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Tierisch gute Momente

In Markranstädt scheint in letzter Zeit so wenig zu passieren, dass sogar gestandene Satiriker bisweilen in Sekundenschlaf fallen. Auch auf den einstigen Kriegsschauplätzen in den sozialen Netzwerken kann man inzwischen sein eigenes Echo hören. Sogar die offiziellen Seiten zeigten nur hier und da mal einen Neujahrsgruß. Aber ist die Lage wirklich so mau?

Es soll ein Wahljahr werden, dieses 2017. Und wie es sich gehört, hält man dann auf Markranstädts Straßen Ausschau nach Plakaten. Aber was muss man da sehen?

Ist die Scheidungsrate an den Ufern des Zschampert wirklich so hoch, dass die meisten Einwohner Weihnachten alleine feiern mussten und sich nun kompromisslos nach Zweisamkeit sehnen? Durchaus möglich. In Ermangelung humanoider Gefährten wird dem Lallendorfer Plebs deshalb geraten, sein Glück mal bei Tieren zu versuchen.

„Partner Pferd“ prangt es von den Laternenpfählen und Werbeflächen. Man hätte da sicher auch einfach nur „Sodomie“ hinschreiben können, aber das versteht ja niemand mehr in unserer Smiley-Gesellschaft.

Werde zum Tier!

Gleich gar nicht würde jemand dem Slogan Glauben schenken, dass sich auf der Leipziger Messe alle 11 Minuten ein Single in ein Pferd verliebt.

Da sollte man doch lieber an die Bar im Holzwurm gehen und sich alle 11 Minuten in ein neues Getränk verlieben („Ich barshippe jetzt!“) Aber der Wille ist des Menschen Himmelreich.

Willst Du reiten? Hengste und Stuten, alle elf Minuten…

Also zur Erklärung: Sodomie ist, wenn jemand zum Beispiel mit einem Pferd zusammen lebt. Okay, schwer vorstellbar für Menschen, die in einem Plattenbau wohnen. Dank also an dieser Stelle dem sozialen Wohnungsbau, der solche Perversionen gar nicht erst hochkommen lässt.

Dann gibt es ja auch Pferde, die ab und zu mal ausschlagen. Schwierig, wenn man im höchsten Moment zärtlichen Beisammenseins was mit einem Huf verbraten kriegt. Da kann aus Sodomie auch ganz schnell mal Sadomie werden.

Wahrscheinlich raten Zoohändler deshalb, zunächst mal mit einer Schildkröte oder einem Kanarienvogel anzufangen. Auch Goldhamster sollen sich für Einsteiger gut eignen.

Hat man diese ersten Flirt-Erfahrungen gut verarbeitet, kann man sich allmählich an höhere Wesen wagen. Hauptsache ist immer die Liebe zum Tier.

Sollten Sie allerdings auf der Straße einem Polizisten mit seinem Spürhund begegnen, so handelt es sich dabei meist nicht um Gleichgesinnte. Die Experten sprechen hier vielmehr von einem reinen Dienstverhältnis und das hat nichts mit Singlebörsen à la „Partner Pferd“ zu tun.

Mach mir den Hengst!

Wie dem auch sei und was immer hinter den Gardinen in den Markranstädter Schlafzimmern passieren mag: Wenn man es dort wiehern hört, muss man trotzdem noch längst nicht die Polizei rufen. Meist handelt es sich nur um das Ausleben tierischer Langeweile, weil eben in Lallendorf in letzter Zeit sonst nichts zu passieren scheint.

Dabei passiert durchaus was an den Ufern des Zschampert. Nachdem der Neuländer Bote bereits im August vergangenen Jahres vor massiven Ernteausfällen der Marshmallow-Bauern gewarnt hat, freuen sich die hiesigen Landwirte, jetzt doch noch reichlich von dem Zeug einfahren zu können. So wird seit vergangener Woche zwischen Schkeitbar und Frankenheim eine prächtige Marshmallow-Ernte in die Scheunen gebracht.

Viel Schein, wenig Sein: Die Marshmallow-Ernte in Markranstädt ist ein Schlag ins Wasser.

Leider lässt die Qualität zu wünschen übrig. Landwirt Hubert Bauermann (71): „Das Gelumpe doocht üworhaubd nüschd diesschoohr. Das gämmor bäsdnfalls ans Viehzeich forfiddorn odor zom einschdrein nähm.“

Angesichts dieser dramatischen Lage der Markranstädter Marshmallow-Bauern käme jetzt ein kommunaler Rettungsschirm grade richtig.

Leider ist die einzige Person im Rathaus mit ausreichend Kompetenzen, Tatendrang, Visionen, Entscheidungsfreude und Weitblick seit längerer Zeit erkrankt. Aber wenigstens dadurch ist die Stadt in den letzten Tagen mal Gegenstand lokaljournalistischer Berichterstattung geworden.

Das heißt: So ganz richtig ist diese Aussage auch nicht. Optisch wars eher eine Marginalie, die da durch die LVZ ans Licht kam. Inhaltlich aber handelte es sich um ein Schwergewicht. Auf der händeringenden Suche nach personeller Entlastung im Personalbereich sei im Rathaus eine Frau eingestellt worden, die ihren Dienst gar nicht erst antreten konnte.

Die gute Frau sei schlichtweg schwanger. Das ist zunächst eine sehr freudige Nachricht, beweist sie doch, dass es noch Menschen gibt, die herkömmlichen Beziehungen den Vorzug gegenüber Modeerscheinungen wie „Partner Pferd“ geben.

Der Hunger bewegt sich!

Aber dass ausgerechnet ein Arzt mit Kernkompetenzen im Personalwesen den Bauch einer werdenden Mutter übersieht oder vielleicht sogar als Hunger-Ödem umdiagnostiziert, hat dann doch für die Langeweile in den ersten Tagen des neuen Jahres entschädigt.

Adipöses Hunger-Ödem. Es ist zutiefst humanistisch, einer derart Betroffenen die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben in einer Stadtverwaltung zu bieten.

Vielleicht gibt’s ja jetzt wieder einen Rechtsstreit? Hatten wir lange nicht. Die letzte Auseinandersetzung vor dem Richtertisch fand im Sommer letzten Jahres statt. Jetzt aber hätte die Stadt wahrscheinlich gute Chancen. Vertragswidriges Verhalten der Arbeitnehmerin. Spiske hatte eine Person eingestellt und jetzt kriegt er zwei. Erinnert irgendwie an die trojanische Variante von „Partner Pferd“.

Obwohl: Stimmt auch nicht ganz. Nicht zwei sind es, die das Rathaus (und damit auch Sie als Steuerzahler) an der Backe hat, sondern drei. Denn nun musste ja auch noch eine Mutterschaftsvertretung her. Zumindest hat man bei deren Einstellung aus den biologischen Unabwägbarkeiten gelernt. Es ist ein Mann, der es jetzt temporär in der Personalabteilung richten soll. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Männer können zwar mal dicke Eier haben, aber nicht schwanger werden. Alles wird gut.

 






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