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Ein Wochenende unter Dampf

Passend zum Markranstädter Bahnhof, bei dem nicht nur die Uhr irgendwie stehengeblieben ist, wird am Wochenende die Zeit sogar um 160 Jahre zurückgedreht. Zum Jubiläum der Eröffnung der Eisenbahnlinie zwischen Leipzig und Großkorbetha soll es neben viel Dampf auch historische Technik, Nostalgie und ein kleines Volksfest geben.

Je dreimal aus jeder Richtung wird der Bahnhof an beiden Tagen von einem Sonderzug angefahren, der von einer schweren Dampflok aus der 44-er Baureihe gezogen wird.

Und so, wie man beispielsweise bei Mittelalterfesten großen Wert auf detailgetreue Authentizität legt, bietet auch der Lallendorfer Haltepunkt ein nahezu historisches Umfeld.

Abgesehen von einigen störenden Graffitis gibt es vor allem für Fotografen kaum einen besseren Hintergrund für die Darstellung eines zeitgenössischen Ambientes.

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Von Fahrtwind gefährdet: Alter Schuppen mit Gleisanschluss.

Angesichts des Zustandes der umliegenden Infrastruktur ist es in der Tat ratsam, wenn der Lokführer das Tempo seiner 44 1486-8 auf Schrittempo drosselt, damit der Fahrtwind die baulichen Anlagen neben der Strecke nicht zum Einsturz bringt. Immerhin drückt die Lok eine Achslast von rund 20 Tonnen auf die Gleise.

Die Lokomotive mit der Fabriknummer 4728 ist eine von weltweit nur noch drei betriebsfähigen Dampfloks der Baureihe 44. Sie wurde 1943 im besetzten Frankreich von der Firma Schneider gebaut und am 8. Mai 1943 beim Bahnbetriebswerk Erfurt in Dienst gestellt.

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Die 44 1486-8 vor ihrem Heimatbahnhof in Staßfurt. (Foto: Rainer Haufe, CC by SA 3.0)

Mit 2000 PS war es fast schon ein kleines Kraftwerk, das da über die Gleise des Deutschen Reichs rollte, weshalb die Lok vorzugsweise im Güterverkehr eingesetzt wurde. Ende der 60-er Jahre wurde die Maschine auf Ölfeuerung umgestellt.

Laut damaliger Geschichtsschreibung gab es die Ölkrise der 70-er Jahre nur im Westen, weil die DDR vom großen Bruder zuverlässig mit dem flüssigen Gold aus den Tiefen der sibirischen Erde versorgt wurde. Die Trasse der Freundschaft durfte nicht in Frage gestellt werden. Dass die Lok im Jahre 1982 trotzdem wieder auf Rostfeuerung zurückgebaut wurde, sorgte damals nicht nur unter den Reichsbahnern für mannigfaltigen Gesprächsstoff.

Bis in die 90-er Jahre hinein war die 44 1486-8 noch im Einsatz. Am 1. Februar 1994 wurde sie ausgemustert und von den Eisenbahnfreunden Staßfurt übernommen. Seither sorgt sie auf Sonderfahrten für Jauchzen nicht nur unter Fotografen und Technik-Nostalgikern.

Und so wird das weithin hörbare Pfeifen der Lokomotive am Wochenende auch öfter durch die Gassen von Markranstädt dringen. Aus Richtung Leipzig ist gegen 9:38 Uhr, 12:28 Uhr und 15:38 Uhr damit zu rechnen und aus Richtung Großkorbetha gegen 11:11 Uhr, 14:17 Uhr und 17:38 Uhr.

Das Rahmenprogramm haben die Eisenbahnfreunde Kötzschau auf ihrer Webseite zusammengefasst. Übrigens ist nicht nur ein Blick darauf empfehlenswert, sondern auch ein Besuch in deren Eisenbahnmuseum.

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… und der Wind streicht durch die Hallen, Wolken ziehen drüber hin.

 






One Comment to Ein Wochenende unter Dampf

  1. Klaus Drummer sagt:

    Tja, und dann war die gute alte BR44 (zumindest heute) garnicht da. Dafür musste eine V100 die E44 beim Wendezugbetrieb unterstützen.

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