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Die Markranstädter Wochenschau (31)

Diese Woche war so schnell vorbei wie der erste Geschlechtsverkehr eines Teenagers. Rein, rauf, runter, raus! Höhepunkte waren deshalb rar gesät, aber es gab welche. Zum Beispiel fand ein denkwürdiges Gipfeltreffen zwischen dem CDU-Kandidaten und dem MN-Chef statt. Und weil es irgendwie auch zu einem Höhepunkt gehört: In Göhrenz wurde das Rätsel um ein geheimnisvolles Loch gelüftet, während in Quesitz ein Schild mit erektiler Dysfunktion für Aufsehen sorgte.

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Entgegen anfänglicher Vermutungen liest er die Markranstädter Nachtschichten doch, der Quesitzer CDU-Kandidat Peter Bär. Und er hat auch die (zugegeben etwas außergewöhnlich formulierte) Einladung zur Teilnahme am satirischen Wahlkampf wahrgenommen.

Aber schriftliche Fernbeziehungen sind nicht das Ding des Bewerbers um den Lallendorfer Thron. Peter Bär bevorzugt die direkte Kommunikation und lud deshalb zu einem Gespräch Aug‘ in Auge. Es sollte sich als bahnbrechende Entscheidung erweisen!

Im Gegensatz zur gastronomischen Erfahrung im auserwählten Gartenlokal (die Lieferzeiten waren am Kalender ablesbar und Worcestersauce gabs nach dem Verzehr des Würzfleisches als Dipp zum Toast-Rest) war das Gipfeltreffen von ausnahmslos positiven Ergebnissen geprägt.

Um es kurz zu machen: Hinter dem, der da im Gespräch von Mann zu Mann an der satirischen Tafel saß, wurde von seinem Gegenüber anfangs sogar ein eloquentes Double vermutet.

Der wahre Peter Bär hat definitiv nichts mit dem Mann gemein, der da vor ein paar Wochen bei der CDU-Nominierungsveranstaltung mit einem vergleichsweise farblosen Vortrag in Erscheinung trat.

Bär hat klare Vorstellungen, ist ein Freund ebenso klarer Worte und zudem erstaunlich kompetent, was kommunalpolitische Verfahrensweisen und sogar konkrete Vorgänge in der Stadt betrifft.

Der Mann ist echt fit und vor diesem Hintergrund muss auch der bislang fehlorientierte Satiriker sein bisheriges Urteilsvermögen kritisch hinterfragen.

Nein, das wird kein langweiliger Wahlkampf! Zwar sind die Ziele irgendwo identisch (es soll uns allen gut gehen und Markranstädt die Welthauptstadt glücklicher Zufriedenheit werden), aber die unterschiedlichen Wege, die diese drei Kandidaten dahin gehen wollen, machen die Sache interessant.

Freuen wir uns über einen flotten Dreier und darüber, dass wir wirklich eine Wahl haben!

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Ein dreifaches „Glück auf!“

Keine Wahl hatte ein Chemnitzer Ingenieurbüro, das am Donnerstag im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes ein rätselhaftes Loch in einem Feld nahe der Göhrenzer Waldsiedlung untersuchte. Es sah aus wie ein altes Bohrloch und war schließlich auch eins.

Enttäuscht packten die erwartungsschwanger angereisten Paparazzi ihre Kameras wieder ein, als klar war, dass sich die Mär von einem darin versunkenen Mähdrescher oder wenigstens Spuren des Bernsteinzimmers nicht erfüllen würde.

Ortsvorsteher Jens Schwarzer war trotzdem nicht ganz unzufrieden. „Wenigstens hat es Göhrenz damit mal wieder in die Medien geschafft“, frohlockt der Majestix aus der Schnellen Spritze und fügt nach einem Blick in die aktuelle Lokalausgabe strahlend hinzu: „Heute jedenfalls hat Göhrenz Markkleeberg mal den Rang abgelaufen.“

Auch ein altes, tiefes und schon ziemlich ausgeleiertes Loch birgt noch einige Gefahren – nicht nur für Jugendliche, die ihre Neugier und den Spieltrieb befriedigen wollen. Eltern sollten deshalb von Zeit zu Zeit zu Vorsicht mahnen.

Diese völlig neue Strategie proaktiver Öffentlichkeitsarbeit hat sich scheinbar schnell herumgesprochen. Schon sollen bei einschlägigen Online-Händlern auffällig viele Bestellungen von Spaten und Spitzhacken eingegangen sein.

Ein Landwirt will gehört haben, dass Carmen Osang zusammen mit ihrem Ortschaftsrat in der kommenden Woche losziehen will, um in der Flur Löcher zu graben, damit Kulkwitz auch mal wieder in die Zeitung kommt. Glück auf!

Entlaubung im Schilderwald

Nicht in die Zeitung geschafft hat es die Ortschaft Quesitz, obwohl die originelle Idee durchaus eine mediale Beachtung verdient hätte.

Der anfänglich kursierenden Vermutung, dass sich das Markranstädter Ortseingangsschild im Fahrtwind Peter Bärs auf dessen Wahlkampftour durch die Ortschaften gebeugt hat, müssen wir allerdings entschieden widersprechen.

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Der Hinweis auf den Windflüchter an der B 87 kam von Bär selbst, was belegt, dass er mit offenen Augen durch die Gegend fährt und es deshalb nicht gewesen sein kann.

Bleibt also nur noch die zweite Version: Quesitz hat Markranstädt in einem Akt bemannter Entlaubungsaktion des Schilderwaldes kurzerhand eingemeindet!

Und genau das ist zu wenig, um in den internationalen Medien Beachtung zu finden. Ist schließlich egal, ob Markranstädt nun von Leipzig einverleibt wird oder von Quesitz. Nur weil die Randsachsen im Westen einen Tick schneller waren, hat das nichts zu bedeuten.

Im Gegenteil! Die Quesitzer haben sich mit dieser Aktion jetzt gleich einen ganzen Arsch voll Probleme mehr an die Backe genagelt. Einen nicht barrierefreien Bahnhof Quesitz-Ost, fehlende Toiletten am Kulki, nächtliche Ruhestörungen im Vorort Markranstädt und so weiter.

Bei dieser Expertise wird es sogar mit einem Weiterverkauf schwer. Vielleicht 80 Euro vom Waldi bei Bares für Rares, aber „damit is dat Kaff wirklisch jut bezahlt“.

Geschenktipp der Woche

Wer gestern den Inhalt seines Briefkastens aufmerksam studiert hat, dem wird der Knaller des Jahres unter den Geschenkideen aufgefallen sein. Mit der „Euterpflege spezial“ treffen Sie garantiert den Geschmack jeder Frau!

Denn es ist egal, in welchem Entwicklungsstadium sich das Milchorgan der Beschenkten befindet oder welche Größenordnung es widerspiegelt.

Es geht einzig und allein darum, strapazierte und trockene Haut wieder geschmeidig zu machen. Und liebe Männer: Der Erfolg ist davon abhängig, wie gut die Eutercreme einmassiert wird!

 



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10 Comments to Die Markranstädter Wochenschau (31)

  1. Samoht sagt:

    Bahnhof Quesitz-Ost – ich hau mich weg!

  2. Tilo sagt:

    Welche begnadet gewordene und im Nirwana verschwundene Gabe: Eigene Meinungsbildung selbst hinterfragen und dabei lernen das das Leben lebendig ist! Ob Das aktuelle und als erfahren und gestanden gern wahrgenommene „Politiker“ aufzunehmen noch in der Lage sind? Ich bezweifle das- doch MN-Schreiberlinge sind eben allen Anderen voraus! Mal sehen wer am Wahltag den BM-Thron (auf) Bär-Spi-St. Glück Auf, möge es in der Markranstadt keine Grubenkämpfe geben, es entstehen nur böse Löcher (Göhrenz). Hinterlassen allerlei Unrat (Frankenheimer Schranken) und werden verfüllt mit leeren Stadtsäckel (kostenfreie Camping- und Parkplätze am Kulki 8 Jahre schon!). Mal sehen ob wir die Qual der Wahl oder die Wahl mit Aussicht auf Zukunft haben! Doch die Erde dreht sich: Doch. Immer-, und weiter.

  3. Bekannt sagt:

    Also, so ganz bin ich nicht bei Euch, ob Hr. Bär wirklich so unschuldig bezüglich des Windflüchters und dem daraus resultierenden Schilderloch ist, nur weil er es war, der Euch darauf aufmerksam gemacht hat.
    Ich selbst habe in der Schule auch gerne empört gefragt, wem denn der übelriechende Furz entwichen sei … wohl wissend, dass es mein eigener war 🙂
    Aber mal ganz ernsthaft. Es ist gut zu lesen, dass es trotz Sommerloch doch so etwas wie Wahlkampf in Markranstädt gibt und noch schöner das Eingeständnis des -st-, dass der erste Eindruck nicht immer Bestand hat und auch Herr Bär das Recht auf eine zweite Chance erhalten hat. So fair wie Ihr sollten alle miteinander umgehen. Dann braucht es auch keine Euter-Spezialpflege-Creme zum Salben von lädierten Körperteilen.

    • CvD sagt:

      Bei -st- hat der erste Eindruck nie Bestand. Darum ist er darin geübt, sich selbst zu revidieren und nur deshalb klingt es auch immer wie ein Sieg, wenn er wieder mal eine Niederlage eingestehen muss.

  4. Zoologe sagt:

    Das mit der Euterpflege versuche ich bei meiner Frau seit Jahren manuell. Dass die Haut straff geblieben ist, liegt nach meinen Erkenntnissen trotzdem nur an der Erdanziehungskraft. Egoistisch wie ich bin, gebe ich dafür kein Geld aus und warte lieber auf die Pansenpflege für den Herrn.

    • CvD sagt:

      Kleiner Tipp: Wenn Du Deine Frau jeden Tag zwölf Stunden Kopfstand machen lässt, gleicht es sich wieder aus und die Dinger stehen wie zwei Hundeschnäuzchen. Aber nur 12 Stunden, hörst Du? Wenns länger wird, kann sie irgendwann nichts mehr sehen.

  5. Chancensucher sagt:

    Klasse, immerhin 1,5 Monate vor der Wahl wagt sich der Kandidat der CDU in die Öffentlichkeit derjenigen, die nicht alles bierernst nehmen. Ich freu mich darüber. Egal wer das Rennen um den Tron gewinnt. Klar ist, allein mit Bürgernähe sind die Aufgaben der nächsten 7 Jahre nicht zu meistern. Es ist zu viel liegen geblieben. Ein Weiterso ist riskant, wahrscheinlich genauso ungewiss wie das Neue, welches zumindest Chancen bietet. Wir brauchen ein Stadtoberhaupt mit Biss, Beharrlichkeit und Mut, gepaart mit Klugheit und einem glücklichen Händchen, keinen Diktator und keinen Warmduscher. Ich persönlich bin noch nicht wieder bereit für ein weibliches Experiment. Vielleicht gelingt es trotz Urlaubszeit und Corona, noch mehr über die Chancen zu erfahren. Jedenfalls kann ich es kaum erwarten, dass die MN die Bewerber gleichberechtigt zu Wort kommen lässt.

    • CvD sagt:

      Okay, verstanden: Biss, Beharrlichkeit und Mut, gepaart mit Klugheit und einem glücklichen Händchen, keinen Diktator und keinen Warmduscher. Sowas zu finden ist schon für eine Ehe aussichtslos, geschweige denn als Bürgermeister. Gibts da auch sowas wie einen Plan B?

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