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Hasel- und Genüsse unterm Tannenbaum

Weihnachten und Satire: Passt das zusammen? Klar, wenn der Weihnachtsmarkt in einer Stadt zelebriert wird, in dem die Narren regieren, dann passt das schon. Ohne Zutun der Karnevalisten, so scheint es, geht’s auch zur Adventszeit in Lallendorf kaum. Und so bildeten die Närrinnen und Narren – freilich neben Kita- und Schulkindern, Vereinen und professionellen Schaustellern – auch beim diesjährigen Weihnachtsmarkt drei tragende Säulen: Micha Unverricht und Thomas Koch als Conferenciers, der MCC und der Kultur- und Faschingsverein Seebenisch auf der Bühne.

Beate Lehmann, 1. Beigeordnete im Rathaus, erinnert sich noch gut an den ersten Weihnachtsmarkt vor acht Jahren. „Da standen die Leute erst mal draußen um den Marktplatz herum und haben vorsichtig geschaut, was da abgehen könnte.“ Aber so Stück für Stück – also Jahr für Jahr – wurde die junge Tradition selbstverständlicher angenommen.

Und diesmal, zum inzwischen 8. Markranstädter Weihnachtsmarkt, sammelten sich schon eine halbe Stunde vor der Eröffnung ganze Heerscharen unter der sorgsam zusammengeklöppelten Doppelspitze auf dem Marktplatz. Als es dann richtig losging, sah man vor lauter Füßen kaum noch die Pflastersteine. Wo Glühwein ausgeschenkt wurde, konnte man durchaus die Erkenntnis gewinnen, dass in den Bechern Begrüßungsgeld versteckt war. Die Schlangen bildeten Labyrinthe.

Generalprobe mit Glühwein

Bürgermeister Jens Spiske hatte im Rahmen der Eröffnung die Gelegenheit, einen Tag vor seinem 50. Geburtstag (nachträglich alles Gute!!!) eine Generalprobe zu seiner Festrede am folgenden Tag abzuliefern. Es war ein guter Jahrgang, der 64-er, auch wenn die friesischen Trauben in den nördlicher gelegenen Anbaugebieten gewöhnlich über eine etwas herbere Note verfügen, als es der Durchschnitt mitteldeutscher Kehlen gewöhnt ist. Aber mit Cardamom, Zimt und einem Schuss Orange versehen, hat der Rathaus-Glühwein die Seelen überzeugt.

Ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel als das Stadtoberhaupt hatte der Weihnachtsmann. Der beschenkte nicht nur die Kinder, die auf der Bühne mit großen Augen ihre lange einstudierten Programme boten, sondern mischte sich auch unters Volk. Auch eine Form der Klarstellung, dass er es mit Transparenz und Bürgernähe ernst meint.

Was heute von verkaufsfreudigen Seminar-Managern als „Team-Finding“ propagiert wird und nicht selten mit einem gemeinsamen Besuch auf der Toilette („Tschacka – Du schaffst es!“) endet, konnte man hier ganz natürlich und ungezwungen erleben. Kollegen, Bekannte und Nachbarn machten sich gemeinsam auf den Weg zum Marktplatz. Ohne Befehl vom Chef, Anweisung von Mutti oder Gruppenzwang aus der Clique. Und auch so manche sympathische neue Bekanntschaft entstand am Fuße der Fichte aus Großlehna.

edeka

Wer 364 Tage im Jahr freundlich und nett zu anderen Menschen ist, darf sich an einem Tag wie diesem auch mal darüber freuen und die Stimmung genießen. Das sympathische Edeka-Team beim privaten Betriebsausflug auf dem Markranstädter Weihnachtsmarkt.

Beifall für den Rathaus-Walzer

Das positive Fazit galt auch für das Programm auf der Bühne. Hier kamen vom Auftakt bis zum letzten Akkord alle Besucher auf ihre Kosten. Selbst als ein Gesangs-Duo am Ende „Atemlos“ interpretierte, gab es keinerlei Gewaltszenen unter der Weihnachts-Fichte. Und als dann nach Karel Svobodas Titelmelodie aus „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ die Emotionen überschwappten, wurde direkt vor der Rathaustür sogar getanzt!

walzer

Da wurden alle Herzen weich und es gab Beifall: Spontaner Walzer vor der Rathaustür.

Das muss man sich mal vorstellen: Walzer vor der Rathaustür! Das ist ungefähr so, als würde Uli Hoeneß zu Weihnachten lieber in Festungshaft auf Landsberg bleiben, als zu Hause mit Frau und Hund „Süßer die Glocken nie klingen“ trällern zu müssen. Egal wie: Das Paar da oben auf dem Podest hat mit viel Gefühl und sauberer Schrittfolge im 3/4-Takt die Herzen des Publikums unten auf dem Marktplatz im Sturm erobert. Es gab spontanen Beifall!

Neues Jahr – neue Zeit

Es war ein wirklich schöner Abend auf dem Marktplatz. Und als Micha Unverricht und Thomas Koch vom MCC nach den Auftritten der Tanzgarden des Kultur- und Faschingsvereins Seebenisch diese mit wirklich warmen Worten verabschiedeten, gingen auch die Dörfler mit der Zuversicht nach Hause, dass bald nicht nur ein neues Jahr, sondern auch eine neue Zeit anbricht.

Besuch aus Fukushima

Ach ja: Zum Glück kam auch ein Affe zum Weihnachtsmarkt. Der Mann (oder die Frau?) im King-Kong-Kostüm hatte zumindest dafür gesorgt, dass die Veranstaltung sogar in den Medien berücksichtigt wurde. Findige Experten wollten das als PR-Gag der neuen Sprecherin in die Schuhe schieben. Na und? Einen Weihnachtsmann hat doch jeder …

 






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