Mit abber Hand am Arm und rostfreier Wolle auf dem Wasserkopf: Darüber lacht Markranstädt

Bevor der Fahrstuhl am kommenden Donnerstag zum ersten Mal in diesem Jahr wieder in die vierte Etage auffährt, will der Markranstädter Stadtgeist Claus Narr noch einmal einen Blick auf das Geschehen außerhalb der Stadt Markranstädt werfen. Was im Erdkreis so geschieht, darüber halten uns die Medien auf dem Laufenden und die hatten in der zurückliegenden Woche offenbar reichlich zu tun. Hier die sechs interessantesten Fundstücke, die den tristen Alltag auch innerhalb der Markranstädter Stadtmauern etwas erträglicher gemacht haben – vom ersten queeren Schneemann mit weiblich gelesener Brust mal abgesehen.

Fehler sind einerseits dazu da, um gemacht zu werden. Andererseits aber auch, um aus ihnen zu lernen. Leider ist das nicht immer möglich, allerdings auch nicht immer notwendig. Suchen Sie sich aus, was auf welches der Beispiele zutrifft und was nicht. 

Zum Lernen ist es nie zu spät

Die wahre Botschaft im Fachblatt „Markranstädt Informativ“ ist in einem schier endlosen Schachtelsatz verpackt und daher für die Zielgruppe tief verborgen. Weil mit der Wende auch die Arbeiter- und Bauernfakultäten verschwanden, steht es um die Erwachsenen-Bildung in Markranstädt sehr schlecht. Am Campus in der Parkstraße stellte man sich jetzt der Herausforderung und bot Eltern erste Einblicke in neue Fächer wie Physik, Chemie oder Geschichte an. Deutsch wurde nicht erwähnt.

Tag-Nacht-Gleiche

Nachts fahren die Straßenbahnen schneller als auf den Schienen, sagt ein altes Sprichwort. Endlich gibt es nun auch ähnliche Lösungen für den Kfz-Verkehr. Demnach ist ein Autobahntunnel bei Schwalmstadt jetzt auch tagsüber nachts gesperrt. Oder halt nachts tagsüber, ganz wie man will. Man sollte nur nicht vergessen, das Licht einzuschalten, wenn bei der Ausfahrt aus der Unterführung plötzlich die Sonne ins Gesicht strahlt. Oder wie ein anderes Sprichwort sagt: „Nachts sind alle Autos grau.“

Kindern, Kindern! Wie die Bezeichnung für unschuldige kleine Erdenbürger plötzlich zum ungeeigneten N-Wort werden kann, zeigt dieses mediale Fundstück.

Das böse N-Wort

Unklar ist allerdings, ob da wirklich ein n zu viel aus der Tastatur gerutscht ist oder vielleicht ein ganzes Wort zu wenig? Grammatikalisch macht es jedenfalls Sinn, wenn da wenigstens „suchen verzweifelt an Kindern“ stehen würde. Leibesvisitation in der Kita: Da können die kleinen Racker schon mal erste Erfahrungen sammeln, von denen sie später beim Wechsel in die JVA zehren können.

30 Jahre abbe Hand dran

Leider gibt es auch Erfahrungen, die einem nichts nützen, wie das Beispiel dieses Mannes aus Mecklenburg-Vorpommern zeigt. Zum ersten Mal seit 30 Jahren hat’s ihm beim Böllern die Hand abgerissen. Dass ihm das auch in den nächsten 30 Jahren nicht mehr passieren wird, liegt allerdings nicht am fehlenden Lernprozess, sondern an der Einmaligkeit seiner Handarbeit. Das haben die Journalistenden bei ihrer sensibel ausgeklügelten Schlagzeile berücksichtigt.

Während es Armleuchter in unzähligen Varianten gibt, wurden die Marktpotenziale von Armbändern bislang sträflich vernachlässigt.

Schmuck für Wasserköpfe

Armbänder gab’s tatsächlich nur für Arme. Reiche mussten bisher ebenso darauf verzichten wie Menschen, die sich mit Armbändern lieber den Kopf schmücken wollen. Das ist jetzt vorbei. Dieser Anbieter hat Armbänder auf den Markt gebracht, die jeden Schädel kleiden. Und sogar an Wasserköpfe hat er gedacht: Die Wolle, aus der die Weltneuheit hergestellt wird, ist rostfrei!

Ganz heißer Tipp

Zum Schluss haben wir noch einen ganz besonders heißen Tipp gefunden. Hier liegt ebenfalls wieder ein altes Sprichwort zugrunde: „Auch gut, sprach der Schneidermeister, als das Bügeleisen seine Frau traf.“ Weil heute kaum noch jemand mit Bügeleisen wirft und die Sado-Maso-Gemeinde längst andere Anwendungsgebiete gefunden hat, hat der Hersteller Bosch eine ganz besonders originelle Warnung entbunden. Was die Gebrauchsanleitung allerdings vermissen lässt: Es hilft auch nicht, wenn man den Wassertank des Dampfbügeleisen mit Botox füllt und das heiße Eisen direkt auf der Haut appliziert. Da gibt’s bestenfalls einen nachhaltigen Bräunungseffekt, der hinterher als Black-Facing interpretiert werden könnte.

4 Kommentare

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    • Bernhard auf 1. Februar 2026 bei 23:43
    • Antworten

    Wieder mal köstlich amüsiert! Dank den (m) fleißign (m) Schreiberling(en).
    Auch wenn es erst am Sonntagabend war. Dafür mit abben Arm noch dran und ohne Armreif auf der Rübe. Danke für die gute Unterhaltung!

    1. Das Problem ist bekannt und hat folgenden Hintergrund: Wir haben inzwischen so viele Abonnenten respektive Empfänger des Newsletters, dass dessen Versand schwierig ist. Wenn das System zu viele Mails auf einmal verschickt, erkennt das die Software der Empfänger als Spam leitet die Botschaft mit kühnem Schwung in den Papierkorb oder die Spam-Box um. Deshalb muss der Newsletter in kleineren Paketen (und entsprechenden Pausen dazwischen) verschickt werden. Das dauert´inzwischen so lange, dass wir Gefahr laufen, verbeamtet zu werden. Aber wir arbeiten daran – oder um es mit den Worten unserer Bürgermeisterin zu sagen: Wir sind gerade in der Abstimmung, in der wir uns gemensam abstimmend zu den weiteren Abstimmungen abstimmen.

    • Alberich auf 1. Februar 2026 bei 9:29
    • Antworten

    Am Sonntag Morgen ein Blick in die Nachtschichten und schon hat der Tag Farbe, auch wenn draußen die Tristesse wabert. Auf einen wunderbaren Tag des Herrn mit Witz, Humor und etwas Alberei!

    1. So ist es gedacht und so soll es ein. Sie sind aber kein Markranstädter, oder? Ich frage für einen Freund. Er ist der Meinung, der überwiegende Teil des homo marcransis würde sich niemals nicht dazu herablassen, sich für die Morgenlektüre zu bedanken oder wenigstens ein paar freundliche Grüße zu hinterlassen.

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