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Table-Dance auf ausgesessenen Schulbänken?

Fast schon hätte der Satire-Laden der Nachtschichten mangels Ware vorübergehend schließen müssen. Sommerloch oder so. Aber grade als unsere Tippse mit dem Schild zur Tür gehen wollte, tat sich plötzlich was in der Stadthalle. Handwerker waren zu Gange. Das muss ein ganz besonderer Auftrag sein, wenn die sich bei über 30 Grad im Schatten noch emsig bewegen. Also flink mal nachgeschaut und die Ohren gespitzt. Und weiß Gott: Der Ausflug hat sich gelohnt!

Hinter den Glasscheiben zur Garderobe zwischen den beiden Außenterrassen an der Südseite der Stadthalle (zum Alten Friedhof hin) huschen dunkle Schatten entlang.

Es sieht aus, als würden da Jalousien oder zumindest ähnliche Schutzmaßnahmen gegen Sonnenlicht und Blicke von außen angebracht. Nicht ungewöhnlich für eine Garderobe.

Doch etwa zur gleichen Zeit wird in einer nahe gelegenen Gerüchteküche der Deckel vom Suppentopf angehoben und der daraus entweichende Dschinn murmelt beschwörend die Worte „Klassenzimmer für Grundschule das wird!“

Die umher stehenden Leute grinsen unbeholfen, verweisen diese Botschaft ins Reich der Fake-News und lassen den Deckel wieder krachend auf Kessel fallen. Das ist doch völlig ausgeschlossen!

Streit unter den Gelehrten

Noch streiten sich Friseure, Ärzte und Handelsvertreter mittels verschiedenster Abschlussberichte zu diversen Akteineinsichten über die Kosten eines gerade eben erst fertiggestellten Erweiterungsbaus dieser Schule, da soll der schon wieder zu klein geworden sein?

Das würde ja bedeuten, dass die Kosten nicht nur nicht zu hoch, sondern viel zu niedrig waren?

Obwohl …

Vorsichtig, gaaanz vorsichtig wird der Deckel erneut angelupft. Im Kessel brabbelt der Dschinn unverdrossen weiter.

Es klingt blechern aus dem Inneren, aber der grüne Kerl bleibt dabei, dass da ein Klassenzimmer entstehen soll. Nur wäre der Zeitdruck inzwischen so groß geworden, dass man das bis zum Beginn des Schuljahres nicht mehr schaffen würde.

Gespannt lauschen die Köche der Stimme aus dem Topf. Immer wenn die Suppe zu sehr aufkocht, werden die Gebete des Aushilfs-Aladin vom Zischen des Dampfes übertönt und man nimmt nur noch Wortfetzen wahr.

Mal „wieder zu lange ausgesessen“ oder mal „Brandschutz gewährleisten“, dann wieder „Architekt fragen“ oder „Fluchtweg“ ist zu hören.

Ein mit reichlich Satire beschlagener Zuhörer komponiert daraus die Geschichte, dass da tatsächlich Grundschüler Einzug halten sollen, zuvor jedoch noch einige Maßnahmen hinsichtlich brandschutztechnischer Ertüchtigung stattfinden müssen. Dazu bedarf es aber der Zustimmung des Architekten.

Da dieser jedoch nicht nur federführend für das Bauwerk der Stadthalle ist, sondern auch für das Schulschiff, das seit einiger Zeit unter städtischem Beschuss steht, hat er wohl wenig Lust, sich auf Kompromisse einzulassen. Gleich gar nicht auf solche, die ihm dann später wieder vor die Füße geworfen werden können. Will heißen: Bevor da keine Friedenspfeife geraucht ist, gibt’s Dienst … oder, na gut … Planung nach Vorschrift.

Nachdem der Satiriker diese Phantasien laut vorgetragen hat, kommt plötzlich Leben in den Topf. „Schlau du bist. Gut kombinieren du kannst“, lobt das magische Wesen über dem Küchenfeuer. Doch bevor der Brustkorb des Adressaten noch auf Doppel-D anschwellen kann, lässt ihm das Mistvieh die Luft ab. „Aber noch nicht alles du weißt“, grinst er aus dem brodelnden Kessel.

„Na jetzt lass ihn doch mal ausreden“, fordert ein Passant und nimmt den Deckel vollständig vom Topf. Der Dschinn erscheint in ganzer Größe.

Sein Grinsen reicht vom Wasserturm bis zur Kirche und er sagt: „Auf die dunkle Seite schauen du musst. Im Norden sie ist. In Panorama-Bar eine Schultafel aufgestellt wird. Direkt vor dem Tresen sie steht.“

Gut, also das war dann doch zu viel an Fake-News. Wieder fliegt der schwere Deckel polternd auf den Kessel.

Aber so richtig hat das Thema unseren Satiriker nicht losgelassen. Was, wenn dieser Joda-Aladin recht hat? Fürs Anschreiben von Bierlachsen ist die Tafel vorm Tresen tatsächlich etwas zu groß geraten und Kneipengäste sitzen normalerweise auch nicht auf Schulbänken.

Und wo könnten Kinder ihren Wissensdurst besser löschen als direkt am Zapfhahn? Geografie an der Bar: Da bekommt doch der Begriff vom blauen Planeten gleich eine viel nachhaltigere Dimension.

So sitzen die Kids dann tief übers Glas gebeugt, um die Eingebungen dieser zweibeinigen Halluzination an der Tafel auch kindgerecht dechiffrieren zu können. Am geilsten ist aber die Vision, in einer Bar Musikunterricht abzuhalten.

Kann man sich mal anhören. Klingt gut und passt zum Thema.

Zuletzt war es dann doch wieder der Dschinn, der unseren Mann vorm Kochtopf an der Markranstädter Gerüchteküche beruhigen konnte.

Nur bis der Durchbruch für Fluchttür und Fluchtweg sowie alle anderen Umbauten an der Südseite erledigt seien, so das Wesen, würden die Kinder in der Bar unterrichtet, danach in der Garderobe.

Aussitzen bei Table-Dance

Zwar könne in der Zeit während des Bar-Unterrichts im nebenliegenden Drittel der Sporthalle eben kein Sport getrieben werden, aber der fände ja im Sommer sowieso draußen statt.

Und bis zum Herbst würde die Sache mit der Friedenspfeife dann ganz bestimmt ausgesessen sein. Meint jedenfalls der Dschinn.

Bis dahin, falls er recht hat, kommt endlich mal wieder Leben in die Panorama-Bar der Stadthalle. Entsprechend der ursprünglichen Nutzungsbestimmung richtig mit Table-Dance und so. Wie würde der Gnom aus dem Kochtopf sagen? „Sinnstiftend es ist. Möge die Macht mit ihnen sein.“

 



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