der Gegend angeht.

Und der Tornado sprach zur Kokospalme: „Halt die Nüße fest, jetzt wird geblaßen!“

Da kam die Insolvenz von Beate Uhse grade richtig, um die von Sex-Entzug bedrohte Bevölkerung mit einem Programm der ganz besonderen Art aus den Häusern zu locken.

Nein, es ist weder ein Schreib- noch ein Druckfehler! Vielmehr handelt es sich um eine kultiviert zum Ausdruck gebrachte Steigerungsform schnöder Fellatio. Will heißen, in Schkölen wird nicht irgendwie, sondern scharf geblasen. Man könnte auch sagen „Hier wird geblaßen, bis du blas wirst!“

In diesem Sinne geht unser finaler Dank nach Schkölen. Die infolge des Markranstädter Sommerlochs entstandenen Depressionen sind – und das ist ernst gemeint – wie weggeblaßen.

 






Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.