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Was die Markranstädter im neuen Jahr erwartet (3)

Da haben wir nun so viel recherchiert, um den Lesern die Neuerungen ab 1. Januar näherzubringen und dann kommt eine Advokatin aus Berlin mit offenbar viel freien Spitzen und toppt das alles quasi per Handstreich. Ihre Forderung, dass in Knabenchören künftig auch Mädchen singen dürfen können müssen, wird sich aber 2019 wahrscheinlich noch nicht erfüllen.

Jauchzet, frohlocket! Endlich Mädchen in Knabenchören! Zwar muss man dann die Werke von Johann Sebastian Bach & Co. oktavenmäßig etwas modifizieren, aber auch das wird höchste Zeit. Abseits der Harmonielehre stellen sich aber ganz andere Fragen. Wie kommt man auf die Idee, Mädchen in Knabenchören singen zu lassen?

Hier kann nur der Neid Vater des Gedanken sein. Oder besser gesagt: Die Neidin ist Mutter der Gedankin. Aus femokratischer Sicht war der Zustand schon seit Jahrhunderten unerträglich. Warum sind es immer nur Knaben, die in klosterähnlichen Anstalten auf dem Schoß des musikalischen Leiters sitzen dürfen und dort gesagt bekommen: „Mein Junge, in dir steckt ein Dirigent“?

Auch Mädchen haben schließlich Bedürfnisse. Und genau hier setzt die Juristin Susann Bäcklein an. Knabenchöre werden öffentlich gefördert. Die Jungs kommen somit in den Genuss, ihre ersten Erfahrungen auf diesem Gebiet mit Steuermitteln finanziert zu bekommen.

Vorbild! Diese Frau hat sich als Bass erfolgeich bei den  Donkosaken eingeklagt.

Mädchen müssen dazu nach wie vor Eigeninitiative in zweckentfremdeten Konzertsälen wie Bahnhöfen, Toilettenanlagen oder gar open air an Straßenrändern oder in Parks entwickeln und dabei hoffen, dass ein privater Investor Erbarmen zeigt.

Doch es kommt noch schlimmer. Mädchen und Frauen waren beispielsweise aus der #metoo-Debatte um die Regensburger Domspatzen völlig ausgeschlossen. Das ist eine unerträgliche Diskriminierung! Und außerdem ein finanzielles Desaster. Ohne Anspruch auf Zahlungen zur Wiedergutmachung ist für die Damen eine existenzbedrohende Altersarmut geradezu vorprogammiert.

Bisher wurden Jungs kastriert, um später so zu klingen. Jetzt gibts bald Frauen dafür.

Zum Glück für das menschliche Ohr wird es noch eine Weile dauern, bis sich der Gedanke in unserer Gesellschaft durchgesetzt hat. Anno 2019 ist noch nicht damit zu rechnen, dass die Regensburger Domputen auf Tournee gehen oder die Leipziger Knaben in der Probenpause gemeinsam mit jungen Thomanerinnen an den Urinalen des Internats stehen. Hier aber nun, was anno 2019 sonst noch so an neuen Regelungen auf uns zu kommt:

 

Der Mikro-Cent kommt!

An Tankstellen ist es längst schon ein gewohntes Bild. Der Liter Sprit kostet da beispielsweise (je nach Kartellabsprache) 1,599 Euro. Drei Stellen hinterm Komma. Das haben jetzt auch andere Wirtschaftszweige übernommen. So bot Kaufland in Grünau schon in dieser Woche Schoko-Weihnachtsmänner für 2,799 Euro an.

Gibts ab kommendem Jahr auch zu Ostern: Weihnachtsmänner für 2,799 das Stück.

Ab 1. Januar kommt der Mikrocent nun flächendeckend in ganz Europa. Münzen sollen dafür nicht extra geprägt werden, heißt es aus dem Finanzministerium. Nach dem Beitritt Polens zur Europäischen Währungsunion sollen Zloty-Münzen zum Mikrocent aufgewertet werden und dann europaweit als Zahlungsmittel gelten.

MN-Tipp: So lange die Münzen noch nicht im Verkehr sind und somit kein Wechselgeld vorhanden ist, macht der Verbraucher bei der Nutzung von Bargeld in jedem Fall Miese. Zahlen Sie also lieber mit Ihrer Payback-Card oder der AOK-Chipkarte. Die Mikrocent werden Ihnen dort verrechnet.

Auffangpflicht für Hunde-Pipi

Neue Vorschriften für Hundebesitzer! Ab 1. Januar muss beim Gassigehen nicht nur der Hundekot gesammelt, sondern auch das Pipi der Vierbeiner aufgefangen werden (3. DVO zum HundG vom 01. 04. 2017, § 3 Abs.1 ff.). Da die Kommunen mit der Schaffung der notwendigen Infrastruktur, insbesondere dem Aufstellen von Automaten zur Leergutausgabe, überfordert sind, gilt noch bis 31. Dezember 2019 eine Übergangsverordnung. Sie erlaubt es jedem Halter, seinem Hund während des Aktes der Erleichterung eine leere Getränkeflasche unterzuhalten. Aber Achtung: Bierflaschen sind von dieser Regelung aus hygienischen Gründen ausgeschlossen!

Hundepipi muss ab 2019 aufgefangen werden.

Was bei einem Rüden in der Regel völlig problemlos funktioniert, kann bei einer Hündin allerdings schon mal ordentlich daneben gehen. Deshalb empfiehlt der Fachverband das Mitführen von Einmalhandschuhen und die zusätzliche Anwendung eines Trichters oder einer handelsüblichen „Urinella“ aus der Autobahn-Tankstelle.

MN-Tipp: Verwenden Sie leere Flaschen von Smoothies! Die haben eine große Öffnung. Außerdem hat Hundepipi die gleiche Zusammensetzung wie Smoothies und schmeckt auch genauso. Sie können die auf diese Weise wiederbefüllten Flaschen für sage und schreibe 3,99 Euro an einen Fair-Trade-Laden Ihrer Wahl in Kommission geben. Damit engagieren Sie sich nicht nur für eine ökologisch nachhaltige Kreislaufwirtschaft, sondern können auch noch Ihre Hundesteuer refinanzieren!

Parkplätze für Diverse

Nach speziellen Behinderten- und Frauenparkplätzen kommen ab 2019 nun auch Parkplätze für Diverse. Die mussten ihre Fahrzeuge bislang auf nicht eigens gekennzeichneten Flächen abstellen, auf denen auch gemeine Männer parken dürfen. Ein unerträglicher Zustand, mit dem jetzt endlich Schluss gemacht wird!

Leider wurde die Gesetzesnovelle nur halbherzig auf den Weg gebracht. Zwar ist in der Präambel berücksichtigt worden, dass auch Inter-, Omni-, Pseudo-, Mega- und Neosexuelle ihre Fahrzeuge auf Diversen-Parkplätzen abstellen dürfen, aber wie beispielsweise Bürger*innen mit Laktoseintoleranz am ruhenden Verkehr teilnehmen sollen, wird in dieser Vorschrift noch nicht abschließend geklärt. Hier soll im I. Quartal noch einmal nachgebessert werden.

MN-Tipp: Alles kein Problem! In einem gleichzeitig verabschiedeten Gesetzespaket eines anderen Ministeriums wird geklärt, dass das Geschlecht eines Menschen ab 1. Januar davon bestimmt wird, wie man sich gerade fühlt.

Wenn Sie also als Mann auf einem Diversenparkplatz erwischt werden, nesteln Sie einfach verunsichert an sich herum, als würden Sie Ihren BH-Träger suchen und erzählen Sie dem Beamten, dass Sie gerade eine Frau sind. Wichtig: Kichern Sie dabei verlegen. Wenn Sie Ihr Auto zudem noch schräg eingeparkt haben, sind Sie in Sachen Glaubwürdigkeit auf der sicheren Seite.

Fazit

Nicht alles, was wir Ihnen in den drei Teilen unserer Serie nahegebracht haben, wird vielleicht … sofort … unverzüglich … in Kraft treten. Bitte haben Sie etwas Geduld, falls die eine oder andere Regelung nicht umgehend wirksam wird. Sie wissen ja: Satire ist zunächst völlig realitätsfern. Wahr wird sie immer erst später.

Also bitte haben Sie Vertrauen in unsere Nachrichten. Sie werden sehen, spätestens Ende des kommenden Jahres haben sich einige der hier offenbarten Verheißungen erfüllt. Nicht weil sie logisch sind, sondern weil die Zahl jener Menschen zunimmt, die mit völlig realitätsfernen Geistesblitzen ihr sinnentleertes Dasein füllen wollen. Das sollte uns zuversichtlich stimmen.

In diesem Sinne: Genießen Sie die kommenden Feiertage. Wir wünschen Ihnen frohe, gesegnete Weihnachten. 

 






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