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U wie unten: Urologie für Laien

Post von höchster Stelle: Die Deutsche Gesellschaft für Urologie hat kürzlich einen gut dotierten „Medienpreis Urologie 2015“ ausgeschrieben. Gesucht wird die journalistische Arbeit, die ein urologisch relevantes Thema am besten transportiert, um eine möglichst breite Öffentlichkeit laienverständlich zu erreichen und auf der Basis seriöser Informationen aufzuklären. Und es ist egal, ob der Beitrag in einem Druckerzeugnis, Online, im Radio oder TV veröffentlicht wurde. Online! Das steht wirklich so da. Na dann wollen wir uns mal das Preisgeld, immerhin 2.500 Euronen, abholen. Hier Teil 1 unseres Bewerbungsschreibens:

Um das Tätigkeitsprofil eines Urologen oder einer Urologin ranken sich viele Gerüchte. Zum Beispiel, dass der Urologe der Doktor sei, zu dem der Mann gehen muss, falls er zum Gynäkologen müsste, wenn er eine Frau wäre. Das stimmt aber nicht. Jedenfalls nicht ganz. Wenigstens stimmt aber die Angabe des Stockwerks, in das sich der Schamane mit seinen Gerätschaften begeben muss, um seiner Kernkompetenz als Urologe Geltung zu verschaffen.

Dass so viele Gerüchte über diesen Berufsstand in Umlauf sind, mag daran liegen, dass es vergleichsweise wenig Urologen gibt. Und noch weniger, oder besser gesagt gar keine, in Markranstädt. Widmen wir uns also zunächst der Begriffserklärung.

Die Schulmedizin unserer Zeit agiert in einem weltweit verzweigten Netz unterschiedlicher Disziplinen. Um das Wissen, vor allem aber auch das Nichtwissen, streng zu hüten, kommunizieren die Mediziner lateinisch und haben sich zu einem Geheimbund ähnlich dem der Freimaurer zusammengeschlossen. Und genau wie die Freimaurer, so haben auch die Ärzte ihre eigenen Logen. Da gibt es beispielsweise Proktologen, Gastroenterologen, Gerontologen, Neurologen, Dermatologen oder Psychologen und so weiter.

Lange Zeit galten die Gynäkologen sozusagen als die Aristokraten unter den Mitgliedern des medizinischen Geheimbundes, dessen Illuminati eine sich um den Äskulapstab windende Schlange verkörpert. Im Gegensatz zu den anderen Logen hatten die Gynäkologen freien Zugang zu den letzten Geheimnissen der Biologie.

Wie ein weit geöffnetes Buch liegt der Quell dieses Wissens auch heute noch täglich in mannigfaltiger Form vor ihnen. Das sorgt bisweilen nicht nur für Neid unter Kollegen anderer Disziplinen, sondern oft auch für die ersten präpubertären Berufswünsche wissensdurstiger Teenager, vornehmlich der männlichen. Nachwuchssorgen musste sich die Loge der Gynäkos also noch nie machen.

Das Ende des Genital-Kartells

Im Laufe der Jahre wurde das Unterleibsmonopol der Gynäkologen jedoch mehr und mehr aufgeweicht. Spätestens seit der legendären Stadtratssitzung im Spätherbst 2014 weiß selbst Markranstädts Bürgertum aus berufenem Munde, dass sich auch Allgemeinmediziner auf dem Gebiet der Höhlenforschung aktiv betätigen dürfen. Das gelte allerdings nur für jene Weißkittel, die in der DDR ausgebildet wurden und nicht für Bundeswehrärzte. Selbstredend, da diese sich vorzugsweise mit jenen Kreaturen zu beschäftigen haben, in denen das für militärische Auseinandersetzungen erforderliche Triebmittel Testosteron produziert wird. Damit hat die Natur vorzugs- und gleich beutelweise den Mann gesegnet.

Damit wären wir schon beim Gegenstück des Gynäkologen, dem … nein, nicht dem Urologen, sondern dem Andrologen. Eigentlich müsste man angesichts der geschlechtlichen Zusammensetzung unserer Gesellschaft denken, dass es davon mindestens ebenso viele geben müsste wie Gynäkologen.

Die Ornithologen helfen Vögeln und die Andrologen erforschen Andromeda

Doch weit gefehlt! Es gibt Landstriche in Deutschland, da weiß man noch nicht einmal, wie das Wort Androloge geschrieben wird und man vermutet dahinter eine spezialisierte Richtung der Astronomie, die sich ausschließlich mit Andromeda beschäftigt. Eher noch müsste man sich in diesen Regionen unserer Republik bei Problemen wie Wanderhoden einem Meteorologen oder Ornithologen anvertrauen, als darauf zu hoffen, einen Männerarzt zu finden. Ein seltsamer Umstand.

aeskulapDer gute alte Asklepios, einer der medizinischen Illuminati, wacht im Vatikan mit dem Geheimsymbol der medizinischen Logen, dem Äskulapstab.

Es gibt dafür wohl nur zwei Lösungsansätze. Erstens liegt die Lebenserwartung des Mannes weit unter der einer Frau und Aufgabe des Mannes ist es ohnehin, arbeiten zu gehen und nicht in Wartezimmern abzuhängen. Insofern wären die Kosten für die Ausbildung von Andrologen gesellschaftsökonomisch kontraproduktiv.

Zwischen Becken und Abfluss

Zweitens gilt auch für die nach wie vor männlich dominierte Szene der Mediziner freie Berufswahl. Selbstkritisch hinterfragt: Wofür würden Sie sich als Mann entscheiden, wenn Sie vor der Wahl stünden, den Rest Ihres Berufslebens entweder mit sinnlichen Emotionen verborgen geglaubter Reize zu verbringen oder mit der defekten Hydraulik von Standleitungen und tropfenden Wasserhähnen?

Na? Na? … Na also!

Wahrscheinlich sind aus diesem Grunde Andrologen zwischen Elbe und Rhein (ja, auch am Zschampert) so dünn gesät wie Schamhaar nach dem Klimakterium. Und wenn man(n) doch mal zufällig einen findet, kommt die Ernüchterung spätestens beim Besuch in der Praxis.

ASU für den Mann

Während die in farblich mediterranem Ambiente gehaltenen Wartezimmer der Frauenärzte mit gepolsterten Stühlen ausgestattet sind, Unterhaltungszeitschriften auf Glastischen ausliegen und psychedelische Musik Körper und Geist für den kommenden Gang nach Canossa vorbereitend entspannt, erinnert das Ambiente des Andrologen oftmals eher an die Auftragsannahme einer Autowerkstatt.

Gespräche gegen Impotenz

Mehr noch: Flimmern auf den Bildschirmen im Damen-Wartezimmer die glamourösen Gestalten von Prinz Andrew oder Carmen Nebel über die Wand, hängt im maskulinen Pendant bestenfalls ein Plakat mit einem lächelnden Grauhaarigen, das die Wartenden auf die nahenden Alterserscheinungen des Mannes vorbereiten soll. Er will sagen: Impotenz geht weg, wenn man mit dem Arzt drüber redet. Bei ihm jedenfalls habe es geholfen, ist seine Botschaft.

Das Grinsen des vermeintlich 80jährigen mit den überzeugend weiß blinkenden Original-Zähnen kann natürlich auch vom Gedanken an das Foto-Honorar kommen. Auch in der Medizin heiligt der Scheck manchmal die Mittel.

Kleiner Unterschied mit großer Wirkung

Abseits dieser Szenerie sind aber auch die eigentlichen Behandlungsräume miteinander nicht zu vergleichen. Bequeme, innovativ gestylte und ergonomisch an die Stromlinie der Frau angepasste Sitzmöbel im Zimmer des Gynäkologen mit stufenlos verstellbaren Ablagemöglichkeiten wahlweise für Füße oder Knie, gibt es beim Andrologen ebenso wenig wie spanische Wände, Entspannungsmusik oder Kabinen mit sauberen Einweg-Wickelröcken im Regal.

Während eine Frau im wahrsten Sinne des Wortes die Beine hochlegen kann, heißt es für den Mann: Wer im Stehen pinkelt, wird auch im Stehen untersucht! Aufs Polster fläzen kann sich der Macho schließlich nachher in seinem Auto während der Fahrt nach Hause.

Die Wiedergeburt der Urologie

Diese unausgereifte Situation bildet den idealen Nährboden für die weitere Entwicklung jener lange Zeit unterschätzten Zunft, um die es hier eigentlich geht: die Urologen.

Eine Parallelwelt, die nahezu unbemerkt im Schatten der Auseinandersetzung zwischen Gyno und Andro gedeihen konnte und nun selbstbewusst ihr Haupt gen Sonne streckt.

Der vor allem in Sachsen verbreitete Aberglaube, dass sich der „Ouchulooche“ um die Augen („de Ouchen“) kümmert, gehört wirklich ins Reich der Legenden. Eher käme für o wie oben ein Oraloge in Betracht (oral → oris, Mund), aber den gibt es nicht. Dafür jedoch u wie unten, den Urologen. (Teil 2 folgt)

 



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