+ + + Sitzen zwei Vandalen auf einer Bank in der Leipziger Straße: Er: „Ich kann Gedanken lesen!“ – Sie: „Und warum tust Du’s dann nicht?“ + + +

Markranstädter Wochenschmerzen (3/19)

Auf in Runde 3 der Wochenschmerzen 2019! Vielen Dank allen Lesern für die zahlreichen Zusendungen oder Hinweise. Und bitte nicht traurig sein, wenn wir sie diesmal (noch) nicht alle darbieten. Einige haben wir für die kommenden Ausgaben aufgehoben. Getreu dem Motto: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.

Nicht immer sind es Druckfehler oder Stilblüten, die zur Erheiterung beitragen. Manchmal sind es auch ernst gemeinte Nachrichten. So brauchte ein männlicher Polizist bisher laut „Polizeivorschrift 300“ zwei Hoden, um seinen Dienst versehen zu können. Jetzt haben die Innenminister der Länder überraschend festgestellt, dass gute Polizeiarbeit nicht von den Geschlechtsteilen abhängt. Alles klar Herr Kommissar?

Gut möglich, dass diese Feststellung bald auch auf andere Uniformträger übergreift. Auf Forstbeamte zum Beispiel. Über die kursiert schließlich schon lange das zum Reim gewordene Gerücht „In der Lodenhose ist ein Hoden lose.“ Der Tag ist also nicht mehr fern, an dem auch die Horn-Bläser sich gefahrlos outen dürfen.

Seid furchtbar und mehret euch!

Über ein Outing der ganz besonderen Art berichtete auch die Leipziger Volkszeitung in ihrer gestrigen Ausgabe. Allerdings kann es sich da nur um Fake-News handeln, oder hätten Sie dem alten Knacker DAS noch zugetraut?

Gefunden von unserem Leser J. S. aus F. in der LVZ vom 6. Februar, Seite 2.

Der Mann ist 82! In dem Alter ist man normalerweise froh, wenn man sich noch an die letzte Nummer erinnern kann. Und der hier soll seine Angestellten gleich reihenweise durchorgeln? Das schreit geradezu nach Selbstüberschätzung. Es sei denn, auch die Bibel ist nicht frei von Druckfehlern und es sollte heißen „Seid furchtbar und mehret euch!“

Über die Haltungsbedingungen von Nutztieren wird ja schon lange heiß diskutiert. Die Bundesregierung vertritt hier glücklicherweise ganz klare Standpunkte. Was für den Menschen gilt, muss auch für Tiere legitim sein.

Da die rituelle Beschneidung von männlichen Babys erlaubt ist (bei Mädchen ist das Körperverletzung), dürfen also auch männliche Küken geschreddert und männliche Ferkel ohne Betäubung kastriert werden. Das ist konsequent … bei einer Kanzlerin, die selber keine Eier hat.

Farmer-Discount

Weniger klar umrissen ist die Lage, wenn es um Tiere allgemein geht und somit auch weibliche Exemplare betroffen sein könnten. Legehennen zum Beispiel. Worin besteht der Unterschied, ob so eine Henne ihre Antibiotika im Käfig verabreicht bekommt oder in Bodenhaltung aufpickt?

Eben! Da auch der Käfig einen Boden hat, stammen Eier aus Käfighaltung aus Bodenhaltung, da es sonst Flughaltung heißen müsste.

Gefunden von unserer Leserin B.S. aus M. im SachsenSonntag vom 3. Februar, Seite 10.

Weil man den Erzeugerangaben nicht mehr trauen kann, haben die Lebensmitteldiscounter nun zur Selbsthilfe gegriffen und übernehmen die Tierhaltung kurzerhand selbst. Wundern Sie sich also nicht, wenn es künftig im Gang bei den Haushaltswaren grunzt, in der Gewürzabteilung hinter Ihnen „muuuh“ macht oder Ihnen beim Öffnen des Gefrierfachs gaggernde Hühner entgegenfliegen.

Nur im Osten: Weniger is(s)t oft mehr

Bislang war man in den gebrauchten Bundesländern davon ausgegangen, dass das ständige Gejammer der Ossis grundlos sei. Vor allem das Argument zunehmender Armut wurde dabei argwöhnisch ignoriert.

Inzwischen wurde der Kulturkreis zwischen Elbe und Oder mit Hartz IV und anderen Segnungen so weit konditioniert, dass er mit knapp 400 Euro im Monat nicht nur hinkommt, sondern sich auch oppulente Mahlzeiten im schicken In-Restaurant leisten kann.

Gefunden von unserer Tippse im SachsenSonntag vom 3. Februar, Seite 4.

Wie wenig es braucht um glücklich zu sein, zeigt dieses Foto im SachsenSonntag. Trotz eines leeren Tisches beim gemeinsamen Donnerstags-Abendessen strahlen die Ladies vom Circle 74, als wäre gerade eben erst die Mauer gefallen.

Während die gutsituierten West-Weiber viel Geld für teure Diäten ausgeben, genießen die Damen aus Leipzig die wirklichen Errungenschaften der sozialen Marktwirtschaft.

Und mehr noch sagt dieser einzigartige Schnappschuss aus. Demut und Genügsamkeit sind Tugenden, bei denen eine einzige Rose reicht, um blühende Landschaften zu sehen.

Ein wahrhaft heißer Kandidat für das Pressefoto des Jahres.

 



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