Der Geburtenknick führt zu drastischen Maßnahmen. Inzwischen soll sogar schon die Vorlage von Videos mit dem Zeugungsakt als amtliche Willensbekundung bei der Beantragung eines Kitaplatzes genügen. Weil sich die Markranstädter selbst durch diese Lockerung nicht zum Sex zwingen lassen, hat MN-Chefredakteur Claus Narr jetzt mal das aktuelle Erfolgsmodell von Jens Spahn unter die Lupe genommen. Irgendwie haben die Folgen dieses Vorgangs schließlich in ganz Deutschland neue Hoffnung genährt.
Vor dem Hintergrund der Mietmutter in der Causa Jens Spahn vermisse ich in der Gesellschaft eine längst überfällige Debatte.
Warum reden eigentlich alle über Leihmütter? Wo bleibt die Gleichstellung? Warum gibt es noch keine Leihväter-Lobby, keine Leihvaterquote und keinen staatlich geförderten Vaterschafts-Leasingfonds?
Ich weiß, wovon ich spreche. Ich bin selbst Leihvater. Okay, das hat Spaß gemacht, damals. Viel Spaß sogar. Allerdings habe ich infolge mangelnder Vorsicht einen Tarif erwischt, der vermutlich aus einer Zeit stammt, als Familienplanung noch ohne Geschäftsbedingungen und Rückgaberecht funktionierte.
Alimente bis zur Rente
Ich habe dafür keine Vergütung bekommen, keine Servicepauschale und keinen Bonus für besonders lange Laufzeiten. Stattdessen muss ich bezahlen. Seit Jahren. Alimente.
Mein Leasingvertrag für die Brut läuft also praktisch lebenslang – mit monatlicher Abbuchung und ohne Kündigungsoption. Und jetzt erfahre ich, Jens Spahn sei Dank, dass das bei Leihmüttern genau andersrum läuft und die sogar richtig Kohle dafür kriegen!
Wo sind die Wöchner?
Diese unerträgliche geschlechtliche Diskriminierung prangere ich an. Ich plädiere dafür, dass wir wenigstens in Markranstädt ein zeitgemäßes Geschäftsmodell zur Familienplanung entwickeln.
Schließlich funktioniert hier sogar das Car-Sharing. Da stehen Autos rum, werden von verschiedenen Menschen genutzt und am Ende landet alles wieder ordentlich in der Statistik.
Pilotprojekt: Baby-Sharing
Warum sollte dieses Erfolgsmodell nicht auf Kinder ausgeweitet werden? Kinder-Sharing – die nachhaltige Alternative zur mühsamen Einzelanfertigung, bei der hinterher immer darüber gestritten wird, wer auf der nassen Seite einschlafen muss.
Natürlich müsste die Politik vorher noch einige kleine, aber wichtige Details klären. Etwa steuerliche Vorteile.
Wer ein Kind least, könnte künftig die Raten als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen. Besonders nachhaltige Eltern erhalten eine Umweltprämie, wenn sie ein gebrauchtes Familienmodell übernehmen.
Auch Rückruf-Aktionen wären denkbar. Hersteller könnten Eltern informieren, wenn bei bestimmten Jahrgängen Software-Updates nötig sind: „Bitte bringen Sie Ihr Kind zur Überprüfung ins Bürgeramt. Die Trotzphase Version 5.0 enthält möglicherweise sicherheitsrelevante Fehler. Das Modul <Crystal> muss auf <Sternburger> zurückgesetzt werden.“
Leasing-Bäume mit CO2-Prämie
Andererseits hat Markranstädt längst bewiesen, dass wir mit Nachwuchs professionell umgehen können. Jedes Jahr pflanzt die Stadt für jedes neugeborene Kind einen Jahrgangsbaum. Ein wunderschönes Symbol für Verwurzelung, Zukunft und Gemeinschaft.
Beim Kinder-Leasing sollte man diesen Brauch nur etwas modifizieren: Künftig müsste es zum geleasten Kind den passenden Leasingbaum geben. Allein die CO₂-Bilanz eines solchen Gehölzes lässt den ökologischen Fußabdruck eines jeden Zeugungsaktes wie eine Urlaubsreise mit dem E-Auto nach Sizilien erscheinen.
Lieferkettennachweis für Leihkinder?
Doch die eigentliche Frage lautet, wem Elternschaft gehört und ob Schwangerschaft, Geburt und Familie tatsächlich wie Dienstleistungen behandelt werden können?
Kritiker warnen bei der Kommerzialisierung der Leihmutterschaft vor Ausbeutung und sprechen teilweise sogar von Menschenhandel.
Freiwilliger Frondienst
Was für ein Blödsinn: Als ob sich ein als Leihvater beauftragter Erzeuger bei der technischen Ausführung missbraucht oder gar versklavt fühlen würde! Die meisten Männer lassen sich für sowas nicht zweimal bitten und geben sich ganz freilillig dafür her.
Befürworter verweisen dagegen auf Selbstbestimmung und individuelle Lebensentwürfe. Dazwischen steht die Gesellschaft und versucht herauszufinden, ob ein Mensch ein Wunschkind, ein Vertragsverhältnis oder ein biologischer Unfall ist.
Oder gar die Folge dessen, was die Schöpfung in ihrer homophoben Unerträglichkeit als Folge ausschließlich heterosexueller Betätigung programmiert hat.
Wie wäre es mit „Gebärmutter-Leasing“? Das hört sich ehrlicher an, wirkt bürokratisch integer, moralisch biologischer und klingt technisch eher nach AGB – also genau nach der Sprache, mit der die legislative Impotenz in Berlin und Brüssel heute Dinge beschreibt, die früher einmal Beziehungen hießen.
Kein unmoralisches Angebot
Von Doppelmoral, wie sie Jens Spahn vorgeworfen wird, kann selbstverständlich auch keine Rede sein. Die ist hier nicht mal in einfacher Ausführung im Spiel gewesen, wie sollte sie sich da verdoppeln?
Nach der gleichen mathematischen Formel kann übrigens auch nicht von Vertrauensverlust gesprochen werden. Alles nur eine Erfindung der Medien, um Trittbrettfahrer vom Aufspringen auf den rollenden Zug abzuhalten, der auf der neuen Seidenstraße bald Temu-Embryonen aus China bringt.
Rein, rauf, runter, raus
Fazit: Alle Markranstädter, die diesem zukunftsweisenden Modell folgen möchten, können beruhigt aufatmen. Buchen Sie sich einfach ein Leasing- oder Leihelternteil und lassen die Dinge laufen.
Im Gegensatz zu Etiketten auf Weinflaschen werden Sie in der Geburtsurkunde später garantiert auch nicht den Hinweis finden: Keine Erzeugerabfüllung! Das Lieferkettengesetz wurde nicht ohne Grund gestoppt.
Keine Erzeugerabfüllung
Zu beachten ist bei der modernen Familienplanung lediglich, was wir auch schon beim Kauf von Autos, Waschmaschinen oder Handys (gerade aus dem Ausland) kennen: Allgemeine Geschäftsbedingungen sorgfältig lesen, Wartungstermine einhalten und vor Vertragsabschluss klären, wer am Ende tatsächlich die Verantwortung übernimmt.
Denn das Blitzerfoto muss in der Regel auch der Fahrzeugführer bezahlen, nicht der Fahrzeughalter. Das gilt genauso für Produkte wie Babys.
In diesem Sinne: Augen auf beim Verkehr!















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