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Der Unterschied zwischen Rechts und dem richtigen Rechts - Markranstädter Nachtschichten

Der Unterschied zwischen Rechts und dem richtigen Rechts

Zweiter Teil unseres Ausfluges in den mediterranen Süden Markranstädts. Diesmal mit dem Fahrrad, denn ohne ein solches Verkehrsmittel würde uns der tiefere Sinn des Reisezieles verborgen bleiben, meinte die Weinkönigin des Ortes bei ihrer Einladung. Besonders vorsichtig sollten wir auf dem Radweg in Höhe des Kindergartens sein. Allerdings nicht, weil einem da ein Balg vor den Reifen laufen könnte, sondern wegen eines anderen ungewöhnlichen Hindernisses. Und in der Tat offenbart sich dem Pedalritter in Seebenisch ein weltweit einzigartiges Novum.

Der Radweg auf der ehemaligen Bahnlinie Lützen-Lausen-London kreuzt viele Straßen und um Gefahrensituationen zu vermeiden, wird der Drahtesel-Transit an diesen Stellen durch Bügelpoller verlangsamt. So zumindest der Plan.

In Höhe der Seebenischer Kita ist sich das radfahrende Volk jedoch seltsam einig, diese Hindernisse zu ignorieren und einfach zu umfahren. Mal links, mal rechts vorbei, niemals mittendurch.

Diese permanenten Akte zivilen Ungehorsams haben die Öffentliche Hand jetzt dazu bewogen, dem Untrieb ein Ende zu bereiten.

Die Spur der Steine

Während die Umfahrung der einen Seite durch mühsam herangeschleppte Monolithen blockiert wird, wurde auf der anderen Seite eine erhabene Beton-Borde ins Erdreich gepflanzt.

Links ein kleines Stonehenge, rechts in Beton gegossene Bordsteine, gradeaus farblich nicht gekennzeichnete Pollerbügel. Na dann: Oberschenkelhals- und Beinbruch!

Links ein kleines Stonehenge, rechts in Beton gegossene Bordsteine, gradeaus farblich nicht gekennzeichnete Pollerbügel. Na dann: Oberschenkelhals- und Beinbruch!

Die Kosten dafür kann man nur ahnen. Wenn ein Fahrstuhl im Bahnhof schon anderthalb Millionen und damit so viel wie drei gut ausgestattete Eigenheime kosten soll, muss diese Sicherung des Radweges irgendwo zwischen Steuerhinterziehung und Mittelklasse-Wagen liegen.

 

Wer aber glaubt, dass die gleich eines Trichters zu den Pollerbügeln hingezwängten Radfahrer dort jetzt auch wirklich im Slalom durchfahren, ist nicht auf dem Rad-, sondern auf dem Holzweg. Nein, sie tun es noch immer nicht, diese Sturköpfe. Statt dessen steigt vor allem die Mehrheit der Senioren lieber ab und schiebt ihre Velozipeden durch die Stangen. Ein wahrhaft kurioses Schauspiel.

Seltsam: Hier am ehemaligen Bahnübergang steigt keiner ab ... höchstens unfreiwillig, wenn er im Knatter vom Groitzscher kommt.

Seltsam: Hier am ehemaligen Bahnübergang steigt keiner ab … höchstens unfreiwillig, wenn er im Knatter vom Groitzscher kommt.

Noch lustiger wird die Veranstaltung, wenn man die gleichen Radfahrer nur eine Minute später an den gleichen Pollern am knapp einhundert Meter entfernten ehemaligen Bahnübergang beobachtet. Dort steigen sie nicht ab, sondern schlängeln sich in einer munteren Links-Rechts-Kombination durch die Stangen. Das gleiche Schauspiel gibt’s selbstredend auch in Gegenrichtung.

Da fragt man sich, was die Ursache dieser stoischen Missachtung verkehrsberuhigender Elemente vor der Kita ist. Und ja, auch die staatlich geprüften Hofsatiriker sind nicht drauf gekommen. Peinlich, dass ausgerechnet eine Frau des Pudels Kern entblättert hat.

Also eine Vertreterin jener Rasse, die es erfahrungsgemäß nicht so hat mit Rechts, Links oder dem richtigen Links. Und sogar im Gegensatz zu manchen Minirad-Athleten, der sich die Pollerbügel samt deren urbanen Umfeld zur Lebensaufgabe erkoren hat.

 

Und in der Tat: Die Pollerbügel vor der Kita sind falsch rum aufgebaut. Im Gegensatz zu allen anderen künstlichen Hindernissen muss man diese Schikane nämlich auf der linken Seite ansteuern und mit einer uns Mitteleuropäern völlig ungeübten Rechts-Links-Kombination durchfahren.

Links: das richtige Rechts

Insbesondere älteren Radfahrern, die den Rechtsverkehr in Deutschland schon mit der Jugendorganisation ideologisch aufgesogen haben, ist es genetisch wie motorisch nicht möglich, ihr Fahrverhalten für die lächerlichen zwei Meter umzustellen.

Tja, hätte man das schon bei der Planung dieses Unikums gewusst, hätte man sich das Ranschleppen der schweren Steine und den teuren Umbau mit den Borden sparen können. Einfach die Bügel versetzen und fertig wäre der Lack gewesen. Hätte, hätte, Fahrradkette…

Nicht jedemanns Sache, eine Schikane auf der linken Seite anzufahren. Manche Oma steigt da lieber über den Bügel ab.

Nicht jedemanns Sache, eine Schikane auf der linken Seite anzufahren. Manche Oma steigt da lieber über den Bügel ab..

Um wegen so einer Fehlinvestition jetzt nicht ins Schwarzbuch der Steuerzahler aufgenommen zu werden, gibt es nur eine Möglichkeit. Mithilfe proaktiver Öffentlichkeitsarbeit muss man dieses Hindernis als das einzig richtige in Deutschland umdeuten und damit alle anderen als falsch disqualifizieren. Erfahrung hat man ja damit in Markranstädt. Schuld sind immer die Anderen.

 

 

6 Kommentare

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    • Ulrich NASER auf 5. Mai 2021 bei 19:04
    • Antworten

    Es ist hoffentlich reine Satire, also eine Kunstform, um Zustände übertrieben anzuprangern, wenn in einem Halbsatz von 1 1/2 Million Euro Baukosten für den Fahrstuhl im Bahnhof geschrieben wird. Ansonsten müsste ich meinem Nachbar fast recht geben, der meinte: „Wir alten Säcke sollten uns in dieser Zeit zurücknehmen, sonst wird gnadenlos offengelegt, wie wenig die jungen Menschen zählen.“

    1. Also bei der genannten Zahl sollten Sie eher mal vom satirischen Stilmittel der Untertreibung ausgehen. Das Glücksrad der Deutschen Bahn blieb im Stadtrat tatsächlich bei 1,5 Millionen stehen. Aber das ist Stand heute. Bis es so weit ist, also in 5 Jahren, sind wir eher schon bei zwei. Machen Sie sich aber keine Sorgen. Das müssen nicht wir bezahlen, sondern der Staat. Fördermittel, Sie verstehen? Die Stadt soll nur läppische 30.000 Euro pro Jahr für Unterhalt und Wartung bezahlen.

    • Ein Pedalritter auf 5. Mai 2021 bei 18:50
    • Antworten

    Rechts und rechtwinklig deutsch ? Ginge es nicht auch diagonal in die Zukunft !?

    Das arme Schwein(In) von Rollstuhlfahrer(In) die/der sich vielleicht gerade so ein teures Handbike leisten konnte, muß dieses jetzt noch tiefer legen und mit Schwung unten drunter durch , oder einen Schweißbrenner mitnehmen !? – – – Und nehmt keinesfalls eure Kinder oder Enkel im Fahrradanhänger mit … – obwohl : Spaß muss sein ! Es lebe der Unsinn !

    Ein Pedalritter

    1. Da ist es gut, wenn man ein E-Bike hat. Da kann man die Batterie nach dem Sturz gleich als Defibrilator nutzen. 3-2-1- Schock!

  1. Das mit der Proaktiven Öffentlichkeitsarbeit ist gar keine so schlechte Idee. Wenn man die links anzufahrenden Poller als Ausdruck eines weltoffenen Markranstädt interpretiert und damit dem rechtspopulistischen Rechtsverkehr aufrecht entgegentritt, kann das Schule machen und bundesweit für den Umbau aller anderen rechtsgerichteten Hindernisse sorgen. Seit der Genderei unserer Sprache, dem Pseudo-Verbot von Indianerkostümen beim Fasching, der unkorrekten Zigeunersoße unserer Mitbürtger mit rotationseuropäischem Migrationshintergrund oder der zum Elter 1-Laktat disqualifizierten Muttermilche wissen wir ja, wie man eine mehreitsbestimmte demokratische Gesellschaft nach den Maßstäber einer Minderheit umkrempelt.

    1. Wie sind Sie denn drauf? Mit solchen kritischen Ansichten setehen Sie bald selber in der Ecke, die Sie aufräumen wollen. Kleiner Tipp: Ab und zu selber mal an den Laktat-Behältern der eigenen Elter 1 zutschen, da kommt man auf schönere Gedanken.

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