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Zweite Runde zur Kita-Taufe eröffnet

Die Würfel sind gefallen. Nachdem Sie ihre Vorschläge zur Benennung der neuen Kita eingereicht haben und auf dieser Grundlage die Vorauswahl erfolgt ist, können Sie nun ab heute abstimmen, welche Bezeichnung wir für die Taufe der Kinderaufbewahrungsanstalt am Bad einreichen sollen. Die zweite Runde des „Markranstädt-Name-Contest“ (MNC) ist hiermit eröffnet!

Insgesamt gingen per E-Mail, Kommentar und via Facebook 41 Vorschläge ein. Die meisten Wortmeldungen dazu waren aber eigentlich keine, sondern bezogen sich auf eine der bereits eingebrachten Ideen anderer Personen.

So blieben dann lediglich 10 Vorschläge übrig. Hier fünf davon für die Abstimmung auszuwählen, war eine Aufgabe, die ausnahmsweise mal ohne Grappa und Kellerbier bewältigt werden musste und deshalb viel Zeit in Anspruch nahm. Die Diskussionen innerhalb der Jury entwickelten sich zu einer Verbalschlacht.

Früher war das ja relativ simpel. Da nahm man einfach einen antifaschistischen Widerstandskämpfer (oder machte einfach jemanden dazu) und fertig war der Lack. Ein Volkskorrespondent hat das dann in die LVZ lanciert und dann gabs von irgendeinem Verband oder im Zweifelsfall direkt von der Nationalen Front sogar noch gratis einen Künstler gestellt, der das Namensschild kreierte.

Forschungsauftrag „Frieda Hockauf“

Schulklassen bekamen dann Forschungsaufträge und mussten herausfinden, was der Mann oder die Frau so alles für großartige Sachen geleistet hat. Dabei musste man lediglich aufpassen, dass eine eventuelle Funktion als Ortsbauernführer, BDM-Walküre oder ähnliche Tätigkeiten aus früheren Tagen in der Vita ausreichend Vernachlässigung fanden.

Diese Vorgehensweise hat sich geändert. Seit es weder Gruppenräte noch FDJ-Initiativen gibt, hat kaum noch jemand Lust, in der Vergangenheit rumzuwühlen.

Gleich gar nicht in Markranstädt, wo die Historie nach jedem Umbruch traditionell sorgsam aufs Bügelbrett kommt und es aus heutiger Sicht weder Nazis, noch Kommunisten gab. Wenn überhaupt, dann hatten wir nur Dissidenten.

Also werden Straßen hier neuerdings nach Schreit-, Sing- oder anderen Vögeln benannt und den Rest überlässt man dem Volksmund. Gut so … eigentlich. Jedenfalls besser, als das MGH mit einem Satz wie „Mehrgenerationenhaus Frieda Hockauf & Adolf Hennecke“ zu betaufen.

Und so fiel auch bei der Ideenfindung für die Bezeichnung der neuen Kita auf, dass man sich in nur einem Fall auf eine Person bezog und sich ansonsten auf die heimische Fauna oder Fabelwesen stürzte.

Originell war beispielsweise der Vorschlag, die Institution Kita „Hurleburlebutz“ zu nennen. Der ist schon deshalb unverfänglich, weil die Figur auf die Gebrüder Grimm zurückzuführen ist und Hurleburlebutz mithin weder Antifaschist mit nationalsozialistischen Wurzeln gewesen sein kann, noch sich in irgendeiner Weise um die Wiedervereinigung in Markranstädt verdient machen konnte.

Aber mal ehrlich: Wir machen das in erster Linie für die kleinen Kinder und die sollten den Namen ihrer Kita auch recht früh aussprechen und irgendwann vielleicht sogar fehlerfrei schreiben können. Aus diesem Grund haben wir uns erlaubt, neben Hurleburlebutz auch das „Eichhörnchenparadies“ erst mal zu den Akten zu legen. Trotzdem spielte in vielen der eingereichten Volks-Expertisen die Nähe zum Wasser eine gewichtige Rolle.

Nicht nur das Bad war damit gemeint, sondern auch die anderen (und einstigen) Steh- sowie Fließgewässer in der Umgebung. Und so kamen dann auch Vorschläge wie Kita „Wasserflöhe“, Kita „Wassernixen“, Kita „Schwimm-Mäuse“ oder Kita „Froschburg“ auf den Tisch.

Fast schon entwaffnend einfach und sympathisch war der Vorschlag, den Komplex einfach Kita „Naturnah“ zu nennen. Kurz, prägnant und eigentlich in einem Wort alles sagend. Aber ob die Kleinen das auch so sehen?

Favoriten und Außenseiter

Es wäre fies und würde die Abstimmung noch vor ihrem Beginn obsolet machen, die Bezeichnung Kita „Fix und Foxi“ in dieser Phase bereits als Favoriten auszurufen. Aber andererseits führt irgendwie auch kaum ein Weg dran vorbei. Fünfmal wurde der Vorschlag unterbreitet und 27 Leser haben ihn durch ihr Votum untermauert.

Die Argumente liegen auf der Hand. Nicht nur, dass sich Kinder mit den beiden Füchsen identifizieren und sich den Namen ihrer Kita sicher auch gut merken können, ist ein dickes Plus. Nein, es ist auch an der Zeit, allmählich mal daran zu erinnern, dass der „deutsche Walt Disney“ hier in Markranstädt seine Wurzeln hatte.

Wie auch immer, liebe Leserinnen und Leser, jetzt sind Sie gefragt. Stimmen Sie ab! Den Vorschlag, der bis zum 13. August die meisten Stimmen erhält, reichen wir – garniert mit einem blumig formulierten Antrag zur Benennung der neuen Kita – bei der Stadtverwaltung ein.

 



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