+ + + Frau wegen bizarrer Sex-Spiele vor Gericht: Junge Mutter (62) ließ ihren zwei Monate alten Sohn an Brustwarzen saugen – neben sexuellem Missbrauch auch Anklage wegen Inzest erhoben – Kind soll traumatische Erlebnisse in speziellem Umerziehunglager in Belgien verarbeiten lernen + + + Markranstädter Rathaus expandiert weiter: Neue Außenstelle in Hordisstraße feierlich eingeweiht + + +  Vertraut Ergebnis des Wahl-O-Mat: Katharina Landgraf (CDU) will Axel Troost (Linke) wählen + + +

Vom Schatten im Lichte des Sommerlochs

Die vergangene Woche warf eindrucksvolle Schatten über Markranstädt. Von wegen gleißend helles Sommerloch. Nachtsichtgeräte waren angesagt auf der Suche nach Ablenkung gegen drohende Langeweile. Kein Wunder also, dass der unterforderte satirische Geist dabei auf Nachrichten stößt, die einen geradezu vom Bürostuhl fegen. Hier eine kleine Auswahl: Der Rückblick auf die 28. Kalenderwoche in Markranstädt.

Während sich alle Sportantennen auf Top-Secret-Infos vom SSV richten, machte (und macht) eine andere Vereinigung aus der Sportstadt am See unfreiwillig von sich reden. Der Tennisclub Markranstädt wird weltweit als Dealer für Anabolika, Steroide, Testosteron und andere leistungsfördernde Substanzen präsentiert.

Ganz offensichtlich ist es Hackern gelungen, heimlich das Internet-Forum des Vereins zu betreten. Bei der Gelegenheit haben sie es wohl auch gleich mal neu tapeziert und Regale aufgestellt. Das darin offerierte Warenangebot liest sich wie die Speisekarte von Lance Armstrong.

Außer Jagdwurst ist da scheinbar alles im Angebot, was die WADA verboten hat, damit die Abgaswerte russischer Hammerwerferinnen auch künftig negativ getestet werden. Gut – weibliches Prostata-Sekret fehlt noch im Katalog, aber sonst ist im gut sortierten Depot alles vorhanden, womit man seinen Körper auffüllen kann.

Bitterer als anabole Steriode ist die Pille jedoch für den Verein. Leider reicht es heute nicht mehr aus, im Tennis allein einen harten Aufschlag zu haben. Auch mit einem digitalen Return aus den Weiten des World Web muss man rechnen. Wahrscheinlich kann man da so ein Forum wirklich nur noch schließen und sich auf das konzentrieren, was man wirklich beherrscht: Tennis spielen.

Wie geduldig ist Papier?

Reichlich satirische Offenbarungen wurden hingegen wieder mal im Stadtjournal präsentiert. Nein, nicht der auf Seite 39 erneut Geehrte ist gemeint, sondern der mit diesem Beitrag transportierte Nachweis, dass auch Journalismus ein Handwerk ist und man da seinen Meister finden kann.

Fehler macht jeder Mensch und sie können immer mal passieren. Doch über dem leidgeprüften Handwerksmeister aus Großlehna scheint sich mit regelmäßiger Konstanz das gesamte Füllhorn journalistischer Kostbarkeiten dieses Organs zu ergießen.

Waren es in der Mai-Ausgabe 2016 noch 13 Jury’s (oder doch nur 13 Juroren?), die das renommierte Unternehmen für den Mittelstands-Oscar beurteilen sollten, hieß es im April 2017: „Diese Leistung wurde in diesem Jahr damit ausgezeichnet, dass sie wieder einer der Teilnehmer um den begehrten Preis des ‚Großen Preis des Mittelstandes‘ sind.“

Neben dem Dativ als dem Genitiv sein Tod, der singularen Auslegung pluralistischer Preise sowie einer Leistung als Teilnehmer, muss natürlich dennoch genügend Spielraum für Steigerungsmöglichkeiten bleiben. Und genau die wurden in der Juli-Ausgabe nun grundlegend ausgeschöpft.

Keine Wunder also, dass so eine Laudatio laut Laudation laut sein kann, wenn man kontinuierlich Lehrlings ausbildet. Diese Engagement ist wirklich einzigartig. Hoffentlich hat sich der Ausgezeichnete diese Form der öffentlichen Würdigung gut bezahlen lassen.

Leider sind die Spielräume für weitere muttersprachliche Steigerungsformen damit erschöpft und jetzt dürfen wir gespannt sein, womit der bedauernswerte Handwerksmeister in den nächsten Ausgaben überrascht wird. Vielleicht zur Abwechslung mal mit einer Laudation auf arabisch?

Von Kosten und Unkosten

Ja – und dann wäre da noch eine nicht minder laute Laudation für die Mathematiker unter uns. Sozusagen ein Nachruf auf die jüngste Stadtratssitzung. Da ging es am Rande mal wieder um die Kosten des Anbaus der Grundschule und im Kern um vier neue Klassenzimmer am Gymnasium.

Wie ungerecht diese Welt sein kann, zeigt sich bei der Wahrnehmung der Kosten. Da kann ein kompletter Grundschulanbau mit vier Klassenräumen, einem Lehrerzimmer und der ganzen brandschutztechnischen Aufrüstung des Altbaus mit 1,36 Millionen Euro als viel zu teuer angesehen werden und sogar einen Akteneinsichtsausschuss auf den Plan rufen.

Andererseits kann man sich bei der Zustimmung zu vier neuen Klassenräumen im Gymnasium für 1,4 Millionen nicht einmal eines ehrfuchtsvollen Abnickens erwehren. Wahrscheinlich ist Algebra doch nur, wenn man morgens die Wurzel aus einer Unbekannten zieht.

Petrus bald vorm Kadi?

Einzig in Kulkwitz hat das Sommerloch mit aller Härte zugeschlagen. Sonne gleich Wärme, Wärme gleich Verdunstung. In den Vernässungsflächen ragen inzwischen sogar die Rückenflossen der Stichlinge aus dem Wasser, weil unter deren Bäuchen nichts mehr zum Abtauchen da ist.

Das einst wie eine Klippe aus dem Wasser ragende Pumpenhäuschen in Gärnitz steht fast auf dem Trockenen. Der Messlatte neben der Tür sollte man dabei wenig Glauben schenken. Die Skala hebt und senkt sich bekanntlich mit den dortigen Gezeiten.

Dabei hat der Landkreis klipp und klar einen Mindestwasserstand festgelegt, der einzuhalten ist. Mal schauen, wer da nun wegen dessen deutlicher Unterschreitung zur Verantwortung gezogen wird. Petrus kann man ja mangels ladungsfähiger Anschrift nicht verklagen. Bliebe also nur sein Stellvertreter auf Erden, was in diesem Fall der Markranstädter Pontifex Jens I. sein dürfte.

Wie jede Religion, hat es auch die hiesige Kommunalpolitik des Landkreises erst mal mit dem Angstfaktor versucht. Zwar nicht gleich mit der Hölle, aber mit Artensterben in Seebenisch und unerträglichen Geruchsbelästigungen, wenn der See mangels Wasser umkippt. Schon sah man die Kulkwitzer im Geiste mit Atemschutzmasken durch Dekontaminationsschleusen laufen.

Nun zeigt sich aber, dass das grün gefärbte Endzeitszenario einiger selbsternannter Umweltexperten gar nicht stimmt. Da riecht nichts in Seebenisch und es verfaulen auch keine Kadaver. Im Gegenteil: Das Terrain wird von idyllischen Sonnenblumenfeldern gesäumt, Erpel poppen mit Enten und selbst die Störche finden dort noch Futter. Es ist also an der Zeit, dass auch dieser Bibelteil mal ein Update erfährt. Immerhin schreiben wir das Jahr der Reformation.

 



(naechster Beitrag) »



One Comment to Vom Schatten im Lichte des Sommerlochs

  1. schnuddl sagt:

    Dirk und schnuddl überlegen n

    ach Berlin zu fahren, aber wir sind gerade am See, und haben beschlossen hier zu bleiben B-) vg
    Lagune

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.