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Sprachlos in Markranstädt…

Diese Meldung hat gesessen! Die lokale Tageszeitung informiert heute in ihrem Aufmacher, dass jeder dritte Erstklässler in Sachsen nicht mal richtig sprechen kann. Auch Defizite in der Körperkoordination und motorische Störungen würden auffällig oft diagnostiziert, ebenso Fettleibigkeit. Aber wir haben an der hier herangezogenen Studie und deren Ergebnissen so unsere Zweifel. Wer sind die eigentlich, die sowas untersuchen? Staatlich subventionierte Geronten vielleicht, die noch im Gestern leben?

Die Welt hat sich verändert. Dass noch vor 40 Jahren drahtige Kids, die mitunter sogar schon rechnen konnten, vorm Schularzt standen, hatte ganz schlimme Ursachen. Ursachen, die wir im Herbst 1989 auf dem Gang über den Leipziger Ring in aller Deutlichkeit abgewählt haben.

Ohne gesunden Joghurt mit mindestens 17 Prozent Zucker und 70 Prozent Fett kann man eben nicht dick werden. Und wenn man dann noch den ganzen Tag auf Jagd nach Bananen ist, die in der Region längst ausgestorben waren, nimmt man nicht nur weiter ab, sondern stählt auch noch Muskeln und Geist. Darum und nur darum waren wir im Medaillenspiegel bei Olympischen Spielen immer ganz oben mit dabei.

Die Generation der Jopupokis

Das haben wir hinter uns. Zum Glück! Wir haben ein neues Leben gewählt und jetzt beschwert man sich über die Konsequenzen. Das ist doppelzüngig. Das Entsetzen über die Situation ist außerdem gar keins. Eine ganze Industrie, bestehend aus Nahrungsmittelkonzernen, Diabetologen, Logopäden und der Pharma-Wirtschaft lebt von diesen kleinen Jopupokis, wie die neue Generation der Joghurt-Pudding-Pommes-Kinder in der Fachsprache bezeichnet wird.

Ein Jopupoki bei der Untersuchung zur Einschulung.

Okay, die Kids in unserer Zeit können nicht mehr sprechen und sich auch nicht mehr koordiniert bewegen. Aber warum sollten sie das auch müssen? Das sind längst überholte Ansichten aus einer Zeit, als die untersuchenden Ärzte selber noch Kinder waren. Schauen wir also mal genauer hin.

Wollte ein pubertierender Junge vor 40 Jahren wissen, wie man richtig onaniert, hat er in Vaters Bücherregal nach dem Lexikon gegriffen und unter dem Buchstaben W nachgeschlagen.

Dazu war es nicht nur vorteilhaft zu wissen, wie so ein W aussieht, sondern auch, dass es im Alphabet nach dem V und vor dem X kommt. Die nächste Generation brauchte sich das Alphabet schon gar nicht mehr zu merken, nur noch das Aussehen der Buchstaben. Einfach den Begriff bei Wikipedia eintippen und fertig.

Danach brauchte man Buchstaben gar nicht mehr. Es reichte, wenn man die zwei Worte „Okay Google:… “ gefolgt vom Suchbegriff halbwegs fehlerfrei ins Handy krähte. Die Antwort bekam man sogar vorgelesen. Das kriegen schon Dreijährige hin. Mehr noch: Sie haben als Teil der Bedarfsgemeinschaft sogar Anspruch auf die technischen Voraussetzungen! Heute ist selbst das überholt. Wenn man der Werbung glaubt, sagt Alexa nicht nur wie’s geht, sondern machts auch noch. Seither muss man nicht mal mehr Motorik haben.

Erster gemeinsamer Schulausflug einer Klasse ABC-Schützen.

Thema Motorik: Was haben wir früher gelitten, als wir mit unseren kleinen Fingern mittels eines an Türgriff oder Stuhllehne angebrachten Bindfadens die Schleife üben mussten. Heute wissen wir, dass man davon im Alter Arthrose in den Gelenken bekommt. Sollten wir uns nicht lieber darüber freuen, dass der heutigen Klettverschluss-Generation sowas erspart bleibt?

Und überhaupt: Haben Sie sich mal die Schuhe angesehen, in denen die Kids und Teens heute rumlaufen? In solchen synthetischen Mammut-Überzügen kann man ja gar nicht anders gehen, als hätte man motorische Probleme. Auch das hat Vorteile. Mit einer so geschulten Wirbelsäule und den Schweißbemmen, die man da kriegen MUSS, wird man später mal garantiert ausgemustert. „Üsch bin T4, du Opfer. Üsch hier, du Afghanistan, väschdeesdu?“

Erinnern Sie sich noch an die alte Lernuhr? Was haben wir gepaukt, bis wir wussten, wo die Zeiger bei zehn nach halb vier stehen müssen. Oder wars doch fünf vor dreiviertel? Eine analoge Uhr … was wollen wir den Kids im digitalen Zeitalter noch alles antun?

Tja – und dann noch die Sache mit dem nicht richtig sprechen können. Dieser Unfug ist zumindest für den Ossi auf den ersten Blick zu durchschauen.

Nüscht im Nischel aber rumlabern

So ein Amtsarzt wurde, wie alles besserverdienende Personal, per Buschzulage aus den gebrauchten Bundesländern eingeflogen. Die wissen doch gar nicht, was Sprache ist!

Da fordert dann ein bajuwarischer Quacksalber so eine kleine, unschuldige Zwecke auf, sie soll mal das Wort Marienkäfer sagen und kann mit der Antwort Modschegiebchen nichts anderes anfangen, als das Kind noch ein Jahr zurückzustellen. Oder zwei.

Mama hat auch so einen Assisticker. Also ab jetzt in die Schule!

Statt mal zu fragen, was das auf den Oberarm des ABC-Schützen tätowierte „Fuck!“ bedeutet. Das wissen die Kids nämlich, aber danach fragt ja so ein Arzt nicht, in dessen Kindheit noch Dinosaurier im Vorgarten gegrast haben.

Nö, man muss nicht alles glauben, was in den ebenso einschlägigen wie neutralen Studien alles so steht. Unsere Kids sind gerüstet für die Zukunft, und zwar bestens!

Adipositas … lächerlich! Heißt es nicht in einer dieser analogen Weisheiten unserer Großeltern „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.“?

Also bitte …

 






2 Comments to Sprachlos in Markranstädt…

  1. Bernd sagt:

    Was mir bei solchen Meldungen immer wieder den Blutdruck nach oben treibt: Ist unsere Obrigkeit wirklich so naiv oder tut sie nur so? Kommentieren möchte ich weder das eine noch das andere….Ihr habt jedenfalls den Finger in der Wunde, weiter so!

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