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Wenn der Mai schon im März nach Markranstädt kommt…

Ist es die andere Perspektive, der andere Blick, die Betrachtung von außen? Um einordnen zu können, was in Deutschland gerade so passiert, nutzen immer mehr Menschen auch ausländische Medien. Die Neue Züricher Zeitung gilt für Querdenker inzwischen als eine Art Flaggschiff des kritischen Journalismus. Wer dort als Deutscher erwähnt oder zitiert wird oder gar selbst zur Feder greifen darf, gilt hier oft als Prophet im eigenen Lande. Einer aus der Riege dieser schreibenden Querdenker kommt am Freitag nach Markranstädt.

Die Schriftsteller Monika Maron und Uwe Tellkamp, der Maler Axel Krause und Schauspieler Uwe Steimle können ein Lied davon singen: Obwohl sie nur von ihrem im Grundgesetz verbrieften Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machten, ist gleich ihr gesamtes, noch kurz zuvor mit allen gesellschaftlichen Ehren gewürdigtes Schaffen geächtet worden.

Auch Dr. Klaus-Rüdiger Mai ist so ein Querdenker, den so manche Zeitgenossen nur aus dem Augenwinkel verfolgen wollen. Dass er zwischen Oder und Rhein gesellschaftlich dennoch (wohl)gelitten ist, mag auch am Ausgangspunkt seiner Zeitgeist-Kritik liegen. Mai sucht die Probleme nicht jenseits der EU-Außengrenze, sondern wühlt in den Eingeweiden unseres Abendlandes.

Der renommierte Historiker provoziert dabei mit Aussagen wie „Die Kirche säkularisiert sich selbst“ und bezeichnet sich auch schon mal als „des Teufels Advokat“. Waren es früher noch historische Romane oder gedruckte Dokumentationen, hat sich das Profil seiner Veröffentlichungen in den letzten Jahren deutlich geschärft. Fast folgerichtig sind Mais jüngste Bücher eher Streitschriften als Unterhaltungslektüre.

So fragt er in einem Buch provokant „Gehört Luther zu Deutschland?“ Schon wollten einige quotenorientierte Medien in Mai den Spalter der Kirche ausgemacht haben. Aber der 1963 in Staßfurt geborene Wissenschaftler ist nicht nur streitbar, sondern auch ein Überzeugungstäter. Statt sich reuevoll in gesellschaftliche Isolationshaft abführen zu lassen, macht er dort weiter, wo er aufgehört hat.

Jetzt also sein Buch „Geht der Kirche der Glaube aus?“, dessen Titel man ergänzen möchte mit „…und der Gesellschaft der Sinn?“

Zu diesem Thema liest Dr. phil. Klaus-Rüdiger Mai am Freitag um 19:30 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum Weißbach-Haus und stellt sich der anschließenden Diskussion.

Dr. Klaus-Rüdiger Mai bei der Vorstellung seines Buches Martin Luther – Prophet der Freiheit auf dem Blauen Sofa während der Frankfurter Buchmesse 2014. Am Freitag liest er in Markranstädt aus seinem Buch „Geht der Kirche der Glaube aus?“ (Foto: Martin Kraft – Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Die Besucher dürfen eine pointierte Zeitgeist-Kritik erwarten, in der sich Mai für den Glauben ausspricht. So schreibt er: „Angesichts der großen Umbrüche unserer Welt, die teilweise mit einer kaum erklärbaren Wirklichkeitsblindheit politisch Verantwortlicher einher geht, bedarf es der Orientierung, die allein der Glaube bietet, so er nicht durch Ideologie verbogen oder ersetzt wird.“

Der Glaube aber drohe der Kirche auszugehen, wenn Traditionsabbruch und Missionsverzicht zum Markenzeichen des Protestantismus werden, so Mai.

Pointierte Zeitgeist-Kritik

In seinem Buch „Geht der Kirche der Glaube aus?“ – erschienen 2018 bei der Evangelischen Verlagsanstalt GmbH Leipzig – stellt Mai dazu kritische Fragen: „Hat die Kirche über ihr weltliches Engagement den Glauben verloren? Verliert sie sich in Politik? Verpasst sie den Aufbruch, der angesichts von Entchristlichung und Orientierungslosigkeit dringend erforderlich ist. Nie war Kirche notwendiger als heute, nie war sie weniger vorhanden als heute.“

Pfarrer Michael Zemmrich garniert seine Einladung mit dem Statement: „Mai bleibt ein Stein des Anstoßes und ist eben deshalb unverzichtbar im Diskurs über unsere Zukunft.“

Freitag 19:30 Uhr im Weißbach-Haus

Eine Verheißung nicht nur für Bürger mit satirischem Kulturhintergrund, sondern für alle Markranstädter. Und ein sinnstiftendes Kontrastprogramm zur kulturellen Grundversorgung mit „Lets Dance“ auf RTL. Wir sehen uns am Freitag im Weißbach-Haus.

 






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