Zwar ist in der zurückliegenden Woche in Markranstädt allerhand passiert, aber die ausbleibenden Reaktionen aus dem Volke zeigen, dass es niemanden interessiert. Wahrscheinlich werden sich die Medien deshalb auch den Aufwand sparen, über den jüngsten Einbruch ins Rathaus zu berichten. Obwohl Journalisten nachgesagt wird, dass sie gern im Dreck wühlen und Geschichten ausgraben. Seit dieser Woche kennen wir den Grund dieser Annahme. Demnach ist der Mitteldeutsche Rundfunk aus dem Bergbauunternehmen MIBRAG hervorgegangen. Werfen wir also mal einen Blick auf das, was die Kumpel der Presse und andere Schriftkundige in dieser Woche sonst noch so ans Tageslicht gebracht haben. In diesem Sinne: Glück auf, der Schreiber kommt!
Friedrich der Große eben
Wenn DJ’s bei Feuerwehrfesten oder Kameradentreffen der Bundeswehr alte Platten auflegen und der ganze Saal dann Deutschlands Grenzen zwischen Maas und Memel sowie Etsch und Belt besingt, gibt’s regelmäßig Ärger. Nicht nur Geografielehrer oder Agit-Prop-Sekretäre fordern dann, dass Köpfe rollen.
Wie man seine Gebietsansprüche ohne das Intonieren verbotener Strophen politisch korrekt geltend machen kann, zeigte Bundeskanzler Friedrich Merz in dieser Woche auf X. Obwohl Frankreich mit 551.695 km², Spanien mit 505.992 km² und Schweden mit 450.295 km² größer sind als Deutschland mit seinen verbliebenen 357.022 km², beschreibt er sein Reich als größtes in der EU. Hat er vielleicht Polen schon wieder dazu gerechnet, oder wenigstens den Sudentengau?
Ein Luftikus am Zwickel
Ohne Kunden wäre auch das älteste Gewerbe der Welt schon längst pleite. Die Zielgruppe, auf die es die Nuttinnen und Nutten (oder neudeutsch: die Dirnenden) abgesehen haben, nennt man Freier. Leider ist vor allem bei der oralen Befriedigung noch immer keine Gleichberechtigung eingekehrt.
Jeder Freier will einen Blowjob haben aber keiner will der Dame mal einen blasen. Auf diese Marktlücke hat die Industrie jetzt reagiert und den Blow-Job-Automaten „Philips“ entwickelt. Der Air Freier komprimiert die Luft (engl.: Air), wärmt sie auf die voreingestellte Temperatur an und bläst sie der Dirnenden dann mit Hochdruck so wirkungsvoll in die Manschette, dass ihr unter dem Schulterblatt ein Buckel entspringt. Und das alles für nur 18 Euro.
Vier Jahre am leeren Herd?
Doch nicht nur im Sexgewerbe hauen die Beteiligten oftmals die Begriffe durcheinander und längst sind es nicht nur Anglizismen, die für Verwirrung sorgen. Allein die deutschen Synonyme für die gute alte Gefängnisstrafe füllen einen halben Duden, und das sogar ohne die üblichen Gendereien.
Da gibt es schwedische Gardinen, hinter Gittern, in der Zelle, Haft und viele andere Bezeichnungen. Die gibt es allerdings auch für das Phänomen Hunger. Landläufig hat man mal Qualm, dann wieder Kohldampf oder man schmachtet. Oft haben Hungrige einfach nur Knast. Das allerdings ist auch ein Synonym für Gefängnis und so stellt sich die Frage, wozu Alfons Schuhbeck verurteilt wurde: Knast oder Hunger? Beides ist für einen Koch die Höchststrafe, aber wenn schon, dann bitte vegan.


















3 Kommentare
Vor ein paar Tagen stand ich mit mehreren Leuten vor der Kasse im NahKauf. Ein Mann in Arbeitskluft war vor mir und er interessierte sich für das Zeitungsfach. Laut las er den Umstehenden die Schlagzeile der „Bild“ – Zeitung vor: „So will Merz jetzt Deutschland retten.“ „Der kann’s doch nicht,“ fügte er hinzu. „Protest! Protest!“ Dabei sah er mich an. „Aber Protest, ist doch keine Alternative,“ sagte ich. Und seine Antwort war richtig gut: „Da sind (er meinte, nach meinem Dafürhalten, die AfD) viele Arschlöcher dabei, aber wen soll ich sonst wählen?“ Ich bin in der SPD,“ sagte ich. Aufreizend fragte er zurück: „Und was tun die für uns Arbeiter?“ „Und wie die reden.“ Er meinte wohl, wie Akademiker, auf jedenfall nicht so wie er.
Leider war er verschwunden, als ich nach im an der Kasse bezahlt hatte. Ich hätte im gerne ein gutes neues Jahr gewünscht.
Das lassen wir mal so stehen, als reale Szene aus dem Markranstädter Alltag. Aber am besten ist der Satz: „Und wie die reden.“ Der gehört auf’s Deckblatt jeder politischen Agenda.
Aber es tut gut zu lesen, dass noch viele Bürger in die politische Diskussion gehen. Schreien und wegducken sind kein Mittel um zu einem Konsens zu kommen!