+ + + Covid (19) aus Markranstädt will Freundin: Er mit Traumkörper sucht Sie mit Antikörpern + + +  

Schnelle Integration, Doktoren und viel Zukunftsmusik

Der Alltag macht den Hintern schwer und den Kopf bequem. Kaum noch was los im sonst so virtuellen Markranstädt. Die News in den sozialen Netzwerken verheißen gar zu oft noch Ostergrüße; Nachrufe auf Personen, die um den Jahreswechsel gestorben sind oder Ereignisse, an die man sich kaum noch erinnern kann. Wie soll man da Stoff kriegen für einen satirischen Trip? Es gelingt eigentlich nur, wenn man die lokalen Medien raucht oder mit offenen Ohren eine Line durch die dunklen Gassen der Stadt zieht.

Wagen wir also einen Blick in die hiesige Presse. Was die lokale Gazette angeht, so ist da in letzter Zeit ein etwas großzügigerer Ton beim Anschlag auf der Schreibmaschine zu hören. Die Urlaubszeit sorgt für Entspannung und die wirkt sich manchmal wie ein Domino-Effekt bis hin in gestresste Verwaltungen aus.

Aber auch dort gehen der Erholungsphase zahlreiche Momente höchster Anspannung voraus. Die wiederum werden dann erst viel später, quasi bei Erscheinen, sichtbar. Aber ordnen wir dieses verbale Kauderwelsch erstmal.

Klare Diagnose: Schizophrenie

Stress und andere belastende Situationen wirken sich auf Menschen ganz unterschiedlich aus. Manchmal werden die Betroffenen von Schizophrenie heimgesucht. Ins Deutsche übersetzt bedeutet das, dass die Persönlichkeit gespalten ist.

Wenn Ihnen in den nächsten Tagen ein solch gespaltener Bürger oder zumindest eine Hälfte von ihm begegnet, so muss das nicht unbedingt heißen, dass er krank ist. Es kann auch sein, dass er einfach nur aus Frankenheim kommt. Das durch die via priesteblica hervorgerufene Syndrom ist zwar von der WHO noch nicht als Krankheit anerkannt, aber dennoch bedürfen diese Menschen unserer schrankenlosen Anteilnahme.

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Lachen Sie also bitte nicht über diese Leute, tuscheln Sie nicht hinter deren Rücken und halten Sie Ihre Kinder an, nicht mit den Fingern auf sie zu zeigen. Die Gespaltenen haben ebenso ein Bleiberecht in Markranstädt wie die Gewählten, die Geflüchteten oder andere ehemalige Teilnehmer fremder Kulturkreise.

Schnelle Integration

Weil wir gerade bei anderen Kulturkreisen sind: Da ist ja in den letzten Monaten allerhand Gut bei uns angeschwemmt worden. Und immer wieder wurde die Stadtverwaltung ob ihrer Sprachlosigkeit über dieses Phänomen kritisiert.

Klar, dass die das nicht auf sich sitzen lässt. In einer nächtlichen Eilsitzung hat die Rathaus-Spitze gemeinsam mit der Volkshochschule rechtzeitig vor Redaktionsschluss des jüngsten Amtsblatts ein umfassendes Sofort-Programm zur Integration von Migranten verabschiedet. Demnach sollen schon in den nächsten 900 Jahren die ersten acht Flüchtlinge einen Deutsch-Kurs absolvieren. Absolviert haben. Haben werden. Wie auch immer.

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Das ist ein sehr ambitioniertes Vorhaben, welches allerdings auch viel Brisanz birgt. Durch die in Markranstädt geradezu beispielhaft vorgelebte Offensive wird die Bundesregierung mit ihrer zögerlichen Integrationspolitik gewaltig unter Zugzwang gesetzt.

Hücklür ünd Küch

Jetzt muss sich Neu-Bundeskanzler Erdogan etwas einfallen lassen, will er nicht Gefahr laufen, dass Syrer auf erbeuteten Waffen das Firmenschild „Heckler & Koch“ übersetzen können.

Obwohl … in 900 Jahren heißt die Firma sicher längst „Hücklür ünd Küch“, stellt Laserschwerter für Jedi-Ritter her und ist fest in der Hand der Republikaner. Man muss nur fest daran glauben, dann schaffen wir das auch. Möge die Macht mit uns sein.

Doktortitel für Showtanz

Dass es gut ist, nicht immer nur im MN-Bunker rumzuhängen, sondern auch mal an die frische Luft zu gehen, hat der Familientag an der Promenade bewiesen.

Auf den Parkplätzen sah man Kennzeichen aus aller Herren Bundesländer. Auch aus Baden-Württemberg waren Gäste da und fühlten sich sofort wie zu Hause. „Das kenne ich doch?“, fragte sich beispielsweise Arrogantia Ländle aus Mannheim, als sie die Showtänzerinnen des MCC auf der Bühne sah. Und wurde sogleich knallrot im Gesicht.

Heilige Plagiata! Guttenbergs [kopieren] und [einfügen] hat nun auch das Schwabenland erreicht. Die Nummer, mit der die Mannheimer „Feuerio“ im März 2015 deutscher Vizemeister im karnevalistischen Showtanz wurde, war aus Markranstädt geklaut!

Na ja, nicht vollständig. Sowas macht man ja auch nicht. Aber die ersten rund anderthalb Minuten sind nahezu identisch mit dem Showtanz, mit dem der MCC rund ein dreiviertel Jahr später sein Faschingspublikum erfreute und den er auch am Samstag den jubelnden Massen beim Familientag vorführte.

Nun ja: Im Fußball sagt man, Geld schießt keine Tore. Beim Karneval ist es wohl so, dass Geld auch nicht immer ein Garant für neue Ideen ist. Diese geizigen Schwaben, die.

Da wir gerade beim Karneval sind: Der andere Faschingsverein unserer Stadt, der Kultur- und Faschingsverein Seebenisch, hat entweder noch Hochsaison, übernächtigte Geister in seinen Reihen oder die haben da Parallelwelten entdeckt, von denen der Lallendorfer Normalbürger noch nicht einmal etwas ahnt.

Seebenischer Wahrsagerei

Die scheinen in Seebenisch eine Glaskugel zu besitzen oder im Kaffeesatz lesen zu können. Jedenfalls haben die Anreiner des Lago Radona entweder einen großen Schritt in der Entwicklung der Zukunftsfotografie gemacht oder eine Zeitmaschine entwickelt. Eine mit Umkehrsensor, denn laut Bildtext zeigt das Foto nicht nur ein Motiv, das in der Zukunft liegt, sondern eins, das die Zukunft zwar darstellt, aber selbst dort nie Realität wird. Kurzum: Da wird das Foto vom Auftritt einer Band gezeigt, die erst am 27. August nicht auftreten wird. Wenn das keine Satire ist?

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Jury’s nun des Pulitzer-Preis

Und weil wir gerade bei Satire sind: Einen hätten wir noch. Dass der Dativ dem Genital sein Tod ist, das weiß man in Deutschland längst. Auch jene Menschen werden das zu erfahren bekommen, die am 27. April 2916 ihren Deutschkurs erfolgreich absolviert haben sein werden. Sie seien dann vollwertigem Mitglied unseres Gesellschafts dürfen. Wahrscheinlich.

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Dass der in diesem Beitrag des Markranstädter Stadtjournal’s gewürdigte Handwerker den avisierten Preis verdient hat, steht außer Frage. Warum aber muss ausgerechnet der Verfasser dieser Zeilen den Anlass nutzen, um eindrucksvoll unter Beweis zu stellen, dass er selbst von jeglichem journalistischen Preisverdacht freigestellt ist? Wenn man Juroren als Jury’s abqualifiziert, ist nicht nur der Genitiv dem Dativ sein Tod, sondern dem Apostroph auch sein Katastroph.

Der Trost des Wortes

Lesen Sie sich also getrost mit offenen Augen durch unsere Stadt, so haben Sie auch dann genug Futter zum Schmunzeln, wenn die sozialen Netzwerke schweigen oder etwas später dran sind. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten 2015!

 



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