Dreiarmige Banditen am Kulki, Wasserbomben im Stadtbad und viele erste Schritte zum Klo

Grade mal neun Fotos mit ihrem Konterfei hat die Markranstädter Bürgermeisterin dem Volke im jüngsten Amtsblatt angeboten – und das knapp 16 Monate vor der nächsten Wahl! Jetzt fragt sich der homo marcransis besorgt: Schwächelt sie etwa, so kurz vorm Endkampf um die Titelverteidigung? Die Antwort: Klares Nein! Am 13. Mai wird das neue Stadtbad eröffnet und dann wird es wieder Bilder geben. Eher schwächelt ihre Konkurrenz, die wieder mal reihenweise Konterchancen auslässt.

Zwar hat das Rathaus seiner Pressemitteilung zur Einweihung des Stadtbades auch wieder nur ein Bild von einem verwaisten Sprungturm beigefügt, dafür lockt das Event aber mit durchaus interessanten Alleinstellungsmerkmalen. Zum Beispiel mit einem Arschbomben-Wettbewerb.

Was allerdings auch der ultimative Beweis dafür ist, dass nicht die Bürgermeisterin eklatante Schwächen offenbart, sondern der gesamte Rest der Stadtpolitik. Vor allem von der linken und grünen Konkurrenz hätte man in Zeiten grausamer Kriege in der Ukraine, dem Iran und in Palästina einen weithin hörbaren Aufschrei erwartet.

Ein Bombenwettbewerb zur feierlichen Einweihung einer idyllischen Badelandschaft: Das hätte in anderen Städten Deutschlands längst zu machtvollen Zeichensetzungen für die friedliche Nutzung weltoffener Badegewässer geführt.

Detonationen im Freibad: Wer den tiefsten Bombentrichter hinterlässt, gewinnt.

Detonationen im Freibad: Wer den tiefsten Bombentrichter hinterlässt, gewinnt.

In Markranstädt dagegen sind solche Bombendrohungen unverfänglich. Nicht nur, weil die regenbogenfarbenen Bikinis von Temu hier noch schwarz-weiß erscheinen. Man darf das Event sogar unter Nutzung sexuell orientierter Stereotype vollziehen. Stichwort Arschbomben! Ganz klar, wer da gewinnen soll: Die, denen die Natur schon von der Schöpfung her die eindrucksvoller dimensionierten Beckenknochen zugewiesen hat.

Ferner liefen …

Auch politisch ist das Event mit einer geradezu subtilen Diskriminierung aufgeladen. Schließlich kommt es bei einem Arschbomben-Fight darauf an, beim Eintauchen in die Materie möglichst viele Spritzer zu verursachen. Für die teflonglatte Markranstädter Mitte mit den schwarzen Badehosen eine schwierige Kür.

Das Betreten des Sprungturms zelebrieren sie gewöhnlich zwar mit genügend Lärm, aber beim geräuschlosen Abtauchen hinterlassen sie dann meist doch zu wenig Wellen, um Punktrichter und Publikum zu überzeugen.

Arschbombenteppich bis zum Dammriss

Wie ein ordentlicher Bombenteppich verlegt wird, haben die Markranstädter Nachtschichten in einer Nacht- und Nebelaktion im neuen Freibad schon mal vorgemacht. Hier zwei Szenen davon:

Aber sei’s drum: Anschauen kann man es sich ja mal und mitmachen ist ausdrücklich erwünscht. Am 13. Mai um 16.00 Uhr können Mutige ihr Können mit einem Sprung vom neuen 3-Meter-Turm ins kühle Nass beweisen. Beim großen „Arschbomben-Wettbewerb“ werden Technik, Höhe und Splash-Faktor bewertet. Nach Lage der Dinge soll es darüber hinaus auch eine Art künstlerische B-Note für das lustigste Kostüm geben.

Das Geschäft mit dem Geschäft

Und keine Angst vor den Folgen angebotener Genüsse für Magen und Darm. Toiletten soll es im neuen Stadtbad auch geben. Ganz im Gegensatz zum naturnahen Erleichterungsflair am Kulkwitzer See. Doch auch da gibt es unglaubliche Neuigkeiten!

Leser der lokalen Tagesgazette werden es vielleicht schon mitbekommen haben. Die Bürgermeisterin hat jetzt „erste Schritte zur Schaffung einer Toilette“ angekündigt, indem „eine entsprechende Standortanalyse unter Berücksichtigung der Umsetzbarkeit“ in Angriff genommen werden soll.

Vor elf Jahren gabs noch keine Smart-Watches mit Schrittzähler. Da hieß es noch "Vor, zurück, zur Seite, ran".

Vor elf Jahren gabs noch keine Smart-Watches mit Schrittzähler. Da hieß es noch „Vor, zurück, zur Seite, ran“.

Erste Schritte! Das kann jetzt Satire sein oder ein vernichtendes Urteil über einen bislang gehbehinderten Stadtrat, der von sich glaubt, längst unterwegs zu sein.

Viele erste Schritte

Zur Erinnerung: Bereits 2015 ist „Schloss Harnstein“ am Parkplatz in der Oststraße beim Versuch einer Ertüchtigung als Toilette versehentlich eingestürzt. Keine zwei Jahre später, anno 2017, hatte der Stadtrat den Bau eines neuen Achtzylinders beschlossen und dafür 200.000 Euro bewilligt. Alles keine ersten Schritte.

Der geplante Lokus am Westufer vor seiner Ertüchtigung im November 2015 (links) und nach der Sanierung (rechts). Der Standort hat sich als ungeeignet erwiesen, weil auf ihm errichtete Toilettenhäuser nicht einmal dem Fahrtwind eines Baggers standhalten.

Der geplante Lokus am Westufer vor seiner Ertüchtigung im November 2015 (links) und nach der Sanierung (rechts). Der Standort hat sich als ungeeignet erwiesen, weil auf ihm errichtete Toilettenhäuser nicht einmal dem Fahrtwind eines Baggers standhalten.

Klar, man hätte vielleicht davon ausgehen können, dass in den seit 2015 vergangenen 11 (in Worten: elf!!!) Jahren wenigstens schon mal nach einem geeigneten Standort gesucht hätte werden worden können sollen.  Aber wie sagte schon Claus Narr einst: Wenn der Kackstift erst aus dem Mokkastübchen lunst, verlieren Standortbedingungen urplötzlich von ganz allein ihre Bedeutung.

Lokale und globale Krisen

Und man darf dabei nicht vergessen, was in der Zeit so alles passiert ist. In Markranstädt tobte ein unerbittlicher Kampf um den Standort von Stadtmöbeln, Rebellenmilizen drehten in dunklen Nachtstunden Sitzbänke um, der SSV verpasste den Aufstieg in die Regionalliga, schließlich kam auch noch Corona dazwischen.

Und jetzt toben Kriege in der Ukraine, im Iran und in Palästina. Auch das hat Folgen, die das Rathaus unablässig in Atem halten.

So haben die Russen jetzt die letzten europäischen Standortvorkommen für Toiletten in der Ukraine besetzt. Mit der Sperrung der Straße von Hormus ist auch der Nachschub von Lokus-Bauland aus Pakistan blockiert und die palästinensischen Ressourcen will Donald Trump zu touristischen Urlauberressorts ertüchtigen. Standortknappheit und explodierende Preise, wo immer man hinschaut.

Krisenherde halten die Stadt in Atem

Die Lage auf dem Weltmarkt hat es im gesamten letzten Jahrzehnt einfach noch nicht zugelassen, dass man trotz elf Jahre währender fieberhafter Suche am Kulki auf einen Flecken Land stoßen konnte, auf dem man einfach nur mal in Ruhe kacken kann. Eine wirklich beschissene Situation.

Zurück zum Einstieg in unseren humoristischen Wochenrückblick. Die mangelnde fotografische Präsenz der Bürgermeisterin kann natürlich auch darauf zurückzuführen sein, dass es in Markranstädt keine Fotografen mehr gibt. Wie im Schaufenster des Letzten seiner Art in der Hordisstraße zu lesen ist, wirft er nicht zuletzt auch wegen der stets freundlichen Informationspolitik im Rathaus sein Handtuch.

Zombie-Spaß am Kulki

So wäre es zumindest zu erklären, dass in der Stadtverwaltung für die Werbung zum Promenadenfest ein solches Motiv entstehen konnte. Man beachte vor allem den Musikanten links, dem der Schöpfer drei Arme gab, damit er Klarinette und Kontrabass gleichzeitig spielen kann.

Wenn der Virtuose ganz links im Bild nicht gerade zwei Instrumente gleichzeitig bedienen muss, kann er mit der dritten Hand den Text der Lieder in Zeichensprache übersetzen. Sollte irgendwann mal ein Klo stehen, kann er sich beim Flötespielen sogar den Hintern abwischen.

Wenn der Virtuose ganz links im Bild nicht gerade zwei Instrumente gleichzeitig bedienen muss, kann er mit der dritten Hand den Text der Lieder in Zeichensprache übersetzen. Sollte irgendwann mal ein Klo stehen, kann er sich beim Flötespielen sogar den Hintern abwischen.

Während die Unterhaltungsbranche händeringend nach musizierenden Fachkräften sucht, soll uns so vermittelt werden, dass die Evolution längst Lösungen entbunden hat. Demnächst ein humanoider Krake, der ein ganzes Oktett ersetzt. Wer braucht da noch den Menschen?

Die Lösung: Natürliche statt künstliche Intelligenz

Apropos Fachkräfte: Künstliche Intelligenz erfordert zumindest bei deren Anwendung noch immer ihren natürlichen Vorgänger auf biologischer Basis. Ist diese Voraussetzung gegeben, lässt sich bei der KI der sogenannte „Zombie-Modus“ abschalten und es werden Menschen ohne angeborene Fehlbildungen erzeugt.

Wir haben es mit dem Titelbild mal probiert und siehe: Die unbekannte Dame (Ähnlichkeiten mit lebenden Personen wären rein zufällig) hat tatsächlich nur zwei Arme, zwei Beine und einen Kopf. Dass sie von Geburt an drei Brüste hat, weiß die KI durch geschickte Inszenierung der Rückansicht zu verbergen. Es geht also. Man muss nur wissen, wie.

4 Kommentare

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  1. Zum Glück habe ich nur zwei Hände und kann damit für diesen herrlichen Artikel Beifall klatschen. Bei drei Flossen käme ich da wohl durcheinander.

    1. Laut jubeln hilft auch.

  2. Gratulation und Danke zu Eurem Beitrag am Kampftag der Werktätigen

    Arschbombe mit Dammriss … da war mein Zwerchfell schon am Maximum. Aber der Dreiarmige beschäftigt neben dem Zwerchfell auch noch das Kopfkino. Wenn der mal so richtig loslegt, ist oder macht der da nen flotten Dreier?

    1. Mit wem denn, wenn die KI vergisst, die Frauen mit einer Mumu auszustatten und dem Mann dafür einen dritten Arm gibt? Aber zumindest gibt es schon einen Namen für seine Band: Die Dreihandanstalt!

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