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Die Markranstädter Wochenschau (21)

Das war eine relativ kurze Arbeitswoche und entsprechend übersichtlich drohte die Wochenschau auszufallen. Aber dann kam der Freitag und die Ereignisse überschlugen sich. Ganz hartes Brot für den Satiriker, darin die humoristische Krume zu finden und diese auch noch zu einer verdaulichen Konsistenz aufzuweichen. Einziger Wehrmachtstropfen: Das kriegt man nicht allein unter Brotschnaps hin. Da muss man auf Klebstoff sein oder wenigstens annähernd sowas in der Richtung. Das Ergebnis: Ausreichend Wochenend-Lektüre.

Wie immer an dieser Stelle zuerst die seriösen, von jeglicher Satire befreiten Nachrichten der Woche, bevor wir zu den wesentlich wesentlicheren Nachtschichten kommen.


Mit Musik gegen Einsamkeit

Ähnlich wie in italienischen und spanischen Städten oder zuletzt auch in Leipzig, fanden in dieser Woche vor Markranstädter Seniorenresidenzen kleine Konzerte statt. Von Fenstern und Balkonen aus, mitunter auch direkt an der frischen Luft mit vorgeschriebenem Abstand, wurde den Senioren damit ein Stück vermisster Kultur ins Haus gebracht.

Beim Pflegedienst Engel in der Leipziger Straße gastierte ein Duo der Sächsischen Bläserphilharmonie (Foto) und erfreute die Zuhörerschaft mit Volksliedern und bekannten Weisen zum Mitsingen.


CDU nominiert am 10. Juni

Die Markranstädter CDU will ihren Kandidaten für die kommenden Bürgermeisterwahlen am 10. Juni nominieren. Die Veranstaltung soll öffentlich im Sportcenter stattfinden.

Bislang gilt als sicher, dass sich Jens Schwertfeger aus Frankenheim (r.) und Heike Helbig aus Seebenisch (l.) zur Nominierung stellen. Allerdings ist auf Grund des vorgeschriebenen Prozederes nicht auszuschließen, dass sich während der Veranstaltung ein weiterer Bewerber melden kann. Die Christdemokraten wollen auf alle Fälle mit einem Kandidaten ins Rennen um das Bürgermeisteramt gehen.

Für eine Teilnahme an der Nominierungsveranstaltung gelten wegen der Corona-Beschränkungen diesmal allerdings besondere Regelungen. Veranstaltungsteilnehmer müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Sollte an der Veranstaltung jemand teilnehmen, der später positiv auf SARS-CoV-2 getestet wird, müsse man außerdem die Kontaktpersonen nachverfolgen können, heißt es. Deshalb müssten die persönlichen Daten jedes Teilnehmers erfasst und zwei Wochen aufbewahrt werden. Im Anschluss werden diese vernichtet. Darüber hinaus werde es kein Angebot von Essen und Trinken geben, teilt die CDU mit. Die ganze Mitteilung der CDU lesen Sie hier.


Ausschüsse tagen

Am Montag und Dienstag kommen in Markranstädt wieder die Ausschüsse zusammen. Im Technischen Ausschuss geht es am Montag unter anderem um die Sanierung des Schkölener Dorfteiches und um den BOS-Funkturm. Der Verwaltungsausschuss beschäftigt sich am Dienstag mit der Neuvergabe des Security-Dienstes in der Stadt und am Westufer, mit der Vergabe der Erdgas-Lieferung sowie Themen zum Haushalt, zu Grundstücken und einer Photovoltaikanlage auf dem Schulgebäude in der Parkstraße.

Kurzfristig abgesetzt wurde hingegen der Tagesordnungspunkt, der sich mit der Aufstellung von Containern für die übergangsweise Aufrechterhaltung des Schulbetriebes beschäftigen sollte. Wie Bürgermeister Jens Spiske den Fraktionsvorsitzenden mitteilte, habe er nach Vorliegen aller notwendigen Informationen, Abwägung unterschiedlicher Lösungen und vor allem Betrachtung der finanziellen Herausforderungen, entschieden, dass die Containerlösung keine Option sei.

Von den Nachrichten nun zu den Nachtschichten und da gleich zur besten der Woche: Die Sanierung des Stadtbades kann endlich losgehen. Vorfristig sogar!

Seit einer gestern veröffentlichten Pressenotiz ist klar, welches Ziel das emsige Treiben der letzten Tage in der Diva hatte. Da wurde das alte Wasser abgelassen, das Planschbecken frisch gestrichen, das Hauptbecken gereinigt, alles mit neuem Wasser befüllt, die Wiese gemäht und sogar ein Fliesenleger war am Werke.

Dem außenstehenden Betrachter bietet sich jetzt ein Ambiente, wie es in einem Ferienkatalog kaum schöner darstellbar ist. Also alles bereit für den Abriss. Kaum drei Tage nach Abschluss dieser aufwändigen Maßnahmen zur Herstellung der Baufreiheit kam aus dem Rathaus dann auch schon die Mitteilung, dass es jetzt losgehen kann mit der Sanierung. Die Bauarbeiter werden sich freuen, so eine top-vorbereitete Baustelle vorzufinden.

Super, das ging ja wirklich mal schnell. So schnell sogar, dass die Nachricht auf dem Weg zum Kiosk des Stadtbades von der Tageszeitung überholt wurde. Da sage noch einer, man würde in den traditionellen Medien nichts Neues erfahren. Die Kiosk-Betreiberin dürfte jedenfalls gestaunt haben, was sie da am Freitag so alles über ihre Zukunft lesen konnte.

Unabhängige Bewerberin

Erstaunliches ist auch aus dem politischen Lager Markranstädts zu erfahren. Während man sich in der CDU offenbar noch nicht darüber einigen konnte, ob Markranstädt schon wieder bereit für eine Frau als Bürgermeisterin ist, hat sich inzwischen eine feminine Alternative gezeigt.

Nadine Stitterich (Foto: Alexander Sens)

Nadine Stitterich heißt die junge Frau, die ihren Hut jetzt auch offiziell in den Ring geworfen hat. Die für den Zweckverband Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) tätige Juristin wohnt in Frankenheim / Lindennaundorf, ist 40 Jahre alt, verheiratet und Mutter zweier Kinder.

„Durch meine Erfahrungen in der Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung habe ich viele Kenntnisse erworben und mir Kompetenzen angeeignet, die mich zusammen mit meinem ehrenamtlichen Engagement als Schöffin für das Amt als Bürgermeisterin qualifizieren“, teilt Stitterich mit. Sie habe sich nach „ermutigenden Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Vereinen und Verbänden in Markranstädt“ zur Kandidatur entschlossen.

Zwar könnte das Ergebnis einer am Freitag eilig vorgenommenen Umfrage der Markranstädter Nachtschichten bei Vertretern aus Politik, Vereinen und Verbänden den Schluss zulassen, dass diese Gespräche jetzt nicht überall so nachhaltig waren, um sich noch daran erinnern zu können, aber allein der Mut der Kandidatin, als eine Art Jeanne d’Arc in den Ring zu steigen, nötigt allen Respekt ab.

Und sie weiß offenbar auch genau, worauf sie sich einlässt. „Fairness und Respekt sind für mich im Rahmen des Wahlkampfes oberstes Gebot“, sagt die sympathische Bewerberin, sicher nicht nur mit Blick auf den letzten Bürgermeisterwahlkampf, sondern auch auf sich andeutende neuerliche Entwicklungen öffentlicher Zwiesprache in Monolog-Format.

Ihr Wahlprogramm wolle sie in den nächsten Wochen vorstellen, bietet aber „allen politischen und zivilgesellschaftlichen Gruppierungen und Akteuren in Markranstädt“ schon mal an, gemeinsam über Vorstellungen zur Zukunft von Markranstädt ins Gespräch zu kommen.

Wer das wolle, könne sich unter der E-Mail-Adresse kontakt[at]nadine-stitterich.de mit ihr in Verbindung setzen. Die komplette Pressemitteilung von Nadine Stitterich lesen Sie hier.

Die Ausbeute der Land-Safari

Bliebe noch ein kurzer Blick aufs Land. Dort zogen am Donnerstag, von keiner Pandemie getrübt, Heerscharen feiernder Menschen durch die Flur. Es war wie immer. Fast.

Im letzten Jahr um diese Zeit hatte der Trip über die Kippe zwischen Markranstädt und Kulkwitz eher gespenstische Züge. Kahlgefressene Bäume und herabregnende Raupen haben zumindest denen, die noch in der Lage zu solchen Empfindungen waren, kalte Schauer über die Rücken gejagt.

Schon erkannten Forstleute auch in diesem Frühjahr wieder die nahenden Zeichen einer neuerlichen Apokalypse. Aber der gefräßige Schwammspinner meint es anno 2020 scheinbar gut mit Markranstädt. Nur vereinzelt ist er zu sehen, ebenso sind durch ihn angerichtete Schäden bislang kaum auffällig.

Das große Krabbeln

Dafür hat sich ein anderes krabbelndes Viech aufgemacht, den brach liegenden Lebensraum zu erobern. Der Goldafter ist es, dessen Ausbreitung mit zunehmender Sorge beobachtet wird. Der Name könnte jetzt irritieren, klingt er doch wie eine goldige Verniedlichungsform jenes Körperteils, für das aus dem gleichen Grunde eine gesellschaftsfähigere Assoziation zum wesentlich beliebteren Mokkastübchen geflochten wurde.

Auch hier an der Bahnüberführung zwischen beiden Verkehrskreiseln haben die Raupen ihre Gespinste gebaut.

Kurzum: Nomen est Omen. Der Goldafter verhält sich in der Tat wie ein Arschloch. Er bevorzugt Bäume und Sträucher in der offenen Landschaft, Alleebäume, Solitärbäume und macht auch vor Obstgehölzen in Gärten und auf Streuobstwiesen nicht Halt. Einmal am Tisch, frisst er den ganzen Baum oder Strauch leer.

Aber der vor rund 100 Jahren eingewanderte Schmarotzer gibt sich längst nicht damit zufrieden, unsere sorgsam gepflegte Natur in bewährter Manier als Selbstbedienungsladen zu missbrauchen. Er hält auch sonst nicht viel von Integration. Es sind im doppelten Wortsinn reizende Tierchen.

Können jucken: Haare am Goldafter

Die Raupen des Goldafters besitzen Brennhaare, die bei Kontakt häufig zu allergischen Reaktionen führen können. Die Haare der Goldafter-Raupe sind an der Spitze in eine drei- bis fünfstrahlige Krone aufgespalten. Am unteren Teil zeigt der Haarschaft eine spaltförmige Öffnung. Das beim Abbrechen der Brennhaare frei werdende Gift besteht überwiegend aus Proteinen wie beispielsweise Histamin.

Kleine Eselsbrücke für unsere Jakedumas: Histamin ist nix, womit man auf einen Trip kommt und auch nicht der Auslöser für Muttis Hysterie, wenn Ihr danach wieder runter seid. Merke: Der Unterschied besteht im Ypsilon!

So, Ende mit Bio und all dem anderen Geseier. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern ein entspanntes Wochenende. Kontaktarm, versteht sich. Wenn Sie sich unbedingt jemandem mitteilen wollen, dann schreiben Sie hier einfach einen Kommentar.

 






5 Comments to Die Markranstädter Wochenschau (21)

  1. Lemmy sagt:

    Liebe Redaktion, Danke für Eure Aufklärung das es BM-Wahlkandidaten gibt. Nach dem Nomminierungsdesaster der CDU fragt sich der/die Bürger(in) nur: BÜRGER(auch -innen)+Meister(in), was ist das? Ist das nicht ein/eine Jemand der/die bereits bekanntermaßen gesellschaftlich durch Aktivitäten wahrnehmbar vorgelebt haben sollte? Und dadurch wohnenden Leuten in Markranstädt und Umlandgemeinden bereits positiv bekannt sein sollte? Bleibt dran an den 2 übrig gebliebenen + 1 Amtsinhaber, wird spannend. Übrigens herzlichen Glückwunsch dem Amtierenden BM zum Nachwuchs Gestern, wird ein Jungbrunnen (oder -brünnin?) für den Wahlkampf. Frage: Wieso eigentlich (Wahl)-KAMPF? Gegen Wen wenn`s um Bürger/innen-meistern geht?

  2. Zechel sagt:

    Eine halbe Stimme für die Kandidatin aus Frankenheim die nicht einmal Frankenheimer kennen wenn sie die Einbindung der verlängerten Priesteblicher Strasse in Angriff nimmt.Glück zu.

  3. Volker Schack sagt:

    EDEKA könnte neu dort angesiedelt werden, wo Bartcal oder ehemals Sonntag im denkmalgeschützten Eck komplett mit den Grundstücken rundherum seit Langem ein trauriges Dasein fristen. Dieser Gedanke stände allerdings allen neuen Bürgermeistern gut zu Gesicht, diesen Schandfleck endlich im Zentrum unserer Stadt, wieder zu beseitigen.

  4. Samoht sagt:

    Das wäre der erste sympathische Mensch mit juristischem Gesellschaftshintergrund. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sie im ZVNL gar nicht als Verbandsjuristin arbeitet, sondern dort für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist? So stehts jedenfalls auf derren Webseite.

    Aber ansonstenwiede mal dickes Lob. An diese Art Wochenschau könnte man sich gewöhnen. Ich freue mich da schon jedesmall auf den Sonnabend und die Familie auch. Schade daß es nun wieder eine Woche dauert.

  5. Uta lüngen sagt:

    Frischer Wind aus Frankenheim, na das kann ja nicht schaden,die alte Luft ist schwach geworden. Vielleicht hat die neue Frau auch noch ein Konzept für das Gebiet bei ehemals Edeka, dann hat sie schon mal eine Stimme

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