+ + + Hat die offene Stelle gesucht: Arbeitsloser aus Döhlen unter dem Rock seiner Nachbarin erwischt + + +  

Ausnahmsweise verschreibungspflichtig (14 / 19)

Die Belegschaft im Redaktionsbunker der MN ist klar im Vorteil: Hier kann man die Einsendungen der Bürger zuerst lesen und sich schon unter der Woche immer mal auf die Schenkel hauen. Vielen Dank an dieser Stelle den aufmerksamen Lesern, die uns mit Kostbarkeiten aus dem Reich der Stilblüten versorgen. Nun aber ist Wochenende und damit höchste Zeit, die gesamte Lesergemeinde teilhaben zu lassen.

Aus der Vielzahl der Zusendungen haben wir diesmal sechs Kostproben ausgewählt, die es in die Charts der Woche geschafft haben. Den Rest heben wir auf für magere Zeiten, die sicher auch bald wieder einmal kommen. Lassen Sie uns mit einem brandaktuellen Thema beginnen: Greta!

Die karrieregeile Schwedin ist in der vergangenen Woche bekanntlich überführt worden. Quatscht ständig was von Öko und so, dabei lebt sie selbst auf Kosten der künftigen Generationen. Die Enden ihrer Schnürsenkel sind mit Plastikbündchen versehen. Wie unglaubwürdig kann man eigentlich sein?

E-BAB kommt: Das deutsche Straßennetz wird elektrifiziert – bald auch die E 87?

Trotzdem hat die Bundesregierung bereits reagiert. Bei Frankfurt am Main wurde der weltweit erste Abschnitt einer Autobahn elektrifiziert. Unser Leser Paule hat die neue E-BAB bereits getestet und uns ein Foto davon geschickt. Allerdings war das auch sein letztes Lebenszeichen. Als Paule bei Gräfenhausen abfahren wollte, verlor sein Stromabnehmer den Kontakt zur Leitung und er strandete auf einer einsamen Verkehrsinsel.

Gefunden von unserem Leser Paule auf der Autobahn bei Frankfurt/M.

Aber der Anfang ist gemacht und bald wird das gesamte Straßennetz der Bundesrepublik elektrifiziert. Die durch Markranstädt führenden E 87 und E 186 sollen allerdings erst für frühestens 2035 im Verkehrswegeplan vorgesehen sein. Zuvor stehen in der Stadt am See nämlich ganz andere Projekte an.

Wireless Energy war gestern: Mitnetz bringt Strom jetzt per Kabel ins Haus

Im 30. Jahr nach der Wende erinnert man sich hier endlich wieder der Formel Lenins, die da lautet: „Kommunismus = Sowjetmacht + Elektrifizierung des ganzen Landes“.

Gefunden von unserem Leser J. S. in der LVZ vom 2. Oktober, Seite 23.

Das heißt: Zurück zu den Wurzeln! Bisher war es ja so, dass der Strom im Markranstädt des 21. Jahrhunderts schnurlos per W-LAN in die Haushalte kam. Allerdings ist die Versorgung nicht flächendeckend möglich. Gerade auf dem Lande kommen mitunter nur 12 Volt an. Der Netzbetreiber „Mitnetz Strom“ hat jetzt via Tagespresse eine innovative Lösung präsentiert, die weltweit aufhorchen lässt. Die Elektrizität soll künftig per Kabel in die Haushalte gelangen!

Viele haben es längst vorausgesehen und nicht nur in Dresden werden Spaziergänger nicht müde, das kommende Ende des christlichen Abendlandes zu verkünden.

Und Gott hatte vier Töchter

In der vergangenen Woche nun ist es geschehen. Gott ist tot! Die Tageszeitungen überschlugen sich geradezu mit Meldungen wie „Gott stand fast sechs Jahrzehnte auf der Bühne“ oder „Auch in Deutschland wurde Gott mit zahlreichen Hits berühmt“.

Gefunden von unserer Leserin R. K. in der LVZ vom 4. Oktober, Seite 28.

In diversen Nachrufen werden ihm sogar vier Töchter untergeschoben. Von einem Sohn hingegen, der seit fast 2000 Jahren für Schlagzeilen sorgt, ist nie die Rede. Da muss sich hinter den Kulissen ein unfassbares Familiendrama abgespielt haben, was bei einem Blick hinab auf beider Lebenswerk wiederum verständlich ist.

Allerdings gerät nun der Vatikan in Erklärungsnot. Gott war nicht nur verheiratet, sondern hat demnach zwei seiner vier Töchter auf freier Wildbahn gezeugt. Schon kurz nach Enthüllung dieser pikanten Note soll sich Papst Franziskus im Kinderzimmer seiner Wohnung eingeschlossen haben und seither über der Neu-Interpretation des Zölibats brüten. Kernfrage: „Wie sag ich’s meinen Nonnen?“

Einmal ins Gras beißen bitte!

Damit ist das Abendland nun endgültig aus seinen Fugen geraten. Selbst schönsaufen kann man sich diesen Scherbenhaufen nicht mehr. Da muss härteres Zeug her! Ein ordentlicher Dübel zum Beispiel. Zumindest läge das auf der Hand, bei vielen sicher auch in der Jackentasche. Aber wie uns ein führender Dealer per Zeitungsinserat aufklärt, ist das Rauchen eines Joints der falsche Weg, um an Erleuchtung zu gelangen.

Gefunden von unserer Leserin A.P. in einem Inserat (LVZ vom 30. 9., Seite 15).

Cannabis ist in aller Munde, heißt es. Ganz abgesehen davon, dass demnach ganz Deutschland kifft (endlich sagt’s mal einer), heißt das aber auch, dass es in den Mund gehört und nicht in die Lunge.

Darauf hätte man eigentlich schon längst von ganz alleine kommen können, schließlich heißt es ja nicht umsonst „ins Gras beißen“.

Also liebe Gemeinde, leset die Botschaft und lebet danach. Nix Dübel drehen und inhalieren. Einfach eine Ladung einwerfen, eine halbe Stunde schön einspeicheln und anschließend die gesamte Aule in einem Stück abschlucken. Danach wird Ihnen tagelang garantiert nichts mehr auf den Magen schlagen.

Kontakte ins Jenseits

Dennoch gibt es Hoffnungsfunken für unser vermeintlich halal geschächtetes Abendland. Wenigstens die Unsterblichkeit der Seele wird anerkannt. Zwar muss man dazu auch zwischen den Zeilen lesen und die entsprechenden Botschaften in quasi artfremden Nachrichten finden können, aber es gibt sie. In der Porzellan-Manufaktur Meißen beispielsweise.

Gefunden von unserer Leserin G. H. in der LVZ vom 24. 9. auf Seite 7.

Wenn ein Unternehmen mit Stolz darauf verweist, dass ein verstorbener Mitarbeiter sogar nach dem Tode noch eng mit ihm verbunden ist, dann hat entweder das Management gute Kontakte ins Jenseits oder – und das ist wahrscheinlicher – sein Geist schwebt weiter im Konferenzraum.

Allein die Pietät verbietet es uns Hinterbliebenen, diesen Faden weiterzuspinnen. Zum Beispiel mit Honeckers Seele, die noch 30 Jahre nach dem Untergang der DDR im Berliner Regierungsviertel ihr Unwesen treibt. Eine ehemalige stellvertretende FDJ-Sekretärin als Kanzlerin, dieses parapsychologische Phänomen lässt gar nichts anderes zu als eine übernatürliche Erklärung.

Halloween-Kürbis für 40 Euro

Futter für Verschwörungstheorien hält auch das letzte Fundstück der Woche bereit. Wobei die Betonung hier ausdrücklich auf dem Wortteil „Stück“ liegt.

Zu gutgläubig haben wir uns vermeintliche Traditionen wie den Valentins-Day, Flitterwochen für Schwangere, Scheidungspartys oder eben auch Halloween von den Amis überstülpen lassen. Mit ihren billigen Import-Kürbissen haben sie uns das Selberschnitzen abgewöhnt, um jetzt zum ganz großen Reibach auszuholen!

Gefunden von unserem Korrespondenten Jabadu im Globus-Markt Leipzig.

In dieser Saison kostet der Halloween-Kürbis 3,99 Euro. Pro Stück allerdings und wie aus der Werbedarstellung hervorgeht, lassen sich aus einem Kürbis mindestens zehn Stück gewinnen. Macht 39,90 Euro pro Kürbis.

Eine teure Tradition, die wir Deutsche vermeintlich schon seit Jahrhunderten feiern. Im kommenden Jahr kommen dann noch die Strafzölle für Kürbiskerne hinzu. Und wahrlich ich sage Euch: Wir werden uns dereinst noch nach solch billigen Festen wie den Tag der Einheit sehnen.

 






4 Comments to Ausnahmsweise verschreibungspflichtig (14 / 19)

  1. Bernd Hollwitz sagt:

    Zitat: „Hier kann man die Einsendungen der Bürger zuerst lesen und sich schon *unter der Woche* immer mal auf die Schenkel hauen.“

    Wenn ich das mal anmerken darf: „Unter der Woche“ ist westdeutsche Sprache, schon gar nicht sächsch!

    • CvD sagt:

      Ertappt. Der Autor dieser Zeilen ist in der Tat ein Wessi. Seit er bei uns ist, treffen wir uns freitags nicht mehr nach der Tagesschau oder viertel neun, sondern viertel nach acht. Wir haben schon alles versucht, aber mit legalen Mitteln kriegen wir den Typen einfach nicht mehr los.

  2. Biker sagt:

    In dieser gelungenen Ausgabe das Beste: „Allein die Pietät verbietet es uns Hinterbliebenen, diesen Faden weiterzuspinnen. Zum Beispiel mit Honeckers Seele, die noch 30 Jahre nach dem Untergang der DDR im Berliner Regierungsviertel ihr Unwesen treibt. Eine ehemalige stellvertretende FDJ-Sekretärin als Kanzlerin, dieses parapsychologische Phänomen lässt gar nichts anderes zu als eine übernatürliche Erklärung.“ Ich habe mir vor lachen auf die Schenkel geklopft! Fraglich allerdings, ob es den Funktionären/-innen einer gewissen Linksfraktion ebenso gegangen ist. Macht weiter so!

  3. Der Seebenischer sagt:

    Zu Wireless Energy:
    Die Mitnetz Strom bringt den Strom nicht etwa per Kabel ins Haus, nein sie sind momentan dabei ihn sukzessiv per Kabel zu bringen. 🙂
    Sie verwenden dafür eine besondere Form des langsam fließenden Stroms. Dieser wird nachhaltig aus dem Öl der langsam wachsenden Rapspflanze gewonnen und im Heizkraftwerk in einem Sukzessivofen extra langsam verbrannt.
    Da sich der Zähler auch nur sukzessive drehen sollte, bleibt für den Verbraucher die Sukzessivrechnung abzuwarten. Diese soll, in einzelnen Puzzleteilen versendet, bis zum Jahresende vollständig vorliegen.

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