+ + + Beamter aus Markranstädt sorgt mit sensationeller Idee weltweit für Aufsehen: Mann (36) entwickelt Programm zur kinderleichten Ernährungsumstellung im Home-Office – die Kekse stehen jetzt links vom Laptop + + +  

Die geheimnisvollen Zeichen und was sie bedeuten

Immer häufiger wird in letzter Zeit vor Zeichen gewarnt, die von Mitbürgern mit eigentumsfernem Überzeugungshintergrund an Zäune, Briefkästen oder Haustüren gemalt werden. Gaunerzinken nennen sich diese Hinweise, die in kriminalitätsrelevanten Bevölkerungskreisen Verwendung finden. Auch in Markranstädt nimmt deren Zahl zu. Doch was bedeuten diese Zinken eigentlich?

Das zu wissen ist wichtig! Auch Kinder malen schließlich gern und schon so mancher Vater soll nach der Entdeckung einer solchen Kritzelei am Garagentor nächtelang mit durchgeladener Flinte hinterm Wohnzimmerfenster auf die Einbrecher gewartet haben. Dabei bedeutete das naive Kunstwerk nichts weiter als „Kevin ist doof“.

gibtswasSchauen wir uns also die gängigsten Gaunerzinken mal in Ruhe an. Da wäre zum Beispiel nebenstehende Rune (zum Vergrößern einfach mal anklicken), die der Späher an die Wand malt, um den nachfolgenden Kumpanen mitzuteilen „Hier gibt es was zu holen“. Man könnte denken, dass dieses Zeichen vorwiegend an Sparkassenautomaten zu finden sein sollte, doch das ist ein Irrtum. Automaten werden sofort geknackt oder gesprengt, da wird nicht erst lange mit Kreide an der Hauswand rumgefackelt.

Die Kornkreise an der Hauswand

alleinDieser Zinken bedeutet „Alleinstehende Person“. Er ist selten zu finden, weil alleinstehende Personen ebenso wie vorgenannte Automaten gleich an Ort und Stelle betreut werden. Nur einmal soll ein solches Mal in Markranstädt gefunden worden sein. Das war am Tag nach einer Stadtratssitzung an der Türzarge zum Büro des Bürgermeisters. Es kann natürlich auch ein Klebememo aus dem Bauamt gewesen sein. Im Schummerlicht war das schwer zu erkennen und die Informationsquelle war sowieso eher fragwürdig.

HundHier haben wir das Zeichen für „Bissiger Hund!“ Das kommt in Markranstädt vor allem an der Westufer-Promenade und dort verständlicherweise geradezu inflationär vor. An jeder der bequemen Holzliegen ist dieser Gaunerzinken angebracht. Der Respekt vor den Kläffern und vor allem deren Haufen muss bei den dunklen Gestalten derart groß sein, dass sich noch niemand an den aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigten Sitz-Liege-Kombinationen vergriffen hat.

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Fast könnte man ob dieses Erfolges auf den Gedanken kommen, jede Eingangstür in Markranstädt nach Obi-Heimwerkermanier mit einer solchen Rune zu verzieren.

Aber spätestens dann, wenn die ersten Alternativen so einen Zinken aus Salzteig backen, werden sich die Gauner auf die Schenkel klopfen. „Hier leben, lieben und streiten sich die Freya, der Rezzo und der kleine Malte, während der Idefix den Sparstrumpf hinter dem Spiegel im Bad bewacht.“ Ob sie sich danach noch immer für die Gleichstellung engagieren und für die Forderung, Gaunerzinken auch in Blindenschrift anzubringen, auf die Straße gehen?

bbohneZuletzt noch ein ganz besonderer Gaunerzinken. Besonders ist er vor allem deshalb, weil er oft sogar farbig zu sehen ist und es ihn in vielen Variationen gibt. Der blaue Strich kann auch als rotes S erscheinen (dann oft mit einem Punkt drüber), als blau-gelbes V oder vielen anderen Ausführungen. So mannigfaltig die Gestaltung auch sein kann, so eindeutig ist die Aussage: „Finger weg, Komplizen!“

Jetzt kann man sich anhand dieser Informationen fragen, wer auf solche Gaunerzinken kommt, sie entwirft und unter die Leute bringt? In nachfolgendem Video wird ihnen, liebe Leserinnen und Leser, dieser Vorgang haarklein erklärt.

Es handelt sich um den Zinken der sieben weltweit führenden Gauner, die sich zu einem Syndikat mit dem Namen G7 zusammengeschlossen haben. Um ihre Untaten zu verschleiern, haben sie eine Agentur damit beauftragt, einen Gaunerzinken zu entwerfen. Sage und schreibe 80.000 Euro … nein, sorry … genau gesagt 79.964,43 Euro, hat die Kritzelei gekostet. Und wie sich das für ein richtiges Syndikat gehört, haben die sieben Ganuer das auch nicht selber bezahlt, sondern es unbescholtenen Bürgern aus der Tasche gestohlen.

pkwirtz

 






4 Comments to Die geheimnisvollen Zeichen und was sie bedeuten

  1. eine Leserin sagt:

    Ich muss heute mal ein dickes Lob zollen. Ihr seid in letzter Zeit näher am Leben dran als die Tageszeitung und die Themen sind wirklich gut ausgesucht und exquisit bearbeitet. Mit exquisit meine ich vor allem amüsant, wobei es hier auf die gelungene Kombination zwischen Satire und Realität ankommt.
    Heute habt Ihr allerdings einen wichtigen Aspekt vergessen. Das Gauner-Septett G7 war mal ein G8. Hat der Achte jetzt seine eigene Gang gegründet oder ist er zu den „Guten“ gewechselt? Das zu beleuchten wäre doch sicher mal eine dankbare Herausforderung. Ansonsten: Daumen hoch und weiter so!

    • MN-Guru sagt:

      Ihre Ausführungen, liebe Leserin, bestätigen uns auch in dem Ansinnen, einen gewissen Bildungsauftrag zu erfüllen. Es scheint Ihnen entgangen zu sein, warum Nummer 8 ausgestiegen ist und vor allem, warum er nicht mehr in das Syndikat zurückkehren darf. Die Bemühungen der NATO, den Konflikt durch einen Gebietsaustausch (Mecklenburg-Vorpommern gegen die Krim) friedlich zu lösen, ist gescheitert. Jetzt macht eben jeder seins. Das ist wie mit der Cosa Nostra und der Camorra.
      Danke für das Lob! Das freut uns nicht nur, sondern sagt uns auch, dass Sie nicht aus Markranstädt sind 😉

  2. Peter sagt:

    Wenn es nicht so ernst wäre?
    Könnte man darüber ja wirklich lachen, denn der Artikel ist wie immer sehr gut gemacht.
    Nur leider ist die Malerei auch Realität und es sollte jeder darauf hingewiesen werden mehr darauf zu achten, denn es ist leider kein Sommerloch für Gauner sondern im Gegenteil.

    • MN-Guru sagt:

      Seit wann ist Satire ernst 😉 ? Aber jetzt mal wirklich im Ernst: Es war ja der ernst gemeinte Hintergrund des Beitrages, dass es ernst ist. Nur sollte man auch die positiven Aspekte sehen. Diese Langfinger kommen nach althergebrachter Handwerkskunst wenigstens noch zu den Menschen vor Ort, um dort ihre Wertschöpfung vorzunehmen. Andere machen das gleich von ihren Büros aus mit Gebührenbescheiden, Kontensperrungen, Abmahnungen etc.

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