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KUGÄSE 2018: Rohr frei! Lasset das Bingo beginnen.

Pressekonferenzen sind heutzutage eher langweilige Darbietungen chemisch porentief gereinigter Statements. Seltene Ausnahmen bilden Shows wie die mit Kim Jong Un und Donald Trump. Geplant war, dass gestern mindestens die halbe Welt der Pressekonferenz mit Präsident Trump lauschen sollte. Aber es kam anders. Ausgerechnet im beschaulichen Seebenisch hat man dem urinblondierten Ami die Show gestohlen und international völlig neue Maßstäbe für eine Pressekonferenz gesetzt.

Auf dem Hof des Seebenischer Landwirts Erik Munkelt gackern sonst um diese Zeit die Hühner und im Stall hibbeln die Kühe mit prall gefüllten Eutern schon dem Melkvorgang entgegen.

Aber an diesem Tag ist etwas anders als sonst. Fremde Menschen in seltsamer Kleidung bevölkern das Areal, eine Kuh wird auf den Hof geführt und unentwegt zuckt das Klicken von Kameras durch die mit ländlichen Aromen geschwängerte Luft.

Alm-Auftrieb in Seebenisch

Pressekonferenz in Seebenisch. Das allein ist schon bemerkenswert. Der Aufzug der Gastgeber sorgt dann noch deutlicher für ein Rauschen im Blätterwald der Presse.

Dass der Star der Veranstaltung aber eine Kuh ist, bläht dieses Rauschen zu einem ausgewachsenen Orkan. So etwas hat die Welt in Seebenisch noch nie gesehen.

Eingeladen hatte das Festkomitee des „KuGäSe 2018“. Das optische Erscheinungsbild der Mitglieder sorgte für den nächsten Paukenschlag bei den anwesenden Journalisten.

Erinnert Ortsbürgermeisterin Carmen Osang (l.) im frisch gefärbten Dress einer traditionellen Bäuerin samt Mistgabel noch an das Stilleben „Blau-Pause“, hat sich Markranstädts Kulturchefin Heike Helbig (2.v.l.) wohl an der Wäscheleine vom Alm-Öhi bedient und Heidis Dirndl an sich gerissen.

Ganz traditionell im Trikot des SSV Kulkwitz dagegen Nick Baumann (3.v.l.) und zum Mann ganz rechts kommen wir gleich.

Zuvor aber noch ein paar Worte zum den Star der Pressekonferenz. Die Kuh heißt „Erika von der Ellernweide“. Sie ist die Hauptdarstellerin des Höhepunktes beim KuGäSe 2018, dem Kuh-Bingo.

Eine Repräsentantin der Sitten

„Sie repräsentiert die gesellschaftlichen Sitten an den Ufern der Vernässungsfläche wie kaum ein anderes Wesen“, heißt es in der Begründung des Festkomitees zur Wahl des Rindes.

Gemeint ist damit wahrscheinlich, dass Erika erst zwei Jahre alt ist, aber trotzdem schon ein Kind hat. Oder dass es ihr nichts ausmacht, wenn ihr jemand beim Kacken zuschaut. Oder dass es keine #meto-Debatte gibt, wenn sie blanke Brüste zeigt. Irgendwie sowas eben

Als ein junger BILD-Volontär seine Augen von Erikas prallem Euter nicht losreißen kann, blickt ihn das Tier an, als wollte es sagen: „Brauchst nicht so zu gucken: Ist alles echt!“ Ja in der Tat, Erika von der Ellernweide ist wirklich die heißeste Fackel unter den Seebenischer Rindviechern. Kein Silikon, kein Botox und rein vegane Ernährung.

Und wie es sich für eine legendäre Pressekonferenz gehört, muss dabei auch das „World-Press-Foto des Jahres“ entstehen. Dafür sorgt der Mann ganz rechts. Im richtigen Leben heißt er Michael Bloyl und kniet sich bei der Gärnitzer Feuerwehr rein.

Von dort hat er auch das geeignete Equipment zur Vorbereitung des Kuh-Bingo mitgebracht. Auf dem Foto überzeugt er sich gerade vom ordnungsgemäßen Zustand des Ziehungsgerätes. Atemschutzgerät und abwaschbare Kleidung sind dabei zwar nicht vorgeschrieben, aber irgendwie doch empfehlenswert.

Am Ende hebt Bloyl den Daumen, was in der Kulkwitzer Landessprache nichts anderes bedeutet als „Rohr frei! Lasset das Bingo beginnen!“ Dem KuGäSe 2018 am kommenden Wochenende in Kulkwitz steht im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr im Wege.

 



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