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Erdbeben in Markranstädt: Der Tag danach

Gestern früh, 8:38 Uhr. Der Markranstädter Landwirt Peter W. (46) lag in seinem Bett. Wie immer so kurz vor dem Aufstehen, wollte er sich an der Körperstelle kratzen, an der sich alle Männer kurz vor dem Aufstehen kratzen. Peter W. hatte das Organ gerade in der Hand, als das Unfassbare geschah: „Plötzlich begann alles zu wackeln. Haus, Schrankwand, Bett – einfach alles. Meine Hand wahrscheinlich auch, denn …“ Bauer Peter zeigt schockiert auf die Bettdecke. Selbst in diesem tragischen Moment weiß er noch nicht, dass Markranstädt vom stärksten Erdbeben seit 100 Jahren heimgesucht wurde.

Schon wenige Sekunden nach diesem Ereignis überschlugen sich die Meldungen in den sozialen Netzwerken. Leider reichte die Magnitude von 3,3 bis bestenfalls 3,6 nicht aus, um mit den ganz großen Beben auf unserer Erde mithalten zu können und so gab es die dramatischsten Beschreibungen von zitternder Marmelade auf dem Löffel bis zu einem seltsamen Brummen im Schubfach des Nachtschränkchens. Eine wirkliche Katastrophe liest sich anders. Aber was nicht ist, kann man ja herbeischreiben.

Da wir nur ein Kohlekraftwerk vor der Haustür haben, der Cospudener See sogar bei Stärke 12 auf der Richterskala keinen Tsunami erzeugen kann und keine Wahl ansteht, gibt es auch nichts, was man zur Unterstützung eines Horrorszenarios pressewirksam abgeschaltet könnte.

Markranstädt x Fukushima = Horror

Da blieb selbst der regionalen Tageszeitung nichts weiter übrig, als das Titelbild vom Epizentrum des mitteldeutschen Bebens bei Halle mit einem Link zur Fukushima-Katastrophe von 2011 zu versehen.

Nun ja, Halle und der explodierte Reaktor 3 von Fukushima – so groß ist der visuelle Unterschied nun auch nicht. Wenigstens ein bisschen Gänsehaut-Feeling muss ja kommen, wenn wir schon mal ein Erdbeben haben.

Live aus der Katastrophenstadt

Gut, also machen wir mit! Hier der Bericht unseres Reporter-Teams, dass sich unter Einsatz seines Lebens in die Hölle von Markranstädt wagte.

Die Aufräumarbeiten in der Leipziger Straße haben bereits begonnen.

Die Aufräumarbeiten in der Leipziger Straße haben bereits begonnen.

wasserturmUnmittelbar nach dem Beben zeigte sich in Markranstädt ein Bild der Verwüstung. Die Leipziger Straße sieht wieder aus wie vor einem Jahr, vom alten Kaufhaus stehen nicht einmal mehr die Grundmauern, der Wasserturm hat eine Neigung von 37 Grad Celsius, steht aber damit wenigstens kurz vor der Aufnahme ins UNESCO-Weltkulturerbe.

Wirtschaft liegt am Boden

Noch schlimmer hat es die Industrieanlagen in den Gewerbegebieten der Stadt erwischt. Die gesamte Infrastruktur bietet ein Bild katastrophaler Verwüstung. In der Nordstraße, wo sich einst das ORSTA-Imperium ausdehnte, stehen praktisch nur noch Ruinen. Der Weg zurück in die Innenstadt führt durch die Apokalypse.

Von dieser Litfaßsäule an der Promenade / Ecke Parkstraße sind sogar die Plakate abgefallen.

Von dieser Litfaßsäule an der Promenade / Ecke Parkstraße sind sogar die Plakate abgefallen.

Das Gymnasium musste evakuiert werden, nachdem der Versuch, einen Kernreaktor im Physik-Kabinett in den kalten Zustand herunterzufahren, fehlschlug und zwei Barrel Hefeweizen in den Kühlkreislauf gelangt waren. Die Sprecherin der Stadt versicherte derweil in einem Interview mit dem Bürgermeister, dass alles getan werde, um den Überlebenden der Katastrophe zu helfen.

Der Plan, das Sportcenter als Notunterkunft herzurichten, musste aufgegeben werden, nachdem dort durch aufschlagendes Magma bedingte Schäden an den Lichtbändern auf dem Dach festgestellt wurden. Dieses drohe nun, dem nächsten Regen nicht standhalten zu können.

Daraufhin erklärten sich der Holzwurm, der Filmriss und der Ast bereit, die Opfer aufzunehmen und zu versorgen. Kaum ausgesprochen, trafen aus Krostitz, Reudnitz und Kulmbach erste Hilfslieferungen ein. Ein Konvoi mit Hilfsgütern aus Oettingen und Sternburg konnte bereits bei Quesitz abgefangen werden und wurde von der Markranstädter Feuerwehr mit der Bemerkung zurückgeschickt, dass es so schlimm nun auch wieder nicht sei.

Der Schlussstein dieses Fensterbogens in der Nordstraße hält das gesamte Bauwerk. or kurzem noch produzierte hier ein leistungsfähiger Industriebetrieb.

Der Schlussstein dieses Fensterbogens in der Nordstraße hält das gesamte Bauwerk. Vor kurzem noch produzierte hier ein leistungsfähiger Industriebetrieb.

Die Ärzte sind rund um die Uhr beschäftigt. Ihnen fehlt es an Medikamenten. Vor allem der Nachschub an Chrystal, Koks und Speed ist unterbrochen. Korn-Plasma und Hopfenlösungen werden ebenfalls knapp. Aus der Grundschule werden im Minutentakt neue Teenager eingeliefert, deren Handy-Akkus völlig runter sind. Manche liegen schon im Koma, andere zucken wild.

Verzweifelte Eltern suchen eine Möglichkeit, die lebenswichtigen Smartphones ihrer Kinder aufladen zu können und richten dramatische Appelle an die internationale Staatengemeinschaft. Tag 1 nach dem großen Erdbeben von Markranstädt.






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