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Mit Markranstädter Einpeitscher zum EM-Titel?

Als würde die Fußball-Europameisterschaft nicht auch ohne aktives Zutun aus Markranstädt schon genügend Stoff für satirische Momente bieten, hat es nun ein Video aus Lallendorf sogar bis in die heiligen Hallen der Online-Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Focus“ geschafft. Die Münchener Redakteure titelten: „SSV Markranstädt 2: Mit dem Typen als Einpeitscher wäre uns der EM-Titel sicher.“ Stimmt! Die Frage ist nur, in welcher Sportart?

Eigentlich reicht es ja in Sachen Humor schon, wenn man sich die Kommentare der Fernseh-Reporter anhören muss. Béla Réthy beispielsweise ist so ein Protagonist, der jedem Satiriker die Show stiehlt. Ganz harte Kost ist das, was der Mann uns in den letzten Tagen so angeboten hat. Beispiele gefällig?

„Auf Knöchelhöhe kann man nicht köpfen.“ oder „Schwer, ’ne Prognose zu wagen, aber ich glaube, dass Portugal mit der kroatischen Spielweise besser klarkommt als umgekehrt.“ Und dann noch der hier: „Zoltan Gera hat den Platz verlassen. Es ist heute eh viel zu heiß für einen 37jährigen.“

Und weil es auch in einer Reporterkabine schnell mal zu heiß werden kann, gibt es auch da noch Steigerungsformen. Zum Beispiel die hier: „Bei der Konzentration fehlt den Isländern die Kraft.“ oder auch „Bei Standardsituationen und bei Eckbällen müssen die Deutschen hinten aufpassen. Da sind die besten Waffen der Slowakei.“

Apropos „hinten aufpassen“. Auch folgender Kalauer war im deutschen Fernsehen zu hören: „…rutscht von hinten voll in Höwedes rein!“ Uuurgh … bei dieser Aussage zieht sich dem Zuschauer im Fernsehsessel instinktiv der Schließmuskel zusammen. Hermetisch, sozusagen.

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Höwedes auf dem DFB-Pflaumenbaum. Hier wird der Gegenspieler rausgeknaupelt, der zuvor in ihn reingerutscht war.

Der arme Höwedes, möchte man meinen. Aber was soll da erst DFB-Arzt Müller-Wohlfahrt sagen, der nach dem Spiel in der Kabine den gegnerischen Stürmer aus Höwedes wieder rausknaupeln muss?

Beine hoch und schön locker lassen

Wie dem auch sei – das sind längst nicht alle historischen Momente, die so eine Europameisterschaft auszeichnen. „Focus online“ hat kürzlich ein Video veröffentlicht, das in Markranstädt aufgenommen wurde seither als Lehrbeispiel für die Motivation des DFB-Kaders bundesweit die Runde macht.

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Dieses Video aus Markranstädt hat es bis ganz nach oben zu Focus online geschafft. Hat irgendwas von Operngesang – da versteht man auch oftmals nicht, was da so gesungen wird.

Was der Anheizer der Zweiten vom SSV da abzieht, das macht garantiert jedem Gegner Angst. Allein die konditionelle Leistung ist beachtlich – egal, ob man gerade ein Spiel in den Beinen hat oder die 90 Rasenminuten erst noch bevor stehen.

Allerdings hat sich uns trotz mehrmaligen Anschauens nicht erschlossen, in welcher Sprache hier angeheizt oder wie man bei Focus sagt, eingepeitscht wurde. Ja, es gibt in Lallendorf schon eine Reihe einzigartiger Begriffe, die es woanders nicht gibt und manchmal werden solche auch nur falsch verstanden. Zum Beipiel letztens beim Kinderfest im Bierzelt: „Gänsefleisch ma ä Schdigge rücken?“

Nicht auszuschließen, dass diese Vorstellung auch auf den Kommentator des isländischen Fernsehens Eindruck machte und er sich an der vorgelebten Theatralik eine Anleihe nahm.

Zwischen Lallendorf und Island

Klingt zumindest ziemlich ähnlich und auch der Erfolg gibt ihm Recht. Der Mann ist mit seiner legendären Stimmband-Ekstase inzwischen sogar die Hall of Fame des Commentatoring aufgenommen worden.

 

Leider ist die Heiz-Endstufe aus Markranstädt von Jogi Löw bislang unberücksichtigt geblieben. Und so wird sich Deutschland heute Abend gegen Italien nur mit fußballerischen Mitteln durchsetzen müssen. Oder wie Béla Réthy mal sagte: „Zwei Mannschaften mit je 60 Prozent Ballbesitz – das wird nicht gehen, auch nicht rechnerisch.“

Auch andere sind komisch

Es sind übrigens nicht nur deutsche Kommentatoren, die einem gewissen Faible für unfreiwillige Satire frönen. Kiyoshi Inoue, ein japanischer Reporter, meinte bei der Begegnung zwischen Deutschland und Italien bei der WM 2006: „Der Mann, an den sich Angela Merkel da kuschelt, ist der italienische Präsident Berlusconi. Schon im Zweiten Weltkrieg haben Deutschland und Italien zusammengearbeitet.“

 



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