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Die Antwort der Woche: „Aber ja doch, nein!“

Bahnhof säuft ab, säuft nicht ab, säuft wieder ab und säuft dann eigentlich wieder nicht ab. Stadtmöbel sollen aufgestellt werden, nicht aufgestellt werden, dann doch aufgestellt und jetzt möglicherweise doch nicht aufgestellt werden. Großküche kommt, kommt nicht, kommt doch, dann wohl wieder nicht. Protonentherapiezentrum wird gebaut, nicht gebaut, aber sicher doch gebaut und schließlich sicher eher nicht. Wahrscheinlich zumindest. Die einzig sichere Antwort auf Fragen lautet in Lallendorf derzeit: Aber ja doch, nein!

Einziger Vorteil: Die Stadt ist in den Medien omnipräsent wie seit Jahren nicht mehr. Die ersten Fernsehsender denken schon darüber nach, ihre Übertragungswagen gegen feste Immobilien zu tauschen.

Zu dumm nur, dass die Preise dafür gerade durch die Decke schießen. Die wenigen verbliebenen Wohnungen, die noch irgendwie bezahlbar sind, werden von den Ämtern finanziert. Also überlassen Sender wie der MDR  den Printmedien das Feld und fahren mit ihren transportablen Fernsehtürmen aufs Land, um dort Gemüse zu filmen.

Kann man machen. In den Gewächshäusern wächst wenigstens noch etwas. Was man auf freier Wildbahn vorfindet, kann man dem Zuschauer schließlich nicht mehr zumuten. Ein kurzer Kameraschwenk auf den Grund der Kulkwitzer Vernässungsflächen wäre wie ein Aufruf zum gemeinschaftlichen Suizid.

Nomen est omen: Kulkwitzer Vernässungsfläche.

„Und wahrlich ich sage euch, der jüngste Tag steht vor der Tür.“ Gut, irgendwann wäre er sowieso gekommen, der jüngste Tag. Aber doch nicht grade jetzt – bei 40 Grad!

Überhaupt ist das jämmerliche Gemecker der Markranstädter über die Hitze irgendwie nervig. Immer nur rumnörgeln, dagegen sein und die Hoffnungslosigkeit pflegen statt die Chancen zu sehen. Jawollja, gerade in den gegenwärtigen Temperaturen liegen die Antworten auf die drängendsten Fragen dieser Tage! Man muss sie nur finden wollen.

Wie bitteschön sollte zum Beispiel bei dieser Hitze und der dramatischen Trockenheit eine Bahnhofsunterführung absaufen? Und das gleich mehrfach?

Eine Frage des PrGleises

Mit dieser Nachricht stimmt nicht nur was nicht, sondern sie kann nur falsch sein. Fake-News und fertig. Der Tunnel ist nie abgesoffen und nur darum ist er jetzt trocken. Dass man einen solchen Umstand als technischen Erfolg feiern kann, ist lediglich den Temperaturen zuzuschreiben. Das ist wie bei einer Grippe: Ab 40 Grad denken die Gedanken wirres Zeug.

Durch die Hitze: Fata Morgana unterm Bahnhof.

Nächster Punkt: Die Stadtmöbel. Glauben Sie echt, dass sich bei der Gluthitze, in der nicht mal ein Vandale freiwillig vor die Tür geht, jemand da hinsetzen würde? In Wahrheit geht’s doch eher darum, dass da keine Bänke geplant sind, sondern ein Getränkestützpunkt, damit die vom demografischen Wandel gezeichneten Markranstädter den Weg von Aldi nach Hause schaffen. Milch macht müde Männer munter! Das schreit doch geradezu nach zivilem Widerstand!

Die besseren Argumente

Aber auch hier sollte man als Betroffener doch eher die Chancen sehen. Wieviel entspannter lässt sich eine Heizungsanlage bei tropischen Außentemperaturen planen, wenn das Büro im kühlen Schatten eines vorgelagerten Bauwerks liegt? Aber nein – immer gleich meckern und dagegen sein.

Thema Großküche. Wer bitteschön braucht einen Herd, wenn’s eh schon über 40 Grad sind? Einfach den Topf vor die Tür stellen und fertig ist der Lack.

Viele Köche verderben den Spaß

Auch Köche sind nicht dumm und haben schon vom Klimawandel gehört. Will heißen: Die hatten nie vor, eine Großküche zu bauen. Sie wollten einfach nur mal stänkern, weil sie wissen, dass Menschen unter Hitzeeinwirkung irrational handeln.

Hierzu fiel uns kein Bildtext ein.

Wenn dann die Eigentümer von in der Sonne glühenden Schottergärten den Erhalt des öffentlichen Grünstreifens fordern oder im sicheren Gefühl ihrer eigenen, von Arbeitenden finanzierten Rente eben jenen die Arbeitsplätze versauen, ist der Spaß unbezahlbar. So fies können Großköche sein. Und mal ehrlich: In der einzigen Großküche, die es in Markranstädt je gab und geben wird, werden Gerüchte gekocht, basta! Wir holen uns doch keine Konkurrenz ins Haus.

Protonentherapie bei 40 Grad

Bliebe noch das Protonentherapiezentrum. Also da liegt ja das Fake der News schon im Namen. Hier laufen so viele Menschen rum, die aus unterschiedlichsten Gründen eine Therapie nötig hätten und wir sollen glauben, dass da jemand ernsthaft vor hat, Protonen zu therapieren? Sowas erzählt man nur jemandem, wenn man sicher ist, dass er einen Hitzschlag erlitten hat und den tieferen Sinn sowieso nicht mehr erfassen kann.

Kurzum: Die Hitze macht uns ganz schön fertig. Darum noch ein gut gemeinter Rat: Hängen Sie bei 40 Grad bloß keine 30°-Wäsche raus. Da wird die Pudelmütze ganz schnell zum Tanga.

 






3 Comments to Die Antwort der Woche: „Aber ja doch, nein!“

  1. treuer Leser sagt:

    Satirischer Leckerbissen? Lieber UJS mit nichten, ich denke eher hier wurde mal wieder der Nagel auf den Kopf getroffen denn die Wahrheit liegt wie immer zwischen den Zeilen. Und es war doch auch in der Vergangenheit immer so dass auch an einer Satire immer etwas Wahres ist. Ich finde es jedenfalls „Toll“ dass wir von MN immer so gut informiert werden was man vom Rat und der 4 Etage nicht behaupten kann.

  2. Ronald sagt:

    Danke für diese solche feinste Satire punktiert dazu diese meine Lobpreisung selbst

  3. UJS sagt:

    Das ist wieder ein satirischer Leckerbissen.

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