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Markranstädter Wochenschmerzen (4-19)

Auch in dieser Woche haben die Bürger der Stadt fleißig gelesen. Nicht nur die Markranstädter Nachtschichten, sondern auch all das, was in den Bestsellerlisten danach, also ab Platz 2 und darunter, so veröffentlicht wird. Höchste Zeit also, die vierte Runde der Markranstädter Wochenschmerzen einzuläuten.

Vorige Woche wurden Deutschlands Kommunen von einer Gerichtsentscheidung aufgeschreckt. Demnach verstoßen Amtsblätter mit Prosa-Beiträgen gegen das Gebot der Staatsferne der Presse. Irgendwo logisch, weil keine kritische Berichterstattung zu erwarten ist, wenn die Kommune über sich selbst schreibt.

Dieses Dokument schreckte in der vergangenen Woche die Kommunen auf.

Die Stadt Markranstädt hat sofort reagiert und in ihrem neuesten Stadtjournal einen kritischen Bericht über den Bürgermeister veröffentlicht.

Kann sich nicht um alles kümmern

Ob das reicht, um die gebotene Staatsferne prophylaktisch zu dokumentieren, sei dahingestellt. Aber musste man die Kritiken ausgerechnet mit mangelnden Kompetenzen bei der Pflege älterer Menschen begründen? Ordnung und Sicherheit hätten doch gereicht.

Gefunden von unserer Leserin H.M. im Journal „Markranstädt informativ“, Seite 36.

Mal unter uns und ganz ehrlich: Worum soll sich unser Jens noch alles kümmern? Jetzt auch Brei pürieren im Altersheim? Kein Wunder, wenn niemand mehr für den Posten kandidieren will.

Wie schlimm es um unsere Senioren bestellt ist, wird allerdings auch in den staatsfernen Medien nicht offen zugegeben. Hier muss man nach wie vor zwischen den Zeilen, ja sogar zwischen den Worten und nicht selten auch zwischen den Buchstaben lesen.

So geil kann Altersarmut sein

Allein der gelernte Ossi ist das noch aus Zeiten des Sputnik gewöhnt und so entgehen ihm auch nicht die als Inserat getarnten Botschaften unserer Zeit.

Gefunden von unserem Leser D.K. in der Leipziger Rundschau vom 30. Januar, Seite 18.

Bedingungslose 900 Euro Grundrente, wie würde sich diese Seniorin über das sozialdemokratische Geschenk freuen. Endlich mal wieder ein Hemdchen am Leibe tragen oder wenigstens einen Feinripp-Schlüpfer.

Es ist nicht so, dass ihr das Nacktsein etwas ausmachen würde. Seit damals im Juni 55 die Befreier im Gulag gleich reihenweise über sie herfielen, ist sie in der Hinsicht seelisch gefestigt.

Leider fehlen in ihrer Erwerbsbiografie die Jahre als Trümmerfrau und so wird sie von denen, für die sie Deutschland damals wieder aufgebaut hat, wohl als nicht bedürftig eingestuft.

Auch von ihren Kindern (eins vom Ami, das andere vom Iwan gezeugt) ist keine Hilfe zu erwarten. Also bleibt ihr keine andere Wahl, als aus der Not eine Tugend zu machen. Ein leuchtendes Vorbild für alle Jammer-Ossis dieser Generation.

Schnk n’ma ein: prossssd!

Wo gefeiert wird, da wird getrunken und wo getrunken wird, da scheuen die Worte oft den Umweg über das Hirn, bevor sie von der Zunge purzeln. Insofern ist satirische Nachsicht geboten, wenn man am nächsten Morgen beim Katerfrühstück den vorangegangenen Abend Revue passieren lässt.

Gefunden von unserer Leserin S.W. in der Internet-Präsenz der Stadt Markranstädt.

Im Gegensatz zum gesprochenen Wort, das sich leicht hinter die Nebelwand der Erinnerung verbannen lässt, sind einmal geschriebene Aussagen allerdings auf Ewigkeit in Stein gemeißelt. Vor allem im weltweiten Netz, das den Ruf genießt „Das Internet vergisst nichts!“

Das müssen schon ziemlich beliebet Feste sein, die da auf den Dörfer Markranstädt gefeiert werden. Vor allem beim Heimatverein Anfang September scheint es ganz schön hoch her zu gehen.

Gefunden von uns selbst im Facebook-Auftritt der Markranstädter SPD.

Nicht auszuschließen, dass auch der Fragebogen, mit dem sich die SPD an die Bürger wendet, auf einem Fest in der Bushaltestellen verfasst wurde.

 






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