Markranstädt zwischen den Jahren: Aus alt mach neu

Wer den Jahreswechsel in Markranstädt erlebt hat, macht sich um die viel gescholtene Verteidigungsbereitschaft Deutschlands ganz sicher keine Sorgen mehr. Ganze Munitionszüge wurden aufgefahren und zivile Guerilla-Einheiten probten mit Einsatzkräften der Feuerwehr sogar eine Art Kampfhandlung im Schützengraben. Ein wichtiges Zeichen in Zeiten, da die Bundeswehr mit ihren harmlosen Knallern (Titelfoto)  nicht mal ein zünftiges Abschlussfeuerwerk für ein kleines Kinderfest ausrichten kann. Alles muss das Volk selber machen – sogar die Abschreckung! Claus Narr hat sich umgehört, was Markranstädt in den vergangenen Tagen sonst noch so bewegt hat.

Da war zunächst einmal das Weihnachtsfest. Eine über 2000 Jahre alte Tradition, über die nicht nur schon viel geschrieben, sondern noch mehr gemalt wurde.

Kruzifix nochmal! Kaum ist der Kleine geboren, wird an der Wand des Stalles schon dessen Ende gespoilert.

Spoiler-Alarm im Schafstall: Kaum ist der Kleine geboren, wird an der Wand des Stalles schon dessen Ende proklamiert. In Bayern hält sich noch heute das Sprichwort „Kruzifix nochmal!“

Unter anderem hat Rogier van der Weyden anno 1455 ein Altargemälde geschaffen, das die Geburt Jesu zeigt. Bislang ist man immer davon ausgegangen, dass die drei Weisen dem kleinen Fratz lauter Weihrauch, Myrrhe und Gold brachten. In Wahrheit wollten die Boten aus dem Morgenland aber mit ihrem Wissen über das Ende des Neugeborenen prahlen. Spoiler-Alarm in der Weihnachtskrippe.

Nicht mal in der entschleunigten Weihnachtszeit können die Langfinger ihre Griffel stillhalten. Im Markranstädter Vorort Lindenau haben sie sich bei ihrem nächtlichen Beutezug allerdings sprichwörtlich überhoben. Das hat sogar bei der Polizei für Mitleid gesorgt.

Beute kann eine schwere Bürde sein, die sich auf vielen Schultern leichter trägt.

Viele Hände, schnelles Ende.

Weil Restaurants kaum noch Mitarbeiter oder gar Köche haben, werden dort jede Menge Personalkosten gespart. Das macht eine Kneipe zum Hort unbeschreiblichen Reichtums, der auch Diebe anlockt. In diesem Fall haben die nächtlichen Eindringlinge das Gewicht der Beute wohl trotzdem unterschätzt. Aber Weihnachten ist die Zeit der Wunder, also appellierte die Polizei als Freund und Helfer an die Herzen der Bürger, beim Abtransport der Beute Hilfe zu leisten.

Daran hat sich auch 2025 nichts geändert: Wenn eine Frau splitternackt durch die Straßen läuft, darf man ihr nicht mal hinterher pfeifen. Lässt ein Mann dagegen nur seinen Zapadeus gucken, greift die Härte des Gesetzes wegen „Erregung öffentlichen Ärgernisses“.

Eine der Sünden, die Luther schon mit seinen 95 Prothesen verteufelt hat.

Eine der Sünden, die Luther schon mit seinen 95 Prothesen verteufelt hat.

Die Umschreibungen solcher Taten in den Gesetzen sind oft irreführend. Ist die Erregung das Ärgernis oder die Erregung des Ärgernisses ärgerlich? Bei Delikten wie vorsätzlicher Täuschung oder Vorspiegelung falscher Tatsachen gibt es jetzt allerdings eine klare Rechtssprache: Wenn ein Mann mit einem künstlichen Verkehrsmittel zu kopulativen Handlungen einlädt, macht er sich als Verkehrssünder strafbar! Für Silikon-Brüste oder Botox-Gesichter gilt das selbstredend nicht.

1 Kommentar

    • Lachlerche auf 4. Januar 2026 bei 18:06
    • Antworten

    Ist die Erregung das Ärgernis oder die Erregung des Ärgernisses ärgerlich? Eine Polizei, die zur Mithilfe aufruft…- Sehr hübsche Wortspielerei zur Begrüssung des neuen Jahres.
    Wir wünschen Euch weiterhin eine sensible Nase für die Tücken des Alltags, unsere menschlichen oder auch leider gelegentlich unmenschlichenen Fehler, die ihr uns mit einem Augenzwinkern oder Tritt in den A…. bildhaft zu Gemüte führt.
    Bleibt gesund und zuversichtlich (trotz des Titelbildes).

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