+ + + Nach Attentat in Halle: Betreiber von Döner-Läden fordern mehr Schutz für ihre Einrichtungen – Ali Ben Alimente, Vorsitzender des Zentralrats der Döner, fühlt sich allein gelassen, „…nur weil der Anschlag auf uns geklappt hat!+ + +

Ausnahmsweise verschreibungspflichtig (10/19)

Wahrscheinlich ist es der Urlaubszeit geschuldet, dass die MN-Leser in diesen Tagen wieder mehr Druckfehler und Stilblüten finden. Beginnen wollen wir unseren heutigen Reigen mit lustigen Fehlern, die uns der Google-Übersetzer liefert. So prangt in einer mittelalterlichen Burg ein Schild mit der Aufschrift: „Burgbesichtigung nur mit Führer“. Für englischsprachige Gäste wird erklärt: „Entrance only with Herr Hitler“. Er lebt also noch – Google sei Dank! Ohne es zu wollen, ist kürzlich auch unsere Tippse einem solchen Übersetzungsfehler auf dem Leim gegangen.

Das kommt davon, wenn man heimlich im Netz surft, statt weisungsgemäß die satirische Lesergemeinde zu befriedigen.

Unsere Abschreibkraft wollte nur mal kurz schauen, welche neuen, innovativen Lösungen der Markt so bietet, um die bevorzugten Charaktermerkmale einer Frau noch deutlicher zu unterstreichen.

Keine Felgen, dafür volle Tasse!

Obwohl sie viel zu jung ist, um sich der Schwerkraft schon geschlagen zu geben, stieß sie bald auf ein Accessoire, das ihr Interesse weckte. Ein atmungsaktiver Seiden-BH wurde da offeriert. Das war allerdings so ziemlich das einzige Merkmal, das korrekt angepriesen wurde.

„Wer wird sich denn gleich so hängen lassen?“ – Gefunden auf Facebook von unserer Tippse. Sie hat übrigens keine Felgen, dafür aber Tasse D und das ganz mit ohne vorne Reißverschluss .

Der Hinweis „…mit vorne Reißverschluss“ lässt zumindest die Vermutung zu, dass er „mit hinten ohne Schloss“ ist. Dass das Teil keine Felgen haben kann, erklärt sich eigentlich schon durch das Fehlen jeglicher Räder, wird aber trotzdem erwähnt.

Ohnehin ist die Zwillingsmütze nicht für jede Frau geeignet. Das Merkmal „volle Tasse“ qualifiziert das Kleidungsstück ganz zweifelsfrei als Still-BH für junge Mütter. Im Kontext mit dem Alleinstellungsmerkmal „Anti-Durchhängen“ bekommt da der Ausruf „Hoch die Tassen“ eine völlig neue Bedeutung. Danke dafür, Google!

Gar nicht erst den Versuch einer Übersetzung unternimmt hingegen der Hersteller von Litchi-Saft, den es auch in einschlägigen asiatischen Gourmet-Tempeln in Markranstädt gibt.

Abserviert und weg damit!

Die Mühe wäre ohnehin vergebens. Noch zu frisch ist die Erinnerung an die Tage nach dem Mauerfall, als den Ossis holländische Gewächshausgurken gleich kiloweise als Bananen angedreht wurden.

Also erklärt der Hersteller gar nicht erst, was Litchi ist, sondern beschränkt sich auf die Anweisung, was man damit zu machen hat. Und weil den Sachsen selbst das in verständlichem Deutsch nicht mitgeteilt werden kann, gibt’s zum ultimativen Serviervorschlag auch gleich die passende Zeichnung dazu.

„Machen nit auf, welfen glei weg!“

So einfach machen einem die Chinesen den Konsum von Zeug, das man nicht kennt. Leider fehlt noch der Hinweis, dass man die Dose vorher am besten gar nicht erst öffnet, sondern gleich so serviert. Zumindest diese Erfahrung darf der homo marcransis wenigstens noch selber machen.

Aber bitte nur in der gelben Tonne servieren! – Gefunden von T.M. im Asia-Imbiss am Markt. Allerdings leider erst nachdem er die Dose geöffnet und von ihrem Inhalt gekostet hatte. Zum Glück aber noch rechtzeitig vorm Servieren.
(Titelfoto: gefunden von R.A.K. im Urlaub irgendwo im Schwarzwald)

Bliebe noch ein Blick in die Tagespresse. In folgendem Beispiel wird zwischen den Zeilen eine wahrhaft traurige Geschichte erzählt.

Gefunden von A.V. in der LVZ vom 13. 7. auf Seite 18.

Bereits seit 23. April vermisst, wurde die 13-Jährige erst sieben Tage später vermisst. Auch der Grund dafür ist mit etwas Phantasie im Text zu finden. Die Göre hatte ihr Handy zu Hause gelassen. Endlich hatten ihre Eltern die Chance, auch selbst mal auf einem Smartphone rumzudaddeln. Erst als die Prepaid-Karte leer war, ist ihnen aufgefallen, dass das Essen der Tochter seit einer Woche nicht angerührt wurde. Was sind das nur für Zeiten?

Und dann noch sowas! Die älteren Leser erinnern sich ganz bestimmt noch an den Aufklärungsunterricht in der POS. Über die Bienen ging es vorsichtig hin zur Klitoris, die damals noch nicht Clit hieß, sondern sexuelles Reizzentrum. Die Jungs grinsten blöde, weil sie ihr eigenes Reizzentrum in ihr Hirn verorteten, während sich der Intellekt ganz eindeutig dort aufhielt, wo der Bio-Lehrer angeblich einen Schwellkörper ausmachen wollte. Was’n Durcheinander!

Fund vom Chef in der LVZ vom 25.7. auf Seite 14.

Heute gibt’s Aufklärung ohne langes Drumherumgerede und vor allem ganz praxisnah gleich im Klassenzimmer. Live, wahlweise am Mann oder der Frau, sinnstiftend bei beiden sowie miteinander und mit allen Konsequenzen. Was früher noch verschämt als „Orgasmus“ oder „Ejakulation“ beschrieben wurde, heißt heute „kommen“ und geschieht gleich im rollenden Klassenzimmer. Möchte man da nicht wirklich noch mal zur Schule gehen?

 



(naechster Beitrag) »



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.