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Nach Drama in Genua: Wie sicher sind Markranstädter Brücken?

Nach dem überhasteten Rückbau einer Brücke in Genua, den die Weltöffentlichkeit eher als anarchistische Form moderner Architekturkritik wahrgenommen hat, schaut man jetzt überall etwas genauer auf die Überführungsbauwerke. In Markranstädt ist das noch überschaubar. Will man hier beim Addieren auf die berühmten sieben Brücken kommen, muss man schon die Arbeitsergebnisse der ansässigen Zahnärzte mit heranziehen. Wie sicher sind also die Brücken in unserer Stadt?

Brücke im Stadtpark

Die Brücke im Stadtpark zählt zu den stabileren Bauwerken in der Kernstadt. Zumindest stabiler als die verlassene Uhrmacher-Horntzsche in der Lützener Straße Ecke Schkeuditzer. Die Holz-Stahl-Konstruktion im Park hat sich harmonisch in das natürliche Ambiente aus Lianen, Bäumen und Büschen eingefügt und wird von ihnen mehr und mehr in Besitz genommen.

Ein touristisches Kleinod, das auf die wenigen Besucher wirkt, als würden sie sich auf einem Trampelpfad der Inkas durch den Regenwald des Amazonas bewegen. Zwei mondäne Stahlträger sorgen dafür, dass die Holzkonstruktion trotz des gegenwärtigen subtropischen Klimas eisern stehen bleibt. MN-Note 2.

Renne-Brücke I

Ihren Ursprung haben europäische Städte meist in Ansiedlungen am Wasser. Frankfurt, Schweinfurt, Klagenfurt … es waren Furten an großen Flussläufen, die Menschen anlockten. Zu jener Zeit brach sich der gewaltige Strom der Renne seine Bahn durch das Gebiet, das man heute als Markranstädt kennt. Noch heute gibt es hier keinerlei Furten, weshalb es statt dessen zahlreiche Brücken gibt.

Gleich das erste dieser Bauwerke treibt einem schon beim Anblick puren Angstschweiß auf die Stirn. Die Brücke hängt durch, das tragende Holz (keine Balken, sondern aus statischer Sicht eher Stäbe) ist gerissen. Ohne sein Equipment auszupacken oder irgendwas zu messen, weiß unser Teststatiker: „Hier kann man mal ein Mon Cherie drauflegen oder vielleicht auch zwei, aber dann bricht die Brücke zusammen und stürzt in die Tiefe!“

Zum Glück hat der Täger dieses Verkehrsbauwerkes bereits reagiert und die Brücke für die Allgemeinheit gesperrt. Nur der Grundstückseigentümer darf noch drauf. „Das ist zu verantworten“, meint der Statiker und vergibt MN-Note 5.

Renne-Brücke II

Auch hier ein katastrophales Bild! Beide Widerlager des Bauwerkes haben ihren Geist aufgegeben, liegen teilnahmslos in der Gegend herum und warten offenbar auf ihre Nachnutzung als Beeteinfassung oder Wurfgeschosse bei einschlägigen Demonstrationen.

Die Widerlager der Brücke räkeln sich teilnahmslos in der Gegend herum, aber wenigstens ein Geländer ist vorhanden.

Der Betonkrebs frisst sich durch das Tragwerk, Feuchtigkeit kann nicht abfließen und dringt ins Gemäuer. Nur weil es gerade so trocken ist, kann unser Statiker überhaupt eine Bewertung abgeben. Da man im Grunde genommen noch drübergehen kann, gibt’s MN-Note 5.

Renne-Brücke III

Auf den ersten Blick eine solide Sache. Scheint stabil gebaut, steht gut im Schuh und erfüllt ihren Zweck. Was allerdings die Sicherheit der Passanten angeht, lässt sie dem Fachmann die Haare zu Berge stehen. Keinerlei Schutzvorrichtungen, kein Geländer!

Eigentlich top in Schuss, aber aus Sicherheitsgründen nur für erfolgreiche Suizidversuche tauglich. Eine Brücke ohne Geländer – sowas gab es nicht einmal damals am Kwai.

„Es grenzt an ein Wunder, dass hier noch kein Kind in die Tiefe gestürzt und in den Fluten der Renne ertrunken ist!“, meint der Teststatiker und will das Bauwerk am liebsten gleich sperren. Erst nach gutem Zureden und dem gefakten Argument, dass die Brücke auf der Protokollstrecke für Besuchsreisen der GRÜNEN liegt, lässt er sich davon abbringen und vergibt MN-Note 6.

Brücke Siemensstraße

Dieses Bauwerk ist noch vergleichsweise jung und sieht, abgesehen von zahllosen Make-Ups per Graffiti-Dose, noch recht gut aus. Aber der Eindruck täuscht! Glasscherben und Reste unzähliger anderer Materialien lassen zwar den Eindruck von hier abgelagertem Müll entstehen, in Wahrheit handelt es sich jedoch um abgefallene Brückenteile.

 

Das durch das Herabfallen zu einem Einkaufskorb deformierte Teil des Geländers ist da nur ein Beispiel von vielen. Zudem fehlt auf der Aussichtsplattform auch hier eine schützende Barriere.

Das fehlende Geländer der Aussichtsplattform liegt zu einem Einkaufswagen deformiert am Fuße der Brücke.

Da kein Geld für eine erneute Sanierung da ist, wurde inzwischen eine alternative Lösung gefunden. So findet der Eisenbahnverkehr nicht wie ursprünglich geplant auf der Brücke statt, sondern wird unter dem Bauwerk hindurch geführt. Durch diese statische Entlastung kann die Brücke noch gut zwei bis drei Jahre betrieben werden und erhält deshalb von unserem Experten MN-Note 3.

Brücke verlängerte Karlstraße

Endlich mal eine Brücke, die ihren Namen verdient! Hier wurde wirklich an alles gedacht. Das naturnahe Material ist top in Schuss, Geländer und andere Sicherheitsmaßnahmen sind vorhanden, beide Pylone stehen fest in der Erde und die Gesamtkomposition hinterlässt einen astreinen Eindruck.

Nicht einmal eine zweckentfremdene Nutzung, wie man sie beispielsweise bei der legendären Göltzschtalbrücke immer mal wieder findet, ist hier möglich. „Allein durch den Anblick dieses architektonischen Meisterwerkes wird jeder Suizidgedanke bereits im Keim erstickt!“, frohlockt unser Experte und vergibt MN-Note 1.

Fazit:

Unter Zuhilfenahme des arithmetischen Mittels (2+5+5+6+3+1 geteilt durch 6) ergibt sich für den Zustand der Markranstädter Brücken eine Durchschnittsnote von 3,7. In der Schule wäre das eine 4. Vier ist bestanden, bestanden ist gut und gut ist letztendlich eine 2. Also schauen Sie nicht sorgenvoll nach unten, wenn Sie demnächst wieder mal eine der Markranstädter Brücken überqueren wollen, sondern voller Zuversicht nach vorn. Es ist alles gut.

 



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