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Vermeintliches Beben war nur eine Blähung

Da ist man nur mal eine Woche im Urlaub und was muss man feststellen? Man kann gar nicht weit genug wegfahren, um nichts mitzukriegen. Die Freien Wähler flirten mit der AfD. Seit Donnerstagabend hat ständig das Handy in der Hose vibriert. Da bekommt der Begriff „Strandabgang“ eine ganz neue Bedeutung. So viel Sex hatte ich im Urlaub noch nie, was bei traditionell nur zwei Unterhosen im Koffer zum echten Problem werden kann. Die Nachrichtenlage ließ zudem befürchten, dass Markranstädt schon Hakenkreuze geflaggt hat und die SS durch die Straßen patrouilliert.

Und bei der Rückkehr in die Heimat stellt man erstaunt fest, dass alles noch ist wie immer. Kein Ortsbauernführer, der die Macht im Rathaus an sich gerissen hat; keine BdM- oder HJ-Geschwader, die den Alten Friedhof aufräumen und auch keine Reichskriegsflaggen an den Masten.

Die Volksmedien berichten hingegen über Paukenschläge und wahre Beben, von denen die Stadt in der Zwischenzeit heimgesucht wurde.

Auf der Suche nach Antworten stützt sich der uninformierte Rückkehrer lieber auf die öffentliche Faktenlage anstatt auf per Whatsapp transportiertes Halbwissen.

Demnach hat also eine demokratisch gewählte Volksvertreterin die Möglichkeit in Erwägung gezogen, sich mit demokratisch gewählten Volksvertretern zu unterhalten.

Okay, das kann man in Markranstädt bisweilen wirklich als außergewöhnlich bezeichnen. Aber dass der Alleingang einer einzelnen Person, noch dazu aus einer mit unter 10 Prozent völlig unbedeutenden kommunalpolitischen Randerscheinung, als Paukenschlag interpretiert wird, der ganz Markranstädt erzittern lässt? Das ist dann doch eher was für Satiriker.

Magen-Darm-Grummeln

Mehr gäbe es dazu eigentlich nicht zu sagen, der Rest ist freie Interpretation und das Ergebnis einer nicht vorhandenen bis bestenfalls katastrophalen Pressearbeit. Aber auch das ist nichts Neues.

Die Öffentlichkeitsarbeit bei den Freien Wählern Markranstädt ist seit der ebenso sinnfreien wie kontraproduktiven Verbannung ihrer einstigen Kommunikationsleiterin vergleichbar geworden mit dem Verdauungsprozess im menschlichen Körper.

Es gärt und blubbert so lange, bis der Druck zu groß wird und irgendwer sprichwörtlich aus dem Bauch heraus einen Schließmuskel öffnet, damit sich die Kolik auf dem Weg des geringsten Widerstandes Bahn brechen kann.

Und genauso wirkt das dann auch. Mal als Bäuerchen, mal als Flatulenz oder eben – nach einer politischen Erbsensuppe wie in der vergangenen Woche – auch gleich mal als multimedialer Rülpsniesfurz.

Da ist beim Pups jetzt allerdings auch ein Löffel Dünnes mitgekommen. Drum merke: Wenn man sich schon heimlich und alleine an den Bohneneintopf schleicht, sollte man sich zuvor wenigstens ein paar Kohletabletten eingeworfen haben, damit die hastig vorgekaute Speise nicht schon Minuten später halb verdaut im Höschen wabert.

Einlauf gegen Brechdurchfall

Aus Sicht der Öffentlichkeitsarbeit war die FWM-Inkontinenz der vergangenen Woche jedenfalls ein finaler Offenbarungseid. Inwiefern auch der oder die Gesprächspartner der AfD oder andere Köche mit ein paar Tropfen Rizinus dazu beigetragen haben, ist aus den Tiefen der Klärgrube leider nicht zu erschnüffeln.

Selbst die Nachwehen dieses Stuhlgangs riechen eigenartig. Dass der Bürgermeister dem kommunalpolitischen Abwasserzweckverband allein deshalb den Rücken gekehrt hat, glauben auch nur die, die es glauben wollen.

Eher wars wohl ein willkommener Anlass. Der Furz also, der den berühmten Darm zum Überlaufen brachte, nachdem dort schon Stadtmöbel und andere Ballaststoffe von Fäulnisbakterien zersetzt auf einen ordentlichen Einlauf gewartet haben. Eine Entschlackung, in deren Folge  auch andere aufrechte FWM-ler inzwischen ihre Ideale in die Tiefen der Keramik runterspülten.  Zehn kleine Negerlein…

Man könnte schließlich auch selbstbewusst dazu stehen, mit der zweitstärksten politischen Kraft im Ort Möglichkeiten zu sondieren, wie man vorwärts kommt und dabei auch jene 18 Prozent des Bürgertums mitnehmen kann, die mit ihrem Votum pauschal ins gesellschaftliche Abseits gerückt wurden. Wenigstens sondieren. Was ist schlecht daran, miteinander zu reden und auch mal zuzuhören?

Allerdings war das der schlechteste Weg, ein solches Ansinnen zu zelebrieren und erst recht der schlechteste Zeitpunkt, die erst halbgar verdauten Exkremente in die öffentliche Kanalisation zu lassen. Da wurden sogar noch komplett unzerkleinerte Bratkartoffeln ausgeschieden!

Schon war von Kooperation und gar Fraktionsbildung die Rede, wo noch nicht einmal klar war, ob man überhaupt miteinander sprechen will. Statt dessen werden nun sogar Zweifel laut, ob wenigstens noch die beiden am Ratstisch verbliebenen Freien Wähler miteinander reden werden. Ein Paradebeispiel für proaktive Kommunikation.

Auch des Bürgermeisters Ziehen an der Reißleine ging sprichwörtlich nach hinten los. Der AfD kann man ja viel vorwerfen. Gern auch Nationalismus (was leider gar zu oft mit Patriotismus gleichgesetzt wird) oder Ausgrenzung. Wenn Jens Spiske aber in wörtlicher Rede zitiert wird, dass die AfD auf Gewalt setze, dann klingt auch das eher nach einer pneumatischen Atemauslassung, die von der Peristaltik durch den falschen Kanal ans Licht getrieben wurde. Aus dem Bauch heraus eben.

Am Ende stellt der erstaunte Urlaubsheimkehrer jedenfalls fest, dass die durch die Stadt rauschenden LKW auf der Richterskala nach wie vor für wesentlich höhere Amplituden sorgen als das gierig herbeigeschriebene Beben in der kommunalpolitischen Landschaft. Aber schön, dass wir mal drüber gesprochen haben.

 






8 Comments to Vermeintliches Beben war nur eine Blähung

  1. Beobachter sagt:

    Sorry aber leider kann ich bei diesen und solchen Themen immer nur und immer wieder den Kopf schütteln, und bleibe meistens sprachlos und unaufgeklärt zurück.
    Was soll eigentlich immer das Gerede mit Vergleich AfD – Hitler – Nationalismus usw.?
    Sobald irgendwo die drei Buschstaben AfD erscheinen oder ausgesprochen werden wird alles niedergemacht und in die rechte Ecke geschrieben, gerückt und was weis ich noch alles.
    Fakt ist doch: Warum gibt es die AfD? Warum haben Sie so großen Zuspruch? Warum wird sie fast überall gewählt? Darüber sollten sich mal alle Gedanken machen und auch unsere Schreiberlinge der Aufklärenden Zunft würde es gut zu Gesicht stehen wenn Sie mal den Fokus mehr auf diese ungeklärten Fragen richten.
    Denn es muss ja einen Grund geben warum die AfD so gut ankommt, dass ist doch die wirklich wichtigere Frage. Aber anscheinend haben alle soviel Schiss vor der Wahrheit dass die Klärung dieser offenen Fragen keiner hören will.
    So ich haben fertig

  2. Bernd Hollwitz sagt:

    Auf jeden Fall hat es Bm J.R. Spiske große Aufmerksamkeit gebracht.
    Gestern in der LVZ , Seite 1 und heute auch noch riesengroßes Interview mit riesengroßem Foto auf der LVZ Landkreisseite.

    Die AfD Leute sind eben ganz unzweifelhaft undemokratische Schmuddelkinder und wehe Ihr koaliert mit denen, sagten die Parteizentralen von Links, Rechts, Mitte und von Oben und von Unten !

  3. Ulrich Naser sagt:

    Hier geht es nicht um Körberbefindlichkeiten oder gar Bauchentscheidungen. Vielmehr muss allen in diesem Fall übrige Zeit gewünscht werden, um das Regierungsprogramm der AfD Sachsen und die Leitlinien der Freien Wähler Sachsen zu lesen. Ist dann wirklich der Kopf bei der Sache, dann wird die Unvereinbarkeit der beiden Parteien festzustellen sein. Also, gute intellektuelle Verdauung!

    • Biker sagt:

      Ah ja, die Programme der Linken und der Grünen sind aber problemlos kompatibel zum CDU/CSU-Programm? Bitte vor Inbetriebnahme der Tastatur nachdenken, könnte helfen!

  4. Biker sagt:

    Ich verstehe die Aufregung nicht, wenn zwei demokratisch gewählte Parteien (respektive ihre Vertreter) mit einander sprechen und Möglichkeiten einer Zusammenarbeit ausloten. Dies wird in einem extrem großen Ausmaß ja von den ebenfalls demokratisch gewählten anderen Parteien ebenfalls praktiziert. Teilweise bis zur Selbstverleugnung (siehe Kommunalwahlen in Görlitz). Aber, wenn zwei dasgleiche tun, ist das halt aus der Sicht der Altparteienklientel noch immer nicht dasselbe! Was also soll diese hektischen verbalen Aktivitäten. Der Austritt eines Herrn Spiske aus den FWM ist aus meiner Sicht am besten so zu kommentieren: „Was schert es die deutsche Eiche, wenn sich ein Wildschwein dran reibt!“

    • Marc Ranstetter sagt:

      Es ist davon auszugehen, dass viele Deutsche das zu Beginn der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts im Bezug auf den aufstrebenden Herrn Hitler auch gedacht haben. Was draus geworden ist hat verhindert, dass Deutschland und die Welt heute viel weiter sind, weil nach 45 Neuaufbau betrieben werden musste. Man hüte sich deshalb vor deutschen Eichen, die die Reibung eines Wildschweines an ihnen ignoriert – genauso vor selbsternannten Patrioten.

  5. Marc Ranstetter sagt:

    Nun ja, es ist ganz sicher nicht verboten, mit allen Gewählten zu reden. Es ist aber auch nicht verboten, in aller Öffentlichkeit runzufurzen. Man tut es trotzdem nicht. Allein schon wegen des Anstandes der Allgemeinheit gegenüber. Insofern ist es auch nicht zwingend erforderlich, einen Furz oder eine Blähung in Markranstädt zu kommentieren.

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