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Neue Einheit für Wasserstandsdoping: Der Kulkwitzer Meter!

Unsere Umwelt verändert sich täglich und wenn das langsam geschieht, bekommt man es mitunter gar nicht mit. Mama kriegt Falten. Oma wird kleiner. Nicht selten zeigen erst alte Fotoalben aus Kindertagen, wie sehr sich die Welt und wir uns verändert haben. Auch ein Blick ins Fotoalbum der Markranstädter Nachtschichten kann das Bewusstsein mitunter erweitern. Ein solcher Moment offenbarte gestern einen schier unglaublichen Einblick auf das, was der sinkende Wasserspiegel der Seebenischer Seenplatte allmählich frei gibt. Eine Verarsche par excellence. Sowas dürfen eigentlich nur Satiriker!

Zwanzig Zentimeter? Nie im Leben, kleiner Peter! Wie oft mögen kleinere Jungen oder ausgewachsene Männer schon am Pissoir gestanden und frustriert auf das geblickt haben, was sie da soeben aus dem Hosenstall gewürgt hatten?

Schon in frühester Jugend wird dem Männchen des homo sapiens somit bewusst, wie wichtig ein, zwei oder mehr Zentimeter für den inneren Frieden sein können.

Das geht aber scheinbar nicht nur Menschen so, sondern auch öffentlichen Institutionen. Während der Landkreis und die Stadt Markranstädt noch um 35 Zentimeter weniger beim Wasserstand der Seebenischer Seenplatte feilschen, sinkt letzterer trotz zahlreicher Regenfälle in den letzten Tagen unaufhörlich weiter. Und gibt den Blick frei auf einen Vorgang, der sicher noch für einige Aufregung sorgen wird.

„Die Kirch‘ ist nicht mehr so groß…“

Denn nicht nur der See schrumpft kontinuierlich, sondern mit ihm auch die Messlatte, die den Wasserstand anzeigen soll. Und das schon seit mindestens einem Jahr und in mindestens zwei Etappen!

eins

Am 16. Juli 2013 ragte die Messlatte noch über dem Türsturz hinaus bis fast unters Dach (rote Hilfslinie).

Befand sich das obere Ende der Messlatte am 16. Juli 2013 noch über der Höhe des Türsturzes am Pumpenhäuschen, war sie am 20. Juli 2015 bereits bis auf Höhe des oberen Scharniers hinab geschoben worden. Ein MN-Foto von jenem 20. Juli 2015 zeigt sogar noch die Spuren der vorherigen Anbringung.

Erektile Dysfunktion der Latte

Am 26. September 2016, also vor wenigen Tagen erst, reichte die Metermarke dann nur noch bis zum Riegel in der Mitte der Tür. Hat sich da jemand einen Scherz erlaubt oder will man das Sinken des Wasserspiegels auf mathematischem Weg verhindern?

Jedenfalls sind spätestens jetzt ernsthafte Zweifel an den Wasserstandsberichten zur Seebenischer Seenplatte angebracht. Und erst recht an den zahlreichen Gutachten, Untersuchungen und Analysen.

Während man in der Öffentlichen Hand gegenwärtig allen Ernstes um 35 Zentimeter (auf der Messlatte) feilscht, ist der Wasserstand inzwischen von knapp unterhalb des Daches bis fast zum Fundament zurückgegangen, was in der Realität fast zwei Meter entsprechen sollte. Hier kämpfen hochbezahlte Leute gegen Windmühlen. Und das im 21. Jahrhundert. Wahnsinn!

zwei

Messlattenstand am 20. Juli 2015. Da gings nur noch bis zur Höhe des oberen Scharniers der Tür.

 

zweimitmarke

Auf dieser Aufnahme erkennt man noch genau, wo die Latte zuvor angebracht wurde. So sah es in manchem Raucherhaushalt nach der Wende aus, als das Honecker-Bild im Ofen gelandet war.

Der Vergleich zu eingangs angeführtem Genre des Penisneids hinkt allerdings. Die geheimnisvollen Mitarbeiter des zuständigen Eichamtes haben den falschen Weg gewählt.

Wenn man sein Ding größer machen will, muss man das Bandmaß weiter hinten ansetzen und nicht ganz vorn an der Eichel. Heißt also, man hätte im konkreten Fall die Latte höher hängen müssen.

Der Beschiss mit dem Beschiss

Das wirft die Frage auf, wer Interesse daran haben könnte, dass der Wasserspiegel trotz physikalischen Rückgangs mathematisch konstant bleibt? Und vor allem, wer damit hinters Licht geführt werden sollte?

Liegt diesem Vorgang vielleicht noch ein Modell aus Zeiten der DDR-Planwirtschaft zugrunde, als 50 Prozent in der Aktuellen Kamera mit stoischer Konstanz auch immer auf mindestens 120 Prozent hochgerechnet wurden?

Der letzte offiziell bekanntgegebene Wasserstand in Seebenisch betrug 120,71 Meter über Normalnull. Das war ungefähr zu der Zeit, als das letzte Foto der MN-Dokumentation „Geheimnisse der Längenlehre“ entstand (unten). Da kann man sich ungefähr ausmalen, auf welchen Grundfesten die Gutachten und Analysen der kompetenten Fachkräfte ruhen.

Wenn Sie also morgen zum Arzt gehen und Ihr Glied vermessen lassen oder im geschlechtlich gegenüberliegenden Fall Ihre Brüste, zweifeln Sie das Ergebnis ruhig an und tun sie etwas, das die Öffentliche Hand entweder gar nicht oder zu selten macht: Holen Sie sich eine zweite Meinung ein.

drei

Das vorläufige Ende der geheimnisvollen Messlatten-Wanderung gen Normalnull. Das obere Ende befindet sich nunmehr ihn Höhe des Türriegels. Das sind locker mal 70 Zentimeter Doping beim Wasserstand. Davon träumt die Männerwelt, die manchmal schon mit deren zwanzig zufrieden wäre.

Im Zweifelsfall lassen Sie sich in Yard ausmessen oder in Klafter und rechnen Sie den demütigenden Wert danach einfach in Millimeter um. Sie werden sehen, wie gut es das Leben mit Ihnen meint.

radona16

Ach ja…weil man Satirikern auch gerne mal unterstellt, dass sie Fotos bearbeiten: Die Bilder sind alle echt!

So eine Vernässungsfläche ist leider kein Lebenspartner (auch wenn manche von ihnen Vernässungsflächen haben mögen), deshalb kann man sie sich nicht schön saufen oder für teuer Geld schön schminken. Da muss man eben die Messlatte ein Stück tiefer hängen. Zumindest Frauen wissen, was gemeint ist, oder?

 



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