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Schnee, Besinnlichkeit und scharfe Schüsse

Größer, bunter, höher … die Weihnachtsmärkte überschlagen sich in diesem Jahr mit Superlativen. Dabei zeigen die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Döhlen/Quesitz schon seit Äonen, dass es auch anders geht. Und anno 2017 sind sie für ihre Hingabe auch richtig belohnt worden: Pünktlich zur Eröffnung des Döhlener Weihnachtmarktes hat Frau Holle die Betten ausgeschüttelt. Ein einfach herrlicher Abend!

Besinnlichkeit am Feuer, sich treffen, unterhalten und genießen, was die weihnachtlichen Gewürze so auf der Zunge explodieren lassen – das ist der Weihnachtsmarkt in Döhlen. Und weil die Atmosphäre auch bei Minusgraden richtig toll ist, hat die Veranstaltung auch ordentlich an Zulauf gewonnen.

Sogar aus Merseburg war eine ganze Clique angereist, trotz Schneefalls und glatter Straßen. „Wior sind vor drei Joohren mal zufällich hier vorbei jejommen und es hat uns so jut jefallen, dass wior seitdem immor wiedor herjommen.“, meint der Mann mit der grünen Pudelmütze, den sie Theo nennen.

Polizeiaufgebote wie auf anderen Weihnachtsmärkten brauchts in Döhlen nicht. Für Sicherheit sorgt hier die Feuerwehr und die hat alles im Griff. Obwohl es auch hier nicht ganz ungefährlich war, was da am Abend des 1. Advent ablief. In Döhlen wurde scharf geschossen.

Den Punsch gab es hier nämlich nicht nur in der normalen Ausführung „Glühwein lativ“, sondern auch als „Superlativ“ mit Schuss und als „Sudden death“ aus dem doppelläufigen Rohr mit Zweifach-Ladung.

Das war auch gut so, denn angesichts des Ansturms wurde der Glühweinstand geradezu überfallartig belagert und die in der Schlange wartenden Gäste schauten schon immer mal sorgenvoll nach vorn, ob da inzwischen nicht die weiße Flagge weht.

Das blieb zum Glück aus, was wohl auch darauf zurückzuführen ist, dass fast jede Tassenfüllung mit mindestens einem Schuss gestreckt wurde.

Der Döhlener Weihnachtsmarkt war rappelvoll. Zugeparkte Dorfstraßen waren der Beleg, dass es viele Leute auch von außerhalb hierher zog.

Der Döhlener Weihnachtsmarkt bot für alle was. Die Kinder hatten Gelegenheit, in der Weihnachtsbäckerei zu schnuppern oder sich an der frischen Luft im Schnee auszutoben, was vor allem hinter dem Feuerwehrhaus manch fürsorgliche Mutter auf den Plan rief („Marcel-Kevin-Dustin-Jason! Den gelben Schnee nicht in den Mund nehmen!!!“).

Die Erwachsenen schlenderten derweil von Bude zu Bude oder standen im Schneetreiben mit Glühwein ums wärmende Feuer und unterhielten sich mit Freunden und Bekannten, die man sonst das ganze Jahr über eher nur aus der Ferne sieht. Einzig der Duft nach Selbst-Weihrauch, der bei solchen Anlässen gern mal von lokalen Heiligen verströmt wird, wurde nicht vermisst.

Das „Vogelhäuschen“ neben dem Markttreiben wurde in den Abendstunden mit einer Glasur aus Schnee überzogen. Winteridyll am ersten Advent in Döhlen.

Es war ein würdiger Auftakt in den Advent, so viel ist sicher. Hier und da wurde sogar mal wieder deutlich, dass auch die Männer eine Obrigkeit haben, die nicht an den Weihnachtsmann glauben. Wenn die Familienoberhäuptin sagt, es ist genug, dann ist es eben genug.

Weitere Termine

Kleiner Trost: Es kommen noch genügend andere Gelegenheiten. Der lebendige Adventskalender in der Stadt hat jeden Tag was Neues hinter dem Türchen und weitere Weihnachtsmärkte gibt es beispielsweise am 9. Dezember auf dem Markranstädter Marktplatz, am 10. Dezember in Seebenisch bei Göpferts, am 15. Dezember in Altranstädt, am 17. Dezember in Räpitz und am gleichen Tag im Generationenhof Lindennaundorf.

 






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