Der Frühling kommt und lockt den homo marcransis raus in die Natur. Weil nicht jeder das dafür erforderliche Equipment zu Hause rumliegen hat, hilft uns ein Blick in die Kleinanzeigen. Hier kriegt man alles, was für das Überleben bei einem Ausflug durch den Pappelwald, den Alten Friedhof oder die Eisenbahnstraße wichtig ist. Hier der besondere Lerserservice der Markranstädter Nachtschichten: Wir haben Ihnen aus Kleinanzeigen-Angeboten das ultimative Survival-Set für einen unvergesslichen Frühlingsausflug durch die Lallendorfer Flur zusammengestellt.
Wenn heute von einem Darmfahrer die Rede ist, denken die meisten Leute an den Proktologen, der einem kilometerweise Schlauch durch den Verdauungstrakt schiebt.
Aber dieser Ruf bröckelt, denn eine neue Erfindung sorgt aktuell für einen wahren Hype auf Deutschlands Radwegen.
Obwohl der auf dem Foto abgebildete Drahtesel eigentlich wie ein ganz normales Frauen-Fahrrad aussieht, birgt die innovative Konstruktion doch eine sensationelle Neuerung.
Mit nur wenigen Handgriffen lässt sich die für das Gesäß entwickelte Auflagefläche entfernen und es kommt eine anatomisch in jeden Schließmuskel passende Adapterlösung zum Vorschein.
Plug and drive
Der stählerne „Saddledorn“ erlaubt es jedem Pedalritter, seine Körperhaltung stufenlos an das Fahrzeug anzupassen. Damit sind die Zeiten endgültig vorbei, in denen die Füße nicht bis zu den Pedalen reichten. Einfach locker lassen (die Frauen kennen das vom Untersuchungsstuhl) und die Schwerkraft macht den Rest.
Besonders geeignet ist dieses Modell für Fahrradtouren rund um den Kulkwitzer See. Sozusagen als Verbindungsglied zwischen dem Rahmen des Drahtesels und dem Verdauungstrakt des Fahrers ist der Saddledorn die unschlagbare Alternative, wenn die Suche nach einer Toilette mal wieder ergebnislos verlief und einsetzende Presswehen eine Fortsetzung des Ausfluges zu verhindern drohen. Einfach entspannen, dem Druck nachgeben und schon wird Ihr neues Darmfahrrad sprichwörtlich zum idealen Rahmen für die mobile Erleichterung unterwegs.
Good vibrations
Für noch mehr Fahrgefühl und Spaß beim Radfahren empfiehlt sich die Nutzung besonders geeigneter Strecken, wie beispielsweise die Route von Markranstädt über die Kippe nach Kulkwitz. Die Abfahrt hinunter zum Weißen Schrecken haben die Stadtwerke Leipzig beim Bau ihrer Fernwärmetrasse jetzt so ertüchtigt, dass sich bei den Darmfahrern das Gefühl einer sich automatisch einschaltenden Vibratorfunktion im ganzen Körper verbreitet.
Parallel zur Geschwindigkeit und Risikobereitschaft des Darmfahrers sind diese Vibrationen stufenlos von einem leichten Pochen im Mokkastübchen bis hin zu schweren Erschütterungen im gesamten Mastdarm einstellbar. Die Anwohner am Kulkwitzer Ortseingang haben sich schon daran gewöhnt, dass da von der Kippe ständig Darmfahrer mit Vmax an ihren Fenstern vorbei schießen und dabei laut jubeln.
Drücken bis man rot wird
Doch Vorsicht, spätestens am Ortseingang von Gärnitz erwartet Sie eine völlig neue Situation.
Dass man bei Rot wirklich einen Knopf in 2,50 Metern Höhe drücken soll, kann in der Tat nicht ernst gemeint sein. Immerhin wäre das eine unerträgliche Diskriminierung von Kleinwüchsigen. Es kann sich also nur um eine Handlungsanweisung für Darmfahrer handeln, hier noch einmal ihre Haltung auf dem Rahmenzapfen zu korrigieren.
Unterwegs mit Windkraft: Flatuleske Fahrgeräusche
Wundern Sie sich nicht, wenn Sie dabei Bewegungen hinter den Gardinen der umliegenden Häuser wahrnehmen. In Gärnitz amüsiert man sich nicht nur über hilflos am Mast empor springende Passanten, die verzweifelt den Knopf zu drücken versuchen. Nein, auch die flatulesken Geräusche, die während des Aufstehens vom Darmrad beim Transit des Darminhalts durch den Saddeldorn in den Rahmen des Darmrades entstehen (das berühmte „Pffflllopp“), sorgen dort stets aufs Neue für latente Heiterkeit.
Rattenscharf entspannen: Der Stuhl für danach
Wie schön ist es, wenn man sich nach der Rückkehr von solch einem Ausflug zu Hause in eine gemütliche Sitzgelegenheit fallen lassen kann, die nicht ständig einen unaufhaltsamen Drang nach Abschluss des Stoffwechselprozesses suggeriert. Auch dafür gibt es bei den Kleinanzeigen im Internet die richtigen Angebote. Zum Beispiel den Ratten Stuhl.
Böse Zungen behaupten standhaft, dass das R in RB für eine Gattung der Nager steht und mit dem Sessel der Trainerstuhl von Ole Werner gemeint ist.
Wir haben da aber eine andere Erklärung: Weil man bei einem Darmradausflug mit einem Stahlzapfen im Anus (oder wahlweise auch in der Mumu) rattenscharf wird, ist dieses Sitzmöbel speziell für die Entspannung danach entwickelt worden. Der Preis ist Verhandlungssache, der Tipp ist geschenkt.
Per Moll: Modern waschen
Wir fassen zusammen: Bei einer Frühlingstour mit dem Darmrad, dem Drücken bei Rot und der abschließenden Niederkunft auf dem Rattenstuhl kann man ganz schön ins Schwitzen kommen. Klar, dass da auch die Klamotten müffeln. Deshalb hier unser letzter Tipp: Waschen Sie Ihre Sachen möglichst gleich nach dem Ausflug, achten Sie dabei aber auf Ihren ökologischen Fußabdruck!
In den Waschmitteln enthaltene Tenside belasten das Abwasser und damit unsere Umwelt. Der ökologisch nachhaltige Darmradfahrer wäscht seine Sachen daher nicht mit chemischen Substanzen, sondern mit Musik. Diese Waschmaschine beispielsweise reinigt Ihre Textilien mit sieben verschiedenen Liedern, die sich beliebig kombinieren lassen.
Zum Beispiel eins für die Vorwäsche („Staub auf unseren Seelen“), drei für den Hauptwaschgang (u.a. „Die alte Waschfrau“ oder „Zeigt her eure Füße„), zwei zum Spülen (zum Beispiel „Es glitzert die Forelle“) und schließlich ein Song zum Schleudern („Die Welt dreht sich um mich“).
In diesem Sinne: Die Markranstädter Nachtschichten wünschen Ihnen einen fröhlichen Ausflug durchs frühlingshafte Lallendorf und unvergessliche Gefühle. Und vergessen Sie nicht, in Gärnitz zu drücken.






















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