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Die Markranstädter Wochenschau (23)

Mit aktuell rund 16.000 Klicks (morgen, am Ende der Woche, werden es rund 18.000) sein, war das in Sachen Reichweite die zweiterfolgreichste Woche in der Geschichte der Markranstäder Nachtschichten. Das hat aber seinen Preis. Wir haben dafür seit Montag so ziemlich alles verfeuert, was die Stadt an satirischem Brennstoff geliefert hat. Hier nun die kärglichen Reste in der aktuellen Wochenschau.

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Werfen wir, wie immer, zunächst einen Blick in die „linke Spalte“ mit den wichtigsten seriösen Kurznachrichten der Woche.


Mühle dreht sich wieder

Der Heimatverein Frankenheim-Lindennaundorf lädt am morgigen Sonntag zum ersten Tag der offenen Mühle in diesem Jahr ein. Zwischen 13 und 18 Uhr drehen sich die Flügel und es wird , selbstverständlich unter Beachtung der Hygienevorschriften, wieder zünftig gemahlen.

Bereits vor Pfingsten hatte der Verein in einem Arbeitseinsatz das Interieur auf Vordermann gebracht. Das Lagergebäude erhielt nach Dachsanierung nun einen freundlichen hellen Anstrisch. In einem weiteren Arbeitsgang sollen später Balken, Tür und Fensterlaibungen farblich abgesetzt werden. Im Obergeschoss des Vereinshauses wurden neue Lagermöglichkeiten für das umfangreiche Bild- und Dokumentenarchiv errichtet und der Mühlenzaun erhielt neue Torpfosten.


Ziege wohlbehalten zurück

Die am Pfingstwochenende in der „Kleinen Farm“ gestohlene Ziege ist wieder da! Wie aus vereinsnahen Kreisen zu erfahren war, sei einer durch die Berichte über den Vorfall sensibilisierten Person aufgefallen, dass jemand in Markranstädt seit kurzem eine Ziege in seiner Wohnung hielt. Kurzerhand habe die Person das Geißlein an sich genommen und der Polizei übergeben, die das Tier wiederum an den Verein Richtungswechsel e.V. übergab. Über den Sachstand der Ermittlungen hat die Polizei noch keine Angaben gemacht.


Jugendclub wieder geöffnet

Seit Mittwoch hat der CJD Jugendclub am Bad wieder geöffnet. Allerdings sind beim Besuch der Einrichtung entsprechende Regelungen zu beachten. So beispielsweise die geltenden Hygienevorschriften inklusive Händedesinfektion, die Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern und die Beschränkung auf maximal fünf Besucher, die sich gleichzeitig auf dem Gelände aufhalten dürfen. Der Jugendclub hat aktuell von Montag bis Donnerstag zwischen 14 und 18 Uhr geöffnet.


Flüchtlingszahlen

In der Gemeinschaftsunterkunft im ehemaligen Hotel Gutenberg sind aktuell 148 Flüchtlinge untergebracht. Das gab der Bürgermeister im Rahmen der Stadtratssitzung am Donnerstag bekannt.

Tendenziell sei festzustellen, dass die Zahl von Flüchtlingen aus Staaten wie Venezuela oder Myanmar zunehme. Hingegen gebe es weniger Zuweisungen von Flüchtlingen aus Ländern wie beispielsweise Tunesien oder Marokko.


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Die Nachtschichten-Safari durch die Latifundien zwischen Floßgraben und Zschampert fiel in dieser Woche recht kurz aus. Der Grund: Wir müssen Sprit sparen.

Einerseits haben wir kaum noch Geld dafür, weil Satiriker nicht systemrelevant sind und der breite Strom gesellschaftlicher Corona-Hilfen an ihnen vorbei treibt. Andererseits haben sich in Markranstädt neue Formen der Event-Kultur etabliert.

Benzintanks statt Sangria-Eimer

Weil sie nicht mehr verreisen dürfen, stecken die verhinderten Touristen ihre Trinkhalme nicht mehr am Ballermann in Sangria-Eimer, sondern zu Hause in die Tanks geparkter Autos. Wenigstens diese Botschaft ist im Volke angekommen: Bleibe zu Hause und nähre dich redlich.

Der homo marcransis ist quasi dazu verdonnert worden, seinen Urlaub in der Heimat zu verbringen. Da passt es ganz gut, dass der Stadtrat am Donnerstag den Weg frei gemacht hat für den Ausbau der touristischen Infrastruktur.

OBZ Räpitz wird ertüchtigt

So soll noch in diesem Jahr das Ortsbegegnungszentrum (OBZ) Räpitz ertüchtigt werden. Manche Räpitzer wissen noch nicht einmal, dass es da überhaupt schon eins gibt, das ertüchtigt werden könnte. Für viele ist es einfach nur das Sportlerheim.

Höchste Zeit also, dem Touristenzentrum für Daheimgebliebene jene Ausstrahlung zu verleihen, die einem OBZ zusteht. Für insgesamt rund 230.000 Euro soll der Baukörper am Rande des alten Fußballplatzes aufgehübscht werden.

Geplant sind die energetische Ertüchtigung des Gebäudes, barrierefreie Zugänge (wichtig für die Fußballer!) zu den Toiletten und zum Kulturraum (wichtig für den Ortschaftsrat!), die Modernisierung der Turnhalle sowie die Sanierung des Vereinsraumes und der Außenfassade. Auch die alte Klärgrube (bisher wichtig für den Geruch nach Dorf) soll verschwinden und das bestehende Abwassersystem auf den Prüfstand kommen.

Ostfeuerwehr zu Ortsfeuerwehr

Auch in Gärnitz soll Schluss gemacht werden mit der (N)ostalgie. Der Bürgermeister bemühte in seiner Ankündigung nicht ohne Grund den vielfach hörbaren Freud’schen Versprecher, wonach man bei der Ortsfeuerwehr schon mal von der „Ostfeuerwehr“ spricht.

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Dafür steht nicht nur mobile Einsatztechnik wie die der Marke „Robur“ Pate, sondern auch ein Domizil aus der Epoche des Maximalen Sozialistischen Minimalismus (MSM). Jetzt soll was Größeres her .

Wie groß genau, steht noch nicht fest. Fakt ist nur, dass es eine Feuerwache werden soll und dass sie groß genug sein muss, um auch ein neues Löschfahrzeug, einen Kleinbus und perspektivisch auch 18 Kameraden beherbergen zu können. Und dass der neue Komplex rund eine Million kosten darf.

Die Gärnitzer Feuerwehr auf dem Weg zu einem Großbrand. Mit seinem sparsamen Antrieb ist das Einsatzfahrzeug zwar recht schwerfällig, aber klimaneutral. Trotzdem kann’s so nicht weitergehen.

Der Stadtrat gab deshalb schon mal rund 95.000 Euro davon frei, sodass sich ein Planungsbüro damit beschäftigen kann, diese Kriterien unter einen Hut zu bringen. Danach können dann die Fördermittel beantragt werden und so Gott oder die zuständige Behörde will, kanns nach einem entsprechenden Bescheid losgehen.

Bis dahin müssen die Gärnitzer Kameraden beim Ausrücken halt immer noch ein paar Briketts mitnehmen, damit dann wenigstens noch was brennt, wenn’s so weit ist, dass man zeitgemäß löschen kann.

„Trimm Dich“ für Jakedumas

Mit dem Löschen haben zivile Einsatzkräfte in der Lagune am Kulki zwar keine Probleme, dafür aber mit Brandrückständen. Nahezu jeden Morgen entdeckt man dort die Reste neuer Feuerstellen, meist dekoriert mit zerbrochenen Flaschen und reichlich Unrat.

Kaum weggeräumt, haben Jakeduma & Co. in der folgenden Nacht schon wieder für Nachschub gesorgt. Diese Kreislaufwirtschaft soll nun durch die Bestellung eines neuen Security-Dienstes unterbrochen werden.

Der Verwaltungsausschuss beauftragte die Leipziger L.S.C. Veranstaltungsdienste GmbH, ab 1. Juli die „Bewachung von Schwerpunkten in der Stadt Markranstädt und am Westufer Kulkwitzer See“ zu übernehmen.

Mit der Polizei, dem Ordnungsamt und privat organisierten Sercurity-Diensten sind dann schon vier verschiedene Institutionen damit beschäftigt, sich die Jakedumas und andere Ruhe- und Ordnungsstörer gegenseitig in die Arme zu treiben. An Ursache und Auswirkung wird das zwar nichts ändern, aber es macht in dieser an Sportübertragungen kargen Zeit wenigstens Spaß, dabei zuzuschauen.

 



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4 Comments to Die Markranstädter Wochenschau (23)

  1. SNU sagt:

    Es könnte vielleicht hilfreich sein, wenn sich Ordnungsamt oder Sicherheitsdienst ein paar Tipps vom Bademeister holen. Der hat eventuell Hinweise zu zeitlichen Aktivitäten der Jakedumas am Westufer.

  2. kleiner Beobachter sagt:

    An sich ist ja nichts aus zu setzen an diesem Artikel, wäre da nicht der letzte Absatz. Denn mal ehrlich, einerseits heist es immer es ist kein Geld da und andererseits kann man sich mittlerweile 4 Sicherheitsdienste leisten, gut drei müssen nur selbst bezahlt werden aber ich werde den Verdacht nicht los dass man in Zeiten von Corona der Leipziger L.S.C. Veranstaltungsdienste GmbH, unter die Arme greifen will da ja Großveranstaltungen nicht auf deren Dienste zugreifen brauchen.
    Ich frag mich aber, ob es sinnvoll ist weiter Geld aus dem Ratsfenster zu schmeißen obwohl die drei bisherigen Dienste auch nicht den Verursachern habhaft wurde. Oder möchte man nun einen 24 Std Dienst bereit stellen um zumindest einen kleinen Erfolg zu erzielen? Es bleibt ab zu warten und vieleicht ja erfahren wir einen Erfolg dann bei Neues aus der vierten Etage (8)

    • Samoht sagt:

      Es würde meines Erachtens schon reichen, wenn der Bürgermeister das Heft in die Hand nimmt und alle Beteiligten wie Polizei, Ordnungsamt, Security und die privat organisierten Sicherheitsdienste – aber auch die großen Wohnungsverwalter – mal an einen Tisch ruft. Da könnte man ein Konzept entwickeln, wie man mit den vorhandenen Kräften planmäßig vorgeht. Ein wenig System in die Sache gebracht, könnte man wdamit wesentlich kostengünstiger arbeiten und gleichzeitig sogar eine 24-Stunden-Präsenz rund um die Uhr absichern.

      So wie es jetzt läuft, pflichte ich dem kleinen Beobachter und dem letzten Absatz im Artikel bei: Man jagd für viel Geld die Zerstörenfriede nur von einem Hotspot zum anderen und je mehr Jäger kommen, umso mehr Hotspots entstehen. Aber das lässt sich natürlich leicht herunterspielen, wenn man in einem sicheren Refugium weit außerhalb der Brennpunkte wohnt. Und genau in diesem Punkt ist nach gegenwärtigem Stand auch nach der Bürgerm,eisterwahl keine Änderung zu erwarten. Alle (bisherigen) Kandidaten verfügen über die gleichen Merkmale ihres Wohnstandortes.

      • Echter Markranster sagt:

        Sehr richtig kommentiert! Ich würde mit allen Security’s eine abendliche Treibjagd-ähnlich wie bei Wildschweinen- machen und die diversen Vergehen bezüglich Corona abkassieren ( ein Bußgeldkatalog existiert ja angeblich ). Das eingenommene Geld kann ja den Vadalismus-Opfern zugute kommen.

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