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Die gewonnene Schlacht am Tag der Biene - Markranstädter Nachtschichten

Die gewonnene Schlacht am Tag der Biene

Die letzte Woche hat wieder mal gezeigt, dass das Markranstädter Bürgertum überwiegend aus Querdenkern besteht. Als nur 24 Stunden vor Beginn des weltweit begangenen Bienentages ein Mähtrupp durch Frankenheim zog, nutzten das die Einwohner zu einer machtvollen Demonstration der Kraft des Volkes. Und was soll man sagen? Die Aktion wurde auf halbem Wege abgebrochen. Also nicht die Demo, sondern die Mahd des Straßenrandes. Was’n Erfolg!

Da möchte man nicht in der Haut des WSM-Teams gesteckt haben. Die mögen die Kürzungen von Blühstreifen auf Bodenhöhe zwar auch kritisch sehen und zeigten sich einsichtig, aber immerhin hatten sie einen Arbeitsauftrag.

Am Ende war es Ortsvorsteher Jens Schwertfeger, der – von den seismografischen Erschütterungen des Whatsapp-Tumults alarmiert – vor Ort aufschlug und die Mäharbeiter von der bedingungslosen Kapitulation überzeugte.

Blütensäuberung

Da war zwar schon die Hälfte der Blüten für die ihren Ehrentag feiernden Bienen geschreddert, aber die andere Hälfte könnte zum Aufbau eines Gen-Pools für kommende blühende Landschaften genutzt werden.

An dieser Stelle wurde die ethnische Blütensäuberung in der Priesteblicher Straße nach massiven Bürgerprotesten abgebrochen.

An dieser Stelle wurde die ethnische Blütensäuberung in der Priesteblicher Straße nach massiven Bürgerprotesten abgebrochen.

Es war ein diplomatischer Akt, so viel ist klar. Auf der einen Seite die Mäharbeiter, die nur einen Arbeitsauftrag erfüllen, auf der anderen Seite die Anrainer, deren Freude über die drohende Blütenpracht immer nur so lange währt, bis die Ortschaften für das Pfingstfest ertüchtigt werden.

 

Grüner Psychopathenrasen so weit das Auge reicht, bunte Punkte nur in der Kernstadt, in der Verkehrsinseln für sechs Mille blütentechnisch aufgeforstet werden. Irgendwas stimmt da nicht mit der Natur, die weder in geschlossenen Viererreihen antreten noch im Gleichschritt nach dem vom Menschen exakt berechneten Takt marschieren will.

Eine Straße - zwei Ansichten. Rechts der Zustand am 17. Mai kurz vor der Blüte, links zwei Tage später nach dem Mäheinsatz.

Eine Straße – zwei Ansichten. Rechts der Zustand am 17. Mai kurz vor der Blüte, links zwei Tage später nach dem Mäheinsatz.

Dabei hatte alles mal so gut angefangen. Die Ortschaftsräte sollten der Verwaltung Vorschläge unterbreiten, wie man die Dörfer möglichst sparsam und naturnah kultivieren kann. Die Vorschläge kamen auch, aber am Ende wurde vom Stadtrat wieder nur ein Abklatsch der bisherigen Lösung beschlossen. Will heißen: Mähen bis der Sensenmann kommt.

Politik ändert sich, Ansichten ändern sich“, meint jedenfalls Schwertfeger und nimmt für sich in Anspruch: „In der Hinsicht wird auch ein CDU-Mann grün.“ Der Ortsvorsteher richtet einen ausdrücklichen Dank an die Mitarbeiter der WSM und will den Fall jetzt auf höchster Ebene klären, damit die nicht noch einen Anschiss wegen Arbeitsverweigerung bekommen.

 

Schwertfeger will sein Dorf jetzt als Modellprojekt für Markranstädt etablieren. „Wir können das nicht im Hau-Ruck-Verfahren der ganzen Stadt überstülpen“, meint er und will in seinem nördlichen Polarkreis eine Art Testlauf initiieren. „Es geht ja auch um Arbeitsplätze und um die erforderliche Technik. Wenn man seltener mäht, wird das Gras länger und man braucht andere Geräte“, ist Schwertfeger überzeugt.

Deshalb hat er sich auf die Agenda geschrieben: „Wir sollten hier bei uns, außerhalb des Ortskerns, einfach mal damit anfangen, die Natur blühen zu lassen“, schlägt er vor. „Dann schauen wir mal, wie das von der Bevölkerung angenommen wird, wie sich die Kosten entwickeln und wie sich das Gesamtbild verändert.“

Mit so einem Anblick bedankt sich die Natur, wenn man sie einfach mal in Ruhe lässt.

Mit so einem Anblick bedankt sich die Natur, wenn man sie einfach mal in Ruhe lässt.

Was will man sagen? Da hat der Internationale Tag der Biene am Ende also doch was gebracht. Ein nachhaltiger Anstoß zum Umdenken, vielleicht sogar eine Initialzündung. So lange es noch Insekten gibt. Als Alternative könnten die Mäher sonst schon mal auf Zahnbürsten umschulen, um die in Reih‘ und Glied angepflanzten Tomaten, Apfelbäume und ähnliche Gewächse zu bestäuben. Die Chinesen sind da schon ein Stück weiter…

 

 

9 Kommentare

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    • Naturfreund auf 29. Mai 2021 bei 22:58
    • Antworten

    Es ist schon erstaunlich welche Spuren Greta in Frankenheim hinterlassen hat. Noch vor 2 Jahren haben es die Chefs vom Heimatverein und Ortschftsrat zum Mühlentag nicht versäumt der Grünflächentruppe der Stadt zu danken. Pünktlich zum Fest war alles ordentlich gemäht und geschnitten. Diese Gründlichkeit ist nun nicht mehr gewünscht. Es ist sehr klug, von Zeit zu Zeit Gewohntes zu hinterfragen. Ich würde mir allerdings wünschen, nicht von einem Extrem ins andere zu verfallen. Etwas differenzierter bitte. Eine komplette Änderung der Herangehensweise über die ganze Ortslage lässt die Frage offen, wer den gewaltigen Mehraufwand bezahlen und leisten soll. Schade, dass die von Frankenheim vorgeschlagenen Gespräche mit der Stadt zur Vorbereitung der neuen Saison nicht stattgefunden haben. Jetzt haben wir den dicken Salat 😉

  1. Hier geht es auch um mehr als den Schutz der Bienen. Hier werden knappe Haushaltmittel freiwillig und großzügig ausgegeben. So eine Art „ABM“ (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme). Aber Markranstädt hats ja. Während andere Städte das Grün entlang der Straßen und Wege (Verkehrsgrün) nur dann Mähen wenn es wirklich notwendig ist, wird es bei uns fast zehnmal im Jahr rasiert. Und dann machen wir uns Gedanken, wie wir z.B. die Unterhaltung des Aufzuges am Bahnhof finanzieren könnten.

    Wenn es auch nicht ganz hier her gehört mache ich mal einen Vorschlag.

     Das Mähen des Verkehrsgrüns wird mindestens um die Hälfte reduziert.
     Die zweimal jährlich stattfindende Straßenreinigung durch die Stadt und der damit verbundene Wanderzirkus einer Vielzahl von Halteverbots-Schildern wird eingestellt.
    Diese Reinigung ist überhaupt nicht erforderlich, weil ohnehin jeder Grundstückseigentümer verpflichtet ist, vor seinem Grundstück die Straße jedes (!) Wochenende zu kehren (Ortsrecht). Warum also montags Grundreinigung machen, wenn der Eigentümer freitags gekehrt hat. Alle Mieter zahlen über die Nebenkosten für die Straßenreinigung ihres Hausmeisters. Warum also nochmal Steuermittel zusätzlich aufwenden.
     Kämen einige Grundstücksbesitzer ihren wöchentlichen Reinigungspflichten nicht nach könnten ja die Ordnungshüter von denen Ordnungsgelder eintreiben und somit zusätzliche Einnahmen generieren. Beim Falschparken geht’s doch auch.

    Ich denke so könnten einige Tausend Euro freigesetzt werden. Weit über die Hälfte der Aufzugsunterhaltung am Bahnhof wäre gesichert. Es loht sich darüber nachzudenken, ehe man an anderen Stellen Sparzwänge ausübt.

    • Doppelrömer auf 25. Mai 2021 bei 15:40
    • Antworten

    Als Bürgermeister Schwertfeger wäre das schnittige Messer wohl erst gar nicht ins „Blühgrün“ gefahren. Der hätte sich um M. gekümmert statt den nächsten Schreiberling und Kamera ausfindig zu machen … Und Richtig: Stadtratbeschlüsse wären längst umgesetzt. Wie unterschiedlich Frankenheimer doch sein können.

    1. Tja er hatte es ja in der Hand, aber offensichtlich nicht in der Hose.

  2. Unbedingt den Link „Zahnbürsten“ öffnen! Da gibt´s jede Menge Interessantes über Bienen, deren Wichtigkeit, Futtervorlieben, usw. , was man bei dieser Überschrift gar nicht erwartet. Danke dem, der das alles so kompakt für uns aufbereitet hat u. dem, der den blühenden Randstreifen gerettet hat ebenso.

  3. Eine tolle Reaktion der Frankenheimer Naturschützer nach dem Anschlag auf den Lebensmittelmarkt der letzten einheimischen Insekten.
    Sehr passend auch der Zeitpunkt, am 20. Mai der Bienenwelttag und am 22. Mai der Tag der Biologischen Vielfalt.
    Gut zu wissen, dass es bald in Frankenheim einen Versuchsortsteil für mehr Blühflächen geben wird. Die Insekten würden sagen: „Der Versuch darf nicht scheitern, sonst geht es uns allen an den Kragen, auch den Menschen.“
    In Göhrenz und Kulkwitz gibt es auf Initiative der Bürger und des Ortschaftsrates schon Blühflächen. Auch der Generationshof in Lindennaundorf hat schon lange ausgesät und der Landwirt Herr Freygang konnte so seine Erfahrungen mit seiner Blühwiese bei Miltitz machen.
    Gut, dass einige Bürger schon umdenken und mit machen.
    Zwischendurch auf dem Weg mal die Insekten fragen: „Werdet ihr jetzt satt und sind vermisste Arten zurück gekehrt?“

  4. Stadtimkerei Markranstädt- ein Alleinstellungsmerkmal der Zukunft. Mit Wiedererkennungwert! Der „Bürgerhaushalt gibt’s ja her. Da kreiselt bestimmt so manche Biene im Kreisverkehr und sonstigem Blühgrün im öffentlichen Lebensbereich. Wie wär`s auch mit „Blühinseln“ statt nicht aufgestellter Bänke-und Tischstreitereien? Wer’s schön haben will vor’m Geschäftshaus kann auch Kippen stechen und Papier auflesen sollten die Bienlein vermüllen. Allen voran als leuchtendes Vorbild- und schon ist ein(e) zweite(r) Stadadtr(ä)at(in) Stadtrats-Beschlusskonform. Naja- träumen ist eben schööön…

    • Dorfschulmeister auf 25. Mai 2021 bei 6:36
    • Antworten

    Man muss nicht grün sein, um grün zu denken. Manchmal genügt gesunder Menschenverstand und E…
    Dazu gibt es auch ein schönes Zitat unseres sehr robusten Nationaltorwarts, Oli Kahn.

  5. Ein Ortsvorsteher mit Sachkenntnis und Courage … fast hätte ich geschrieben mit E… in der Hose! Von diesem Schlag müsste es noch mehr geben.
    Chapeau!

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