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Auch das ist „made in markranstädt“: Helfer helfen Helfern

Derzeit schießen Hilfsinitiativen überall wie Pilze aus dem Boden. Meist handelt es sich um kleine, eher lokal ausgerichtete Netzwerke. Selten findet man ein ehrenamtlich aufgestelltes Start-Up, das gleich bundesweit agiert und dabei auch auf entsprechende Nachfrage stößt. Aber es gibt sie und eines davon wird sogar auch von Markranstädt aus gesteuert. Eine beginnende Erfolgsgeschichte, wie sie nur in Krisenzeiten geschrieben werden kann.

Die Lieferketten für Schutzmittel sind unterbrochen, doch die Nachfrage steigt täglich. Neben Atemschutzmasken und Schutzbrillen zählen vor allem Gesichtsschilde (in der Fachsprache: Face Shields) zum kaum noch lieferbaren Equipment.

Doch diese Schilde, eigentlich wäre der Begriff „Gesichtsschirme“ angebrachter, sind vor allem in medizinischen Einrichtungen dringend vonnöten. Sie bieten Schutz gegen direkten Tröpfchenflug beim Anhusten oder -niesen und verhindern versehentliches Anfassen des eigenen Gesichts.

Ehrenamtliches Start-Up

Die meisten Menschen haben diese Schutzmittel in Fernsehreportagen im Einsatz gesehen, wenn mal eine Berichterstattung aus einer Klinik erfolgt. Aber auch dort sind sie inzwischen knapp geworden. Und genau hier setzt die bundesweite Vereinigung #MakerVsVirus an.

Blick auf das „Montage-Fließband“ von Benedikt Rieß.

Benedikt Rieß ist von Anfang an mit dabei. Den meisten Markranstädtern wird er eher in einer anderen Funktion bekannt sein. Rieß stand in der jüngst zu Ende gegangenen Session als Karnevalsprinz Benedikt I. auf der Bühne des MCC. Jetzt baut und vertreibt er in seiner Freizeit von zu Hause aus mit der bundesweiten Vereinigung #MakerVsVirus Gesichtsschirme. Wie das geht? Schauen wir mal.

„Das geht erstmal nicht ohne all seine 3D-Drucker 24 Stunden rund um die Uhr laufen zu lassen“, erklärt Rieß. „Von kleinen Spulen wird Plastik im 3D-Drucker Schicht für Schicht für die Kopfteile aufgetragen. Dann werden die Folien mit Lasercuttern und Schneideplottern, teilweise auch von Hand, geschnitten und zur Montage passend gelocht.“

Klingt selbst für den eingefleischten Satiriker eigentlich einfach, sofern man genug 3D-Drucker, Lasercutter und Schneideplotter hat. Der Clou: Die Schutzschirme sind mittlerweile vom DRK und anderen Stellen zugelassen worden, selbst viele Gesundheitsbehörden haben das Design freigegeben, sagt Rieß.

Alles was man so braucht für Face-Shields produzieren Rieß und seine Mitstreiter selbst.

Aber das eigentliche Problem ist nicht die Herstellung, sondern die Nachfrage. Ben Rieß und seine bislang 25 Leipziger Mitstreiter im bundesweiten agierenden Netzwerk versorgen Ärzte, Kliniken, Rettungsdienste und andere Einrichtungen ehrenamtlich mit diesen Schutzschilden. „Aktuell liegen noch offene Bestellungen für 700 Stück vor und das binnen 24 Stunden, und das nur aus dem Umland – Tendenz: rapide steigend!“

Die bundesweite Initiative schätzt die aktuelle Produktionskapazität deutschlandweit auf 6.000 Gesichtsschilde täglich, der Bedarf allein im medizinischen Bereich wird anhand bisheriger Zahlen auf bundesweit mindestens 100.000 Einheiten geschätzt.

Innerhalb von nur vier Tagen haben sich jetzt in ganz Deutschland mehr als 2.000 Freiwillige zusammengetan, um unter dem Slogan #MakerVsVirus zur Entlastung der Situation beizutragen, weiß Ben Rieß.

Vertriebszentrum Markranstädt

„Mit 3D-Druckern, Lasercuttern und viel gemeinnützigem Engangement versuchen wir so, den Helfern zu helfen.“ Nebenbei steuert der junge Markranstädter auch noch die Organisation des Vertriebs für den Großraum Leipzig.

Fertig! Die Face Shields aus der Rieß’schen Produktion sind inzwischen sogar vom DRK zugelassen.

Aber inzwischen brauchen die Helfer der Helfer selbst Hilfe. „Die Material- und Fertigungskosten belaufen sich auf rund drei Euro pro Stück“, sagt Rieß. „Bislang habe ich 200 Einheiten produziert und verschickt, was ich privat finanziert habe. Das kann ich bald nicht mehr stemmen.“

Helfer der Helfer brauchen Hilfe

So wie Rieß geht es auch seinen Mitstreitern. Das Geld wird knapp. Deshalb werben sie jetzt nicht nur um Unterstützung bei der eigentlichen Herstellung, sondern auch der Finanzierung.

„Wer uns finanziell unterstützen möchte, kann sich unter dem gleichen Kontakt bei uns melden wir jene, die mit produzieren oder die unsere Schutzschirme bestellen möchten“, bittet Rieß um Kontaktaufnahme über die Internetseite www.makervsvirus-leipzig.de oder gleich direkt per E-Mail über info@makervsvirus-leipzig.de.

 






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