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Aus Omas Hexenküche: Desinfektionsmittel selbst gemacht

Sorry, der gestrige Tag war mal zum Durchatmen und Kraft schöpfen nötig. Und zum Material sammeln. Es ist nicht einfach, vom Home-Office aus die Stadt und ihre Ortschaften im Blick zu behalten. Zum Glück können wir seit gestern auf die todesmutigen Leistungen waghalsiger Außenreporter zurückgreifen, aber dazu im Laufe des Tages mehr. Zunächst wollen wir unser Versprechen erfüllen und Tipps aus Omas Desinfektions-Destillerie geben. Darum hat sich unsere Volkskorrespondentin Störenfrieda gekümmert.

Störenfrieda hat in ihrem Quarantäneraum auf dem Dachboden Großmutters alte Aufzeichnungen gefunden. Fein säuberlich abgespeichert auf alten DVD’s, die seinerzeit noch vom Reichspropagandaministerium freigegeben werden mussten. Sogar das BDM-Emblem ist noch drauf. Hier also Störenfriedas Rezepturbericht:

Ich muss doch immer an meine Oma denken, wie sie ganz ohne jeglichen Drogeriebedarf im fernen Ostpreußen zwei Weltkriege und letztlich auch die spanische Grippe mit ihren mindestens 25 Millionen Toten überstanden hat. Zum Glück hat Oma mir viel von diesem Wissen vererbt, schließlich hat es auch in der DDR auf Grund der staatlich geplanten Mangelwirtschaft noch jede Menge do-it-yourself gegeben.

Nix da mit Regalen voller Shampoo, Lotionen, Haarstyling-Produkten oder gar Desinfektionsmitteln. Bei Oma wurde das Geschirr mit Soda gescheuert, die Wäsche einmal im Monat im großen Waschhaus-Kessel gekocht und anschließend zum Bleichen auf die Wiese gelegt. Für alles andere gab es die gute Kernseife oder Salmiakgeist.

Zeigt her eure Hände…

In Ermangelung eines Bades wurde das Waschhaus zum Familienbad umfunktioniert und Glück hatte, wer als erster in die Zinkwanne steigen durfte. Ich bin meinem Schöpfer noch heute dankbar, dass ich als jüngstes Kind meist die erste war.

Die Kernseife jedoch blieb auch mir nicht erspart. Ebenso Omas Taschentuch, welches sie bei jeder passenden Gelegenheit aus ihrer Kittelschürze zauberte, nicht ohne es vorsorglich noch einmal mit ihrer Spucke anzufeuchten und uns allen damit die Rotznase abzuwischen.

Worte wie Desinfektionsmittel, Sagrotan und dergleichen kannte meine Oma bis zu ihrem friedlichen Ende im Alter von 99 Jahren nicht.

Trotzdem hatte auch sie so ihre Tricks die ich hier den Lesern der Nachtschichten zum Selbstversuch und ganz kostenlos empfehlen möchte.

So verwenden wir noch heute die gute alte Essigessenz beispielsweise gegen Schimmel in den Silikonfugen unseres Bades (ja, auch wir müssen mittlerweile zum Baden nicht mehr ins Waschhaus gehen). Aber Essigessenz ist mit seiner 25-prozentigen Essigsäure auch wirksam gegen Bakterien und Viren. Einfach unverdünnte Essigessenz auf ein sauberes Tuch geben und die zu behandelnden Flächen wie Türklinken, Geländer und Arbeitsflächen damit säubern.

Auch das Desinfizieren von Wäsche gelingt damit, wenn man es im Verhältnis eins zu vier mit Wasser mischt. Wer jetzt hier aussteigt, weil es zu schwer mit dem Rechnen wird, der besinne sich auf die ebenfalls in Quarantäne befindlichen Schüler, die dies gleich mal als Hausaufgabe hochrechnen können…

Marilyns Kopfdesinfektion

Ähnlich verhält es sich mit Wasserstoffperoxid, was zumindest alle Fans des Blondinenkopfes à la Marylin Monroe bestens kennen. Also zumindest die weiblichen Fans. Die Männer haben wohl eher noch ihre Herzkranzgefäße in Erinnerung als die Frisur. Auch wir Alten haben dazu einen ganz natürlichen Bezug, ist doch die Weißfärbung unseres Haupthaares im Grunde ein ganz natürlicher Vorgang.

Er ist die in Folge eines sehr verdünnt stattfindenden Abbaus von Wasserstoffperoxid in unserem Haar. Wasserstoffperoxid, chemisch H2O2, können sie für wenig Geld in Form einer meist 3-prozentigen Lösung in der Apotheke erwerben und ähnlich wie die Essigessenz verwenden. Für eine Verwendung als antiseptische Lösung zur Händehygiene verdünnen sie diese einfach auf einen Prozent.

Auch hier können die lieben Kleinen beim Ausrechnen helfen, oder aber ihr nehmt den guten alten Messbecher und lasst den Taschenrechner stecken.

Sowohl Essigessenz als auch H2O2 können auch zur Bleiche von Wäsche benutzt werden oder aber zur Vernichtung von Läusekolonien, mit denen Oma definitiv häufiger zu tun hatte als wir.

Ein weiteres preisgünstiges Hausmittel zum Bleichen ist in Form von Natron (NaHCO3) in fast jedem Haushalt vorhanden. Keine Angst, sie kennen es meist als Backsoda bzw. Backpulver. Damit hat Oma ihre Wäsche eingelegt und so sind auch die Buxen von Opa – damals noch im modischen Feinripp – wieder strahlend weiß geworden. Sie sehen, es geht also bedeutend preiswerter, als mit den Mitteln aus dem Supermarkt und zusätzlich schont ihr noch die Haushaltskasse.

Stößchen … und clean

Das so Gesparte verwendet Ihr nun für den letzten und besten Tipp. Nicht nur die Queen-Mom wusste: Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren … schließlich erreichte sie das biblische Alter von 101 Jahren. Hochprozentiger Alkohol hilft also nicht nur gegen Fettflecken, er macht auch von innen steril und schmeckt nicht nur als Gin, sondern auch als Rum oder Doppelkorn.

Bliebe zuletzt noch der übliche Hinweis zu Risiken und Nebenwirkungen. Sie sind selbst dafür verantwortlich, liebe Leser, mit den Tipps und Anwendungshinweisen verantwortungsbewusst umzugehen. Eine Gewährleistung für die Wirkungsweise können Hausmittel sowieso nie beinhalten. Es sind Überlieferungen, deren Garantie darin besteht, dass sie schon Generationen geholfen haben und die Menschheit sie seit Jahrhunderten schadlos überlebt hat.

 






4 Comments to Aus Omas Hexenküche: Desinfektionsmittel selbst gemacht

  1. Nobby sagt:

    Der letzte Tip gefällt mir am besten, auch wenn ich die Wirkungsweise nicht verstehe. Auf der einen Seite soll Alkohol entfettend wirken, auf der anderen Seite macht er eine Fettleber. Na ja, hauptsache man hat Spaß bei der Desinfektion. Danke für die Tips.

    • Die Eibemme sagt:

      Du darfst eben nur die eine Seite vom Alkohol benutzen. Anders beim Toilettenpapier. Da darfst Du aus aktuellem Anlass beide Seiten benutzen.

  2. Volker Schack sagt:

    Aber, in dieser Situation auf Tips der Oma zurückgreifen müssen, ist ein wenig oder ziemlich armselig. Die Back – und Kochrezepte aus „OmaZeiten“ halten auch nicht immer, wie sie angepriesen werden. Die arme Oma hatte zu ihren Zeiten überhaupt nicht die Zutaten und Mittel, die heute Julia Glöckner verspricht und überall noch erhältlich sind.
    Bin gespannt, wann die brutale Wirklichkeit wahrgenommen wird, die herbeigeredete Solidarität an realem Zusammenbruch der Versorgung scheitert?! Bin 78 , habe zwei große Familien mit 5 Enkelkindern und große Sorge für deren Zukunft. Bin mir nicht sicher, wer für wen arbeitet, die Virenforscher für die Regierung oder umgekehrt. Diese Epedemie oder gesteigert Pandemie, ist mit 29.000Toten weltweit eher klein im Vergleich mit Kriegsopfern, Flüchtlingstoten, Naturkatastrophen u.a..Wenn es schlimmer wäre, würden Tramp und Bosenario schneller weg vom Fenster sein, sie werden aber alles überstehen!
    Dies hat mit Satire nichts zu tun, es ist hiermit auch mein letzter Beitrag, bitte um Entschuldigung.

  3. Roeschen sagt:

    Auch wenn es ganz lustig geschrieben ist, die Tips sind wirklich wirkungsvoll. Vielleicht nicht so wie wie die Hammermittel aus der Drogerie oder Apotheke aber im Notfall besser als nichts. Alles was Fett löst, ist gut gegen Viren, weil die da vernichtet werden.

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