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Die Klunkern hängen schon!

Was sowohl bei Frauen als auch Männern insbesondere ab einem gewissen Alter als Beleidigung aufgefasst werden kann, ist für den Markranstädter Weihnachtsbaum eher ein Ritterschlag: Die Klunkern hängen! Sie wurden gestern mit Hilfe jenes Gerätes angebracht, das in der Verwaltung wie auch in Kreisen der Feuerwehr seit Monaten für Gesprächsstoff sorgt. Der mit seinen 25 Jahren schon gern mal als „uralt“ abqualifizierte Hubsteiger durfte mal wieder zeigen, dass er seine jüngste Vorsorgeuntersuchung nicht ohne Grund bestanden hat.

Schwarzes Rathaus, grüner Baum, rote Kugeln – das politische Spektrum Deutschlands wird in der vorweihnachtlichen Stimmung auf dem Markranstädter Markt zur Genüge reflektiert. Auch der blaue Himmel hat sich kurz danach schon mal zaghaft gezeigt.

Stolze zehn Meter hoch ist er, der Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz. Botanisch hört er auf den Namen Picea.

Sie müssen jetzt nicht googeln. Picea heißt Fichte. Sie gehört zur Gattung der Kieferngewächse und wird manchmal fälschlich als Rottanne bezeichnet.

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Für die einen ist der städtische Hubsteiger Vorkriegstechnik mit Oldtimer-Charakter, für andere unerlässliches und zuverlässiges Hilfsmittel beim Anputzen des kommunalen Christbaumes.

Die Fichte … das ist weiblich und wie es sich für eine nach Geltung strebende Dame gehört, hat auch das Markranstädter Exemplar einen Doppelnamen: Picea abies.

Was nicht etwa so viel heißt wie Däumling-Gremlin, Freudenhaus-Bumsberger oder Schröder-Kropf, sondern einfach nur Gemeine Fichte.

In diesem Jahr wurde der städtische Weihnachtsbaum von der Garagengemeinschaft Mitte e.V. in der Zwenkauer Straße gespendet und von der Bevölkerung bereits mit mannigfaltig bewundernder Anerkennung gewürdigt. Gerade gewachsen, üppig tailliert, hübsches Kleid und steht gut im Schuh … was will man mehr?

Übrigens hat der edle Spender sich nicht lumpen lassen und auch die kleine Schwester des Gehölzes gestiftet, die vor der Stadthalle steht, um dort die weihnachtlichen Passanten im Spiel mit dem Dezemberwind vorfreudig anzutanzen. Sie ist von nicht minder graziösem Wuchs und weiß wie ihre große Schwester auf dem Markt mit kurvenreichen Reizen zu bestechen.

Wenn es am kommenden Wochenende pünktlich zum 1. Advent hell wird in der Stadt, wird das jedoch nicht nur an am Lichterschein der beiden Bäume sowie der kommunalen Weihnachtsbeleuchtung an den Masten entlang der Leipziger Straße liegen, sondern sicher auch wieder an jeder Menge privatem Engagement.

Wie haben wir sie doch vermisst, die abwechselnd rot, gelb, blau, weiß, grün und wieder zurück blinkenden Lichtspiele in den Fenstern der Wohnzimmer. Bis hinter die tschechische Grenze mussten wir fahren, um diesen Hauch weihnachtlicher Atmosphäre auch im Sommer wenigstens ab und zu mal genießen zu können.

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Jetzt ist das Ambiente der nordböhmischen Straßenpuffs endlich wieder in sein heimisches Winterquartier zurückgekehrt

Noch wird das abendliche Markranstädter Stadtbild vom Schein der Straßenlampen, Fußgängerampeln, Scheinwerfer und Rück- sowie Bremslichter bestimmt. Spätenstens ab Sonntag wird die Adventszeit dann aber sowohl für den Endverbraucher als auch den jeweiligen Energieversorger abrechenbar eingeschaltet.

Vom All aus wird sie als Super-Nova auf der nördlichen Erdhalbkugel wahrnehmbar sein und so manchen alten Veteranen wird der Lichtschein aus der Wohnstube seines Nachbarn an eine Zimmer-Flak aus den letzten Tagen des Volkssturms erinnern. Die Vögel werden in den taghell erleuchteten Gärten verwirrt mit dem Nestbau beginnen und die Stadtwerke rechnen die Verbrauchsdaten in den kommenden vier Wochen in Megawattstunden ab.

Man muss das allerdings nicht mitmachen. Wer bereit ist, sich darauf einzulassen, kann in Markranstädt verträumte Ecken finden, die auch in der alltäglichen Beleuchtung des Abendlandes eine verträumt-romantische Atmosphäre ausstrahlen.

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Man muss sich dazu nicht einmal ins Auto setzen oder sich im Gedränge tausender Menschen durch einen Weihnachtsmarkt schieben lassen.

Probieren sie es ruhig mal mit unserem Vorschlag der visuellen Entschleunigung. Es kostet nicht nur nichts, sondern man spart auch noch dabei.

 



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