+ + + Covid (19) aus Markranstädt will Freundin: Er mit Traumkörper sucht Sie mit Antikörpern + + +  

Der eine Chefin als Chef hat

Am 20. September wählt Markranstädt ein neues Stadtoberhaupt. Alle drei Kandidaten haben sich freiwillig an den satirischen Lügendetektor anschließen lassen. Was sie vorher nicht wussten: Wir haben das Gerät mit dem örtlichen Drehstromnetz verbunden und ihnen so lange 380 Volt Humor durch die Adern gejagt, bis sie über ihre Idee zur Kandidatur selber lachen mussten. Bevor die Verhörprotokolle einem Whistleblower in die Hände fallen, veröffentlichen wir sie an dieser Stelle lieber gleich selber.

Heute: Herausforderer Peter Bär.

Es gibt Leute, denen wird Selbstverliebtheit vorgeworfen, weil sie im Internet nach sich googeln. Wie ist es bei Ihnen: Sind Sie so eitel, dass Sie sich am 20. September selber wählen?

Nachdem coronabedingt fast alle Veranstaltungen ausfallen mussten, bin ich sehr froh, dass schlussendlich alle Parteien Ihren Kandidaten öffentlich nominiert und dem breiten Publikum vorgestellt haben. Aufgrund der diffusen Programmvielfalt werde ich zum 20. September meine Stimme wohl für die goldene Mitte abgeben.

Vor Gericht werden viele schräge Dinge oft damit erklärt, dass der Delinquent eine schwere Kindheit hatte. Was muss einem Menschen widerfahren, dass er Bürgermeister werden will?

So wie es scheint, ist die Bundeswehr ein sehr gutes Ausbildungszentrum für zukünftige Bürgermeister. Leider habe ich mich damals nur für den Zivildienst und ein klassisches Studium entschieden. Diese Zeit, der Entbehrungen und den zahlreichen Nebenjobs, hat mich wohl bis zum heutigen Tag geprägt.

Bei ihren Vorstellungen geben die Kandidaten gern ihren Familienstand an. Ist es von Vorteil, wenn man verheiratet ist oder geht’s nur darum, durch das automatische Vorhandensein einer Schwiegermutter in Sachen Mitleid zu punkten?

Es ist lediglich dafür gedacht, dass das Finanzamt die Zusammenveranlagung bei der Steuererklärung auch ohne weitere Nachfragen akzeptiert.

Apropos Ehe: Was tun Sie, wenn raus kommt, dass Ihre Frau einen Anderen gewählt hat?

Dann muss ich mit Ihr doch einmal zum Optiker gehen.

In der Kernstadt ist vor allem nachts zunehmend optimistische Stimmung zu vernehmen. Böse Zungen behaupten, das läge an den billigen Drogen und fordern vom neuen Stadtoberhaupt, die Preise endlich ans West-Niveau anzupassen. Haben Sie eine bessere Idee?

Es sollten alle Bürger von diesem Rausch partizipieren können.

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Damit es zumindest annähernd gerecht wird, wäre die Einführung der Kassenbonpflicht für Drogen inklusive eines neu zu erhebenden Vergnügungssteuersatzes empfehlenswert.

Weil wir gerade dabei sind: Alle drei Kandidaten wohnen auf dem Lande und damit ziemlich weit weg von der Realität. Was wissen Sie über das Nachtleben in der Kernstadt?

Ich habe gehört, dass die Bordsteine seit dem Wechsel zu einer integrierten Ablaufrinne nicht mehr hochgeklappt werden können. Viele Bürger sind verwundert und wissen nicht, wann es Zeit wäre, endlich nach Hause zu gehen.

Wenn es am Abend dann auch noch dunkel wird, ähnlich wie auf dem Land, versammeln sich die Menschen in Gruppen und sprechen sich gegenseitig Mut zu. Wir sollten versuchen, Rücksicht zu nehmen und Aufklärung zu betreiben.

In der Stadtverwaltung sind mehr als doppelt so viele Frauen beschäftigt wie Männer und auch der Umgang mit den Minderheiten (Beispiel: Anzahl der Männertoiletten) ist geradezu menschenverachtend. Von der Schkeuditzer Straße aus können völlig unbeteiligte Passanten sogar sehen, wenn sich ein Mann im grünen Salon am Sack kratzt. Wie wollen Sie das ändern?

Vielen Dank für den Hinweis vorab. Ich merke mir, dass ich mich niemals im grünen Salon am Sack kratzen darf. Und bei den Toiletten ist die Stadtverwaltung doch recht gut aufgestellt – ganz im Gegenteil zu den vielen Bürgern, die gern am und nicht im See eine Toilette nutzen möchten.

Sind Sie sicher, dass niemand Sie im Wahlkampf wegen Ihrer Vergangenheit zu Fall bringen kann? Sie hätten jetzt noch die Chance, sich zu erklären. Also: Haben Sie jemals in Ihrem Leben „Neger“ gesagt, einer Frau auf die Brüste geschaut oder war Ihr Opa vielleicht mal im Auslandseinsatz? Immer raus damit, wir alle müssen uns unserer Vergangenheit stellen.

Selbst ein Karl-Theodor zu Guttenberg glaubte, nie von seiner Vergangenheit eingeholt zu werden.

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Aber zum Glück konnte er sich die Tage als „Doctor of Philosophy“ rehabilitieren. Ich werde wohl lieber einmal meine Freunde Marty McFly & Dr. Emmett Brown um Rat bitten, so dass beide jegliche Entgleisung retuschieren können

Mal angenommen, Sie werden nicht gewählt: Dann müssten Sie danach weiterhin richtig arbeiten. Was wird Ihr Chef dazu sagen, nachdem er im Geiste schon frohlockend Ihre Abfindung gespart hat?

Diversität und Inklusion spielen bei meinem jetzigen Arbeitgeber eine sehr wichtige Rolle. So dürfte es nicht verwundern, dass mein Chef eine Chefin ist und diese natürlich auch die inoffizielle Frauenquote beachten sollte.

Wenn ich im Unternehmen verbleiben sollte, dann würden sich meine Kunden sicherlich freuen, die nächsten Bewerber sollten dann allerdings gleich zwei X-Chromosome mitbringen.

Auf Ihrer Agenda steht auch Familienpolitik. Sie haben allerdings nur zwei Kinder und damit bisher über 30 Prozent weniger Engagement gezeigt als der derzeitige Amtsinhaber. Kommt da noch was oder wollen Sie mit einem anderen Thema von diesem Manko ablenken?

Unsere zwei kleinen Racken (1 m und 3 w) halten uns derzeit schon sehr gut in Form. Seit diesem Jahr ist es uns leider nicht mehr möglich die Energie der Kinder in das Planschbecken im Freibad abzuleiten.

Unter diesen Bedingungen scheint es fast unmöglich geworden zu sein, an ein weiteres Kind nur zu denken – zuerst sollten wir die „Diva“ sanieren und danach könnte man multiplizieren.

Wie Sie vielleicht ahnen, ist unseren Lesern eigentlich völlig egal, was Sie bisher geantwortet haben. Wichtig sind allein der Unterhaltungswert und der Spaßfaktor. Letzte Gelegenheit für Sie, ein paar nachhaltige Punkte für den Stimmzettel zu sammeln: Also, fünf Zeilen für Ihren Lieblingswitz …

Eine gute Kommunalverwaltung erkennt man daran, dass sie auch dann noch vernünftig arbeitet, wenn der Bürgermeister anwesend ist.

 



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