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Ä Tännschn pliehs: Die Doppelspitze ist wieder da!

Weihnachten ist das Fest, mit dem die meisten Traditionen verknüpft sind. Der Ruprecht zählt ebenso dazu wie die Bescherung, der alljährliche Gang in die Kirche, das Familientreffen oder der Gänsebraten. Auch der Weihnachtsbaum gehört in diese Aufzählung. In Markranstädt steht seit heute so ein Gewächs auf dem Marktplatz. Und er vereint in besonderer Weise gleich eine Vielzahl von Traditionen in sich. Die Herausragendste: Wir haben wieder eine Doppelspitze!

So ein vorweihnachtlicher Baum auf dem Marktplatz ist irgendwie auch sowas wie eine künstlerische Installation. Selbst wenn da jemand einfach nur Schrott abladen würde, fänden kreative Geister in dem Metallhaufen sicher noch eine ästhetische Interpretation. Frei nach dem Motto: Was wollte der Künstler damit ausdrücken?

Die gleiche Frage eröffnet sich manchem Freigeist sicher auch beim Betrachten des Markranstädter Weihnachtsbaumes. Eigentlich ein wirklich schönes Exemplar und auch wenn es sich im oberen Viertel etwas abseits des Ideals präsentiert, macht das eigentlich nichts. So ist eben die Natur. Nicht alles funktioniert da nach Schablone und im Gleichschritt. Wenn da nicht gerade dieser Umstand ausgerechnet in Markranstädt Spielraum für mannigfaltige Interpretationen böte.

Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Amtsantritt des Bürgermeisters werden beim Betrachten unseres öffentlich-rechtlichen Christbaumes Erinnerungen an die Ära nach Carina Radon und vor Jens-Reiner Spiske wach. An die Zeit, da sich die legendäre Markranstädter Doppelspitze, designed by lehmann & kirschner, den Platz auf dem Thron der Stadt am See teilte. Wurde möglicherweise ganz bewusst ein zweizinkiges Exemplar aus der biologischen Randgruppe versehrter Kulturen ausgesucht?

Sozusagen als Reminiszenz an die legendären Zeiten der Markranstädter Doppelspitze, die so manchem Bürger in nicht allzu schlechter Erinnerung geblieben sind?

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V wie Victory: Markranstädt hat die Sieger-Fichte.

Unabhängig von möglichen Antworten bietet die demokratische Wuchsform des Gehölzes ungeahnten Spielraum für die künstlerische Gestaltung des Anputzes.

 

Der obligatorische einsame Stern auf der Spitze war ohnehin langweilig geworden. Sogar Leipzig und Nürnberg haben sowas schon, da wird es wirklich Zeit für neue Innovationen.

Leider könnte das auch wieder Anlass für verbal-politischen Raufhändel geben. Ob nun eine oder zwei Kugeln mit Gesichtern da oben leuchten: Es wird immer Dritte, Vierte und Fünfte geben, die sich benachteiligt fühlen. Eigentlich gibt es nur eine Lösung für das Problem: Morgens um sechs Uhr treten während der Adventszeit Stadtrat und Stadtverwaltung zum Appell auf dem Marktplatz an und hissen jeden Tag zwei neue Kugeln. Da kann dann jeder mal auf der Spitze hängen und sich die Sache von oben anschauen.

Schwierig wird’s bei der Wahl der Partner, die den Tag da oben zusammen verbringen müssen. Da haben sich ja in den letzten Monaten Konstellationen ergeben, die sowohl in einem Säbeltanz als auch einem Kuschelmarathon auf der Christbaumspitze enden könnten.

Aber jetzt kommt erst mal die Adventszeit und damit, so die christliche Tradition, eine Art vorweihnachtlicher Frieden. Nehmen wir die Sache so, wie sie ist: Wir haben in den kommenden Wochen nicht nur einen schönen Baum auf dem Marktplatz, sondern auch einen ganz besonderen. Seine Spitze stellt ein großes V dar. V wie „victory“.



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