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Vierte Bürgerfragestunde bei Dr. Winter

Es gärt im Volke. Fragen über Fragen und keiner da, der Zeit für Antworten hat. In einer ehrenamtlichen Sonderschicht hat sich die Brigade „Claus Narr“ des VEB Markranstädter Nachtschichten für Sie, liebe Leserinnen und Leser, auf die Suche nach Antworten zu Ihren Fragen gemacht. Das Spektrum reichte vom aktuellen Amtsblatt über FairTrade bei heimischen Produkten bis hin zu Gefahrgut-Transporten mitten durch die Stadt. Hier das Ergebnis unseres Subotniks. (Namen und Handlungen sind frei erfunden, jede Ähnlichkeit mit fei lebenden MarkranstädterInnen ist demzufolge rein zufällig, aber manchmal leider nicht zu leugnen)

Schwerpunkt der Bürgerfragen im Monat Oktober war das Amtsblatt, das sich den Einband mit einem so genannten Stadtjournal teilt. Beginnen wollen wir aber mit der Frage einer bewusst lebenden Bürgerin, die auf ein Manko im Angebot der Nahrungsmittel hinweist.

Freya S. (23): Überall wird auf bewusste Ernährung hingewiesen, auf fair gehandelte Produkte und dass man, um die ansässige Wirtschaft zu stützen, auf einheimische Produkte zurückgreifen soll. In Markranstädt ist das leider nicht möglich. Als überzeugte Veganerin ist mein Hauptnahrungsmittel Reis. Aber nirgends ist in Markranstädt Reis aus heimischem Anbau zu bekommen. Sogar Bananen und andere Südfrüchte werden aus Schwellenländern importiert. Wann wird da endlich reagiert?

Liebe Freya, wir teilen Ihre Meinung. Es ist unerträglich, mit welchen Produkten wir hier im Osten abgespeist werden. Dennoch müssen wir die politisch Verantwortlichen in Schutz nehmen. Es gab in den letzten Jahren nämlich in der Tat so genannte Feldversuche zur Kultivierung des Reisanbaus auf dem Gebiet der Stadt Markranstädt. Dazu wurde in einem aufwändigen Verfahren der Grundwasserstrom umgeleitet und so eine Versuchsfläche in Gärnitz geflutet.

ssvkDamit wurde der Boden urbar. Leider hat dann das technische Equipment einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sowohl zum Pflügen als auch für andere Maßnahmen der Bodenbearbeitung benötigt man beim Reisanbau einen großen Fuhrpark leistungsfähiger Wasserbüffel. Hinzu kam, dass bei dem durch das Bauamt initiierten Versuch, Terrassen anzulegen, versehentlich ein Fußballplatz entstanden ist. Unser Vorschlag für Ihre vegane Ernährung: Essen Sie vor der Mahlzeit ein ordentliches Steak, dann haben Sie auch genügend Energie, danach einen heimischen Apfel zu schälen.

kulkwitz

Klares Versagen des Bauamtes: Nachdem beim Versuch, Terrassen anzulegen, versehentlich ein Sportplatz rausgekommen ist, gilt der Gärnitzer Feldversuch „Reis“ als gescheitert.

Horst P. (52): Man hört in letzter Zeit viel über die steigende Zahl von Gefahrguttransporten auf Deutschlands Straßen. Letztens kam es auf der A 9 in der Nähe von Markranstädt sogar zu einem Unfall mit radioaktiver Fracht. Ich mache mir Sorgen, weil viele LKW auch durch unser Stadtgebiet fahren. Ist die Skepsis berechtigt oder sehe ich Geister, die gar nicht da sind?

Sehr geehrter Herr P., es wird wohl letzteres sein. Das einzige Gefahrgut, das in Markranstädt ab und zu mal transportiert wird, sind Personalien aus dem Rathaus. Wesentlich gefährlicher ist der Sondermüll, der per Internet durch den Äther geschoben wird.

Cordula M. (33): Eine Frage zum jüngsten Amtsblatt. Ich habe darin mindestens drei Fotos gefunden, auf denen der Bürgermeister nicht zu sehen ist. Hat er die Kontrolle über die Öffentlichkeitsarbeit verloren?

Hallo Cordula, keine Angst, der Chef hat alles im Griff. Es ist nur so, dass so ein Job als Bürgermeister sehr anstrengend ist. Man jagt von einem Termin zum anderen, muss bei strömendem Regen Einweihungsbänder durchschneiden, bei klirrender Kälte Richtfesten beiwohnen, sich Nächte auf Stadtratssitzungen um die Ohren schlagen und dann auch noch im Becken schneller schwimmen als die Haifische. Das geht nicht nur auf seine Gesundheit, sondern auch auf die seiner Sprecherin, die ja immer einen Schritt hinter ihm ist und damit das gleiche Pensum hat. Da hat man Anspruch auf Urlaub, Genesung sowie Erholung und so kann es schon öfter mal vorkommen, dass beide zur gleichen Zeit nicht da sind. Da gibts dann auch keine Fotos.

Holger Z. (41): Wie alle Männer, koche ich sehr gern. Ich schaue mir auch alle Sendungen dazu im Fernsehen an und habe da schon viel gelernt. Im letzten Stadtjournal habe ich allerdings etwas gesehen, das mich an meinen Kenntnissen zweifeln lässt. Sagen Sie, ist möglicherweise eine Entwicklungsstufe der Evolution an mir vorübergegangen oder haben die Amerikaner die Gen-Technologie bereits so weit entwickelt, dass es Entenbraten jetzt schon in der Konditorei gibt?

sjscanEntewebDa konnte uns nicht einmal Google weiterhelfen. Nehmen Sie das Teil doch einfach mal auseinander und schauen Sie nach. Manchmal sieht man an den Innereien, was es ist. Also, vorsichtig vom Liebesknochen auslösen und das Frikassee im Notfall als Gulasch verarbeiten. Schmeckt immer.

Erich S. (68): Ich lese sowohl die Tagespresse als auch unser Amtsblatt sehr aufmerksam. In letzter Zeit sind mir da zahlreiche Experten aufgefallen, die alle den gleichen Namen tragen. Ist das Zufall?

expertewebLieber Erich, das ist bestimmt kein Zufall. Wir sind doch alle Experten, oder? Man kann sogar als Arzt Bürgermeister, als FDJ-lerin Bundeskanzlerin oder als Dachdecker Staatsratsvorsitzender werden. Ihre Frage ist übrigens sehr gutmenschlich. Danke, dass Sie nicht gefragt haben, warum all die Ärzte, Chirurgen oder Kardiologen, die gerade als lang ersehnte Fachkräfte zu uns kommen, meistens Khalil heißen.

Klara W. (68): Meine Enkelin kam neulich mit einem Ausschnitt aus dem letzten Amtsblatt zu mir und hat mich gefragt, worum es dabei gehen würde. Ich wusste es auch nicht. Darum lege ich den Ausschnitt mal bei. Vielleicht fällt Ihnen was dazu ein? Die einzige Idee, die ich hatte, habe ich sofort verworfen.

schläuchewebLiebe Klara, wahrscheinlich hatten wir den gleichen Gedanken. Auch wir haben ihn sofort verworfen.

Klaus H. (52): Gibts eigentlich was Neues von der Lindennaundorfer Schranke?

Man munkelt, dass noch im November vor Ort ein Mauthäuschen errichtet wird und ab 1. Januar im Rathaus Vignetten ausgegeben werden. Eine Monatsvignette kostet für Anlieger sieben und für den Rest der Welt zehn Ranstädter Mark. Eigentlich sollte toll collect ein elektronisches Erfassungssystem installieren, aber es hat sich bei der ganzen Vorgeschichte kein Versicherer gefunden, der bei dem Risiko eine Police ausstellt.

haeuschen

Soll demnächst gehoben und in Lindennaundorf als Mautstation wiederaufgebaut werden: Seebenischer Pumpenhaus.



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One Comment to Vierte Bürgerfragestunde bei Dr. Winter

  1. RobRoy sagt:

    Einfach nur Danke! Ich habe den Fehler gemacht, beim Lesen ein Bier zu trinken. Es kam mir aus der Nase. Ihr seid großartig!
    Robert

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