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Die Markranstädter Wochenschau (29)

Wieder eine Woche vorüber. Aber keine Angst, die restlichen 23 Septaden bis Weihnachten schaffen wir auch noch. Für die wenigen Säumigen, die noch auf der Suche nach Geschenken sind, haben wir eine tolle Nachricht: Am Montag eröffnet Aldi! Wir haben uns dort schon mal umgeschaut und erstaunliche Dinge entdeckt. Aber auch auf den Dörfern tut sich allerhand. In Kulkwitz und in Räpitz hat man es beispielsweise mit unsichtbaren Gegnern zu tun. Viren und QueGroMa-Bewohner stehen dort im Fadenkreuz.

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Räpitz: Kunst der Negation

Fangen wir gleich mal mit Räpitz an. Für den eigentlich zum Abriss vorgesehenen Wohnblock (Titelfoto) bieten sich plötzlich völlig neue Perspektiven. Es droht der Umbau zu einem modernen Büro-Komplex.

Noch mal zur Erklärung: In der Medizin ist negativ positiv und verhält sich daher umgekehrt proportional zu gut oder schlecht. Wenn Sie also positiv auf AIDS oder Schwangerschaft getestet wurden, ist das Ergebnis schlecht für Sie, bedeutet es doch: Sie sind infiziert!

Nichts negativ klingt eigentlich positiv, nur halt nicht in der Medizin.

Diese Überschrift publiziert die Negation der Negation (doppelte Verneinung) und bedeutet damit: Alles positiv! Also rein medizinisch gesehen. Und damit ist eben alles schlecht, weil demnach sämtliche Tests corona-positiv ausfielen.

Jetzt werden Sie sich fragen, was das nun mit Räpitz zu tun hat? Nun ja, in besagten Neubauten werden regelmäßig Sklaven des Weißenfelser Fleischwerkes gesichtet. Ihre Masser haben die perfekt auf deren Ansprüche zugeschnittenen Räume, die hygienische Sauberkeit und das idyllische Ambiente der Behausungen jenseits jeglicher Zivilisation offenbar schätzen gelernt.

Da wir nun wissen, dass die Steakschaffenden corona-positiv sind, ist auch klar, dass sie keinen Zugang mehr zum Fleischwerk haben können müssten dürften. Zugleich hat Schlächter Tönnies kürzlich bekundet, dass in seiner Branche nichts mehr so bleiben wird wie es war.

Da bleibt also nur noch eine Schlussfolgerung übrig: Die osteuropäischen Schlachtsklaven arbeiten ab sofort im Homeoffice und die Räpitzer Platten werden somit zu outgesourcten Zerlegebüros für soloselbstständige Tierkörperverwerter ertüchtigt.

Eine Tönnies-Fachkraft im Räpitzer Home-Office.

Weil damit gleichzeitig den Arbeitnehmerüberlassungen ein Riegel vorgeschoben wurde, wird Clemens Tönnies wegen dieser sozialen Endlösung schon mit der Nominierung für die Auszeichnung als Deutschlands Unternehmer des Jahres 2020 in Verbindung gebracht. Als Teil dieses Pilotprojektes winkt der Markranstädter Ortschaft Räpitz bundesweit nachhaltige Reputation.


Veranstaltungstipp zum Thema

Passend zum Thema lädt die Volkshochschule am Mittwoch um 18:30 Uhr zu einer kostenfreien Veranstaltung ein, die beleuchtet, warum die Fleischindustrie zum Epizentrum in der Corona-Krise geworden ist. Referent Dr. Peter Birke arbeitet und forscht für das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) e.V. bereits seit 2017 zu den Beschäftigungsbedingungen in der niedersächsischen Fleischindustrie. Eine Teilnahme sei auch online möglich, teilt die VHS mit.

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Kulkwitz: Kunst ist Waffe

Auch eine völlig neue Strategie (allerdings etwas ernster) stellt das überarbeitete Verteidigungskonzept der Ortschaft Kulkwitz dar. Während die Grenze zum südlichen Anrainer Schkeitbar kürzlich zweispurig ausgebaut wurde und der kleine Grenzverkehr seither sogar visafrei erfolgt, schaut man mit zunehmender Sorge gen Norden.

Offenbar haben es die Machthaber der QueGroMa-Staaten (Quesitz, Großlehna, Markranstädt) auf die Besetzung des strategisch wichtigen Höhenzuges „Kippe“ abgesehen. Für die Tatsache, dass noch keine Bewegungen militärischer Einheiten festgestellt wurden, hat die Kulkwitzer Ministerpräsidentin Carmen Osang eine plausible Erklärung.

„Wegen der geltenden Corona-Abstandsregeln ist das Aufmarschgebiet des Gegners jenseits der Kippe zu klein“, erklärte sie jüngst gegenüber internationalen Pressevertretern. Die bis zu den endgültigen Lockerungen gewonnene Zeit will man in Kulkwitz nutzen, um die Verteidigungsanlagen aufzurüsten. „Wir werden keinen Millimeter preisgeben“, so Osang.

Kulkwitzer Raketenstellung am Weißen Schrecken.

In einem ersten Schritt wurde dazu der alte Storchenhorst am Weißen Schrecken zur Abschussrampe einer interstellaren Vergeltungswaffe ertüchtigt. „Hier haben weiße Störche noch nie weißen Schrecken verbreitet“, heißt es in der eilig konzipierten Bauvoranfrage an den örtlichen Storchenberinger.

Während die Ornithologen noch an einer abschlägigen Antwort feilten, schuf die Kulkwitzer Wehrmacht in der vergangenen Woche bereits Tatsachen. Von einem privaten Investor finanziert, wurde kurzerhand der selbst entwickelte Marschflugkörper „Propan 2000“ auf der Rampe installiert.

Jederzeit abschussbereit: Die „Propan 2000“ zeigt in Richtung Großlehna.

Im Gegensatz zu ihrer Zerstörungskraft ist das Abschreckungspotenzial dieser Waffe allerdings verheerend. Allein die Ausrichtung der Startrampe (Nord-Nord-West) sorgte an der Großlehnaer Grundschule für die sofortige Wiedereinführung des seit 1989 vorübergehend ausgesetzten Wehrunterrichts.

Nach anfänglichen Kritiken ist man an der A9 inzwischen sogar dankbar für die Überarbeitung der Raumaufteilung durch die Stadtverwaltung. Das als Computerkabinett freigelenkte Zimmer dient der Zivilverteidigung des Ortes jetzt als Luftschutzbunker.

Kurz vor der Eskalation durch Übergabe einer Kriegserklärung kam dann aber die Wahrheit ans Licht. Bei der vermeintlichen Gefechtsstelle in Kulkwitz handelt es sich lediglich um eine künstlerische Installation, eine Art 99 Luftballons aus Stahl. Gut dass wir mal drüber gesprochen haben.

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Markranstädt: Kunst auf dem Kubus

Einen künstlerischen Ausdruck sollen auch die stilisierten Wellen samt Segel auf dem Kubus des neuen Aldi-Marktes darstellen. Kann man drüber streiten oder auch nicht. Dass der Künstler scheinbar anonym bleiben will, könnte allerdings eine Lehre aus dem Markranstädter Umgang mit anderen Kunstobjekten sein.

Kunst am (Bau)Körper: Markranstädter ALDI-Markt mit Markranstädter Symbolkraft.

Kunst ist in Lallendorf bekanntlich nur dann Kunst, wenn sie allen gefällt. Wo das nicht der Fall ist, wird sie nicht nur verpönt, sondern gleich samt ihres Schöpfers in die Ecke mit den anderen entarteten Werken verfrachtet.

Dass Kunst allein dann ihren Zweck erfüllt, wenn über sie geredet wird (und das vorzugsweise sogar kontrovers), wird zwischen Floßgraben und Zschampert zwar traditionell gern ausgeblendet, aber jetzt haben wir wenigstens wieder was, worüber wir reden können. Ja sogar müssen, denn es ist ja kein Urheber bekannt, den man verantwortlich machen kann. Mal was Neues in der Kulturstadt am See.

Dabei befindet sich das eigentliche Kunstwerk direkt unter diesem Kunstwerk. Wer seinen Blick von der Höhe des Kubus hin zum Boden gleiten lässt, wird dort Stadtmöbel entdecken! Nicht irgendwelche freilich, sondern DIE Stadtmöbel. Was’n Kunstgriff!

Zum Glück waren für die Bereicherung der Aufenthaltsqualität an diesem Standort noch ein paar Stadtmöbel übrig.

Zwischen den Standorten ALDI und G&B liegen nur ein paar Meter, aber das scheinen Welten zu sein. Werden Bänke weiter vorn in der Leipziger Straße als potenzieller Anziehungspunkt für Vandalen befürchtet, sieht ALDI hingegen eine Bereicherung der Aufenthaltsqualität.

Wir lernen: Auch die Perspektive der Betrachtung ist eben irgendwie eine Kunst. Was für den Problemdenker eine Katastrophe darstellt, ist für den Chancendenker ein Schritt nach vorn. Schön, dass wir auch darüber mal nachgedacht haben.

Nachgedacht haben wohl auch die Planer des Standorts. So nah an der Wand macht es keinen Sinn, die Bank um 180 Grad zu drehen. Von fehlender Beinfreiheit zwischen Sitz und Wand mal ganz abgesehen, dürfte auch die in lebensbejahendem Grau gehaltene Farbe der Fassade die Jugendlichen mit Frustrationshintergrund vor einer solchen Wiederholungstat abschrecken.


Ab Montag gibts wieder ALDI

Aldi eröffnet den neuen Markt am Montag um 7 Uhr. Auf einer Gesamtfläche von rund 1.040 Quadratmetern liege der Fokus besonders auf den Frischebereichen, teilt das Unternehmen mit. Direkt am Eingang befinde sich eine Backstation, das Herzstück des neuen Marktes bilde eine Frischeinsel mit einem Obst und Gemüsebereich.

 



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3 Comments to Die Markranstädter Wochenschau (29)

  1. jabadu sagt:

    Sozusagen gibt es für Markranstädt das Leitbild mit dem Motiv „Markranstädt – mit Energie in die Zukunft“. Im Leitsatz „Markranstädt – Die Stadt, die bewegt“ wird Markranstädt als „Sportstadt am See“ bezeichnet.
    Und nun. Nun steht da nur „Markranstädt, die Stadt am See“. Schade das es dem unbekannten Künstler nicht gelungen ist, das Leitbild der Stadt aufzugreifen. Es ist halt Kunst mit allen gestalterischen Freiheiten. Vielleicht eine Kunstaktion von ALDI?

  2. Ich sagt:

    Wie immer herrlich, allein getrübt durch rassistische Inhalte.
    Für Begriffe wie den „Weissen Schrecken“ kommt Ihr künftig wohl nicht umhin, vermehrt Synonyme zu bemühen, zum Beispiel „der unbunte Beängstigende“, um Eure intensionale Bezugnahme einer eventuell strafrechtlich verfolgungswürdigen Ausdrucksweise zu entziehen.

    • -st- sagt:

      Der unbunte Beängstigende … ein Top-Kandidat für das Markranstädter Unwort des Jahres. Auf alle Fälle noch eine Ecke besser als der BOS-Funkturm in der maximalpigmentierten Verkehrsverbindungsanlage.

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