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Nager im Kühlschrank: Tierschützer kritisieren Hamsterkäufe

Erst hat irgendjemand gesagt, dass man Eierteigwaren und Instantprodukte kaufen soll. Seitdem sind Nudeln und Pulverfraß in Markranstädt aus. Dann hieß es, dass man von Corona-Viren Durchfall kriegt. Logische Folge: Es gibt kein Klopapier mehr. Nachdem die Qualitätsmedien zuletzt von Hamsterkäufen berichteten, passierte was? Genau! Bei REWE, Lidl, Netto, Edeka und Nahkauf sind jetzt auch die Regale mit den kleinen Nagern leer. Wo soll das noch hinführen?

Es stellt sich zunächst die Frage: Wohin mit den Hamstern? Ein großes Problem, das auch Rentnerin Erna B. (83) hatte. Ihr hüpfte einer der Nager zu Hause aus dem Einkaufsbeutel und verschwand hinter dem Sofa.

„In den folgenden Stunden wurde die Schrankwand immer niedriger“, hat die Seniorin festgestellt. Als sie sich dann zum Fernsehengucken auf den Boden legen musste, hörte sie ein nagendes Geräusch.

Sekunden später blickte der kleine Fratz hinter der Rückwand um die Ecke. Beherzt warf Erna B. ihr Gebiss nach ihm, der Eckzahn bohrte sich in das Genick des wehrlosen Tieres. Problem gelöst!

Hamsterkäufe im Fleischfach

Nicht jeder hat so viel Glück. Aber da sich das Problem inzwischen herumgesprochen hat, verfrachten die Käufer ihre Hamsterscharen an den einzig sicheren Ort in der Wohnung. In den Kühlschrank! „Im Fleischfach kann ja nichts passieren, es ist schließlich dazu da“, ist Waltraud Braten (71) überzeugt.

Am Sonnabend bei Edeka in der Leipziger Straße: Der Run auf die Nudeln sorgt für leere Regale. Eigentlich ideale Käfige für Hamster.

„Wenn die Nudeln und das Klopapier alle sind, haben wir dann wenigstens noch eine kleine Lebensmittelreserve für die restlichen Tage, bis Markranstädt wieder für die Außenwelt erreichbar ist“, meint Waltrauts Ehemann Siegfried Braten im Vertrauen auf den jüngsten ARD-Brennpunkt.

Dass Tierschutzverbände wegen überfüllter Kühlschränke inzwischen Alarm schlagen, kümmert niemanden. „Ist ja eh nur online, das Gemecker“, hat IT-Fachwirt Sven Fahrenheit festgestellt. „Die trauen sich doch nicht mehr raus aus ihren Wagenburgen.“

Polarhamster ist geeigneter

Die Tierschützer haben inzwischen selbst eingesehen, dass sie machtlos sind und appellieren jetzt verstärkt an das Gewissen der Menschen. Im Kühlschrank sei es zu kalt sowohl für den deutschen Feld- als auch den Goldhamster. Sie würden dort unsägliche Qualen leiden, neben verschimmelter Leberwurst und zu neuem Leben erwachtem Fisch.

Der nordafrikanische Eishamster (frostus naggeralis) ist an seinem schneeweißen Fell erkennbar und kommt mit der Kälte im dunklen Gefrierfach bestens klar.

Wenn man sich schon lebende Fleischreserven anlegen wolle, sollte man lieber ein paar Euro mehr ausgeben und die widerstandsfähigeren Polarhamster kaufen. „Den nordafrikanischen Eishamster beispielsweise kann man sogar in der Gefriertruhe halten“, heißt es in einer Mitteilung des Institutes „aethopian animal frost“.

Aber der Hype um die Feld-, Gold- und Polarhamster ist ohnehin bereits wieder am Abklingen. Gestern twitterte ein anerkannter Virologe, dass man sich am effektivsten vor Ansteckung schützen könne, indem man Kondome verschluckt. Alle deutschen Hersteller von Ritex über Sico bis Durex schieben seitdem Sonderschichten, um den zu erwartenden Bedarf abdecken zu können.

In Markranstädt werden ab Montag Sonderbusse eingesetzt, die im Pendelverkehr zwischen Bahnhof und Marktplatz die Haltestelle Rossmann bedienen. Im Internet machen bereits Rezepte die Runde, die das Einnehmen erleichtern und das vorschmeckende Gummiaroma überdecken sollen.

„Am besten ist es, wenn man das Kondom nicht schluckt, sondern es so in die Luftröhre einführt, dass diese sicher verschlossen wird“, sagt Pink Speakerman, Sprecher der HWO.

„So Schatz, es ist Zeit für deine Medizin. Tief einatmen und runter damit!“

Auf diese Weise würde man dem Virus nicht nur die dringend benötigten Wirtstiere nehmen, sondern zugleich für eine Steigerung des durchschnittlichen Intelligenzquotienten in der Gesellschaft sorgen. „Das Volk gesundet dann quasi von innen heraus“, ist Speakerman überzeugt.

Crash an der Hamsterbörse

Klingt irgendwie auch logisch. Bloß gut, dass noch niemand Wind von der „normalen“ Grippewelle gekriegt hat.

Wenn erst bekannt wird, dass allein in Sachsen über 14.000 Menschen damit infiziert und 28 daran gestorben sind (deutschlandweit bislang über 200), bricht möglicherweise Panik aus und am Dax die Hamsterbörse zusammen, die Nudelfabriken gehen pleite und in der Kondomindustrie gibt’s Kurzarbeit. Da ist es doch allemal besser, wenn alles so bleibt wie’s ist.

 



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2 Comments to Nager im Kühlschrank: Tierschützer kritisieren Hamsterkäufe

  1. Hefezopf 1 sagt:

    Nachdem der Markranstädter nun gehamstert hat, hier ein paar Tipps zum Überleben in der Quarantänezeit: Markranstädter wollen sich bewegen. Die Wohnung kann gar nicht groß genug sein und sollte über eine hohe Bodenschale mit einer dicken Schicht Einstreu verfügen. Vermengt man diese mit etwas Heu, kann sich der Markranstädter artgemäß Gänge und Höhlen bauen. Ein Sandbad (staubfrei!) zur wichtigen Hautpflege sollte angeboten werden – es wird von den kleinen ehemaligen DDR-Bürgern gerne angenommen. Um dem enormen Bewegungsdrang gerecht zu werden, sollte ein ausreichend großes, artgerechtes Laufrad installiert werden. Der Markranstädter muss mit geradem Rücken laufen können. Um Quetschungen zu vermeiden, sollte das Laufrad eine geschlossene Lauffläche und eine geschlossene Rückwand bieten.
    Als halber Hochleistungssportler benötigt der Markranstädter neben frischer Kräuterkost und Gemüse auch Kraftfutter. Nüsse können – in geringen Mengen – ebenfalls angeboten werden. Eine tolle Beschäftigungsmöglichkeit bieten Hirsekolben und Getreideähren, von denen die leckeren Körnchen erst abgeknabbert und geschält werden müssen. Eine übermäßige Fütterung von Obst steht im Verdacht, für ein gehäuftes Auftreten von Diabetes verantwortlich zu sein und wird vom Markranstädter nicht so angenommen. Bier muss immer angeboten werden.
    Regale leer gekauft und oben genannte Tipps beherzigt, nun kann ja nix mehr passieren.

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