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Heimatmuseum Markranstädt: Fundgrube wird aufgehübscht - Markranstädter Nachtschichten

Heimatmuseum Markranstädt: Fundgrube wird aufgehübscht

 

Der Chefin steht der Stress ins Gesicht geschrieben. Obwohl Hanna Kämmer in Sachen Umzug des Heimatmuseums fast schon Routine hat, ist es jedesmal eine besondere Anstrengung. Nur das traurige Gefühl des Abschieds fehlt diesmal. Es ist nur ein Umzug auf Zeit, weil die Räumlichkeiten saniert werden. Das Alte Ratsgut wird ab Februar fürs neue Mehrgenerationenhaus ertüchtigt und in diesem Zuge werden auch im Keller gleich Nägel mit Köpfen gemacht. Danach zieht das Museum wieder ein. Die gegenwärtig laufende Entleerung der Kasematten ist aber nicht nur ein stadtgeschichtlich interessanter Vorgang. Auch so manch spektakulärer Fund kam dabei wieder ans Licht.

In Archiven rumstöbern und in alten Dokumenten blättern, ist immer irgendwie aufregend. Man könnte ja beispielsweise auf die Stasi-Verpflichtungserklärung eines aktuellen Würdenträgers stoßen, der vor seiner SED-Karriere Ortsbauernführer war.

Gut, solche Erwartungen wurden im Keller des Alten Ratsgutes nicht erfüllt. War aber auch nicht zu erwarten, nach den vielen Umzügen in der bisherigen Geschichte.

Emsiges Treiben im Museumskeller.

Emsiges Treiben im Museumskeller.

Ein Gästebuch, das gestern im Fundus auftauchte, reicht jedenfalls schon mal bis ins Jahr 1925 zurück und belegt so manches zwischenzeitliches Domizil.

Beweis im Gästebuch: 1968 musste das Museum der Hilfsschule weichen.

Beweis im Gästebuch: 1968 musste das Museum der Hilfsschule weichen.

Und überhaupt ist wenig Zeit, in den Regalen des Museums rumzuschnüffeln. Es geht zu wie in einem Ameisenhaufen. Marlen Müller, Andrea Reichenbach, Marisa Weigel und Petra Stiehler packen im Archiv Bücher, Dokumente und historisches Geschirr ein.

Dieter Rackwitz, Hanna Kämmer und Petra Stiehler (v.l.) beim Einpacken.

Dieter Rackwitz, Hanna Kämmer und Petra Stiehler (v.l.) beim Einpacken.

Im Ausstellungsraum tun es ihnen Hanna Kämmer, Gisela Lauber und Dieter Rackwitz mit den Exponaten gleich. Es ist wie nach Weihnachten: Alles wird sorgsam eingepackt.

 

Michael Polz und kräftige Helfer aus dem MGH kümmern sich derweil um die Verladung der Vitrinen, Regale und Möbel. Trotzdem hallt hier und da immer mal ein überraschter Ruf durch die Räume oder einer der Helfer nimmt vor einem Fund andächtig Haltung an.

Gleich so hochtragen oder erst in einem Karton verstauen? Gisela Lauber (l.) sortiert die Exponate schon mal vor, die Michael Polz (r.) gleich die Treppe hinauf schhleppen darf.

Gleich so hochtragen oder erst in einem Karton verstauen? Gisela Lauber (l.) sortiert die Exponate schon mal vor, die Michael Polz (r.) gleich die Treppe hinauf schhleppen darf.

Gisela Lauber stehen manchmal sogar Tränen in den Augen. Immer wieder hält sie Stücke eigener Familiengeschichte in den Händen. Ihr Schwiegervater Louis Lauber, einst selbst Museumsleiter und jahrzehntelang Aktivposten in Sachen Stadtgeschichte, hat viel hinterlassen.

Vor allem in Sachen Archäologie hat er ein beeindruckendes Lebenswerk geschaffen. Kaum ein Ausgrabungsgegenstand, hinter dessen Katalognummer nicht sein Name steht.

Auf Schritt und tritt begegnet Gisela Lauber dem Lebenswerk ihres Schwiegervaters, das oftmals auch Teil ihres eigenen ist. Hier ist es eine Sammlung millionen Jahre alter Mollusken aus dem Markranstädter Erdreich.

Auf Schritt und tritt begegnet Gisela Lauber dem Lebenswerk ihres Schwiegervaters. Hier ist es eine Sammlung millionen Jahre alter Mollusken aus dem Markranstädter Erdreich.

Viel (Familien)Geschichte

Sogar Stadtsprecherin Heike Helbig könnte bei ihrer Stippvisite zum Pressetermin auf ein Stück bislang unbekannter Familiengeschichte gestoßen sein.

Auf einer vergilbten Schachtel, in der sich ein alter Bergmannshut befindet, entdeckte sie ihren in Sütterlin verewigten Mädchennamen. Das Foto davon will sie ihrem Vater zeigen, vielleicht weiß er etwas über einen Vorfahren, zu dem das passt.

Andere Fundstücke jüngeren Datums können dann schon mal eigene Erinnerungen wecken. Die Chronik und andere Dokumente der Kulkwitzer Schule beispielsweise oder ganze Services des legendären Geschirrs vom Schul- und Heimatfest.

Das gab es auch vom Markranstädter Kinderfest und dessen Exponate sind im Gegensatz dazu sogar schon regelrecht antik. So zum Beispiel eine Tasse samt Untertasse vom Markranstädter Schulfest anno 1907.

Auch Andrea Reichenbach vom MGH zählt zu den vielen fleißigen Helfern und kommt aus dem Staunen kaum raus. Hier hat sie eine Tasse vom Markranstädter Schulfest aus dem Jahre 1907 entdeckt.

Auch Andrea Reichenbach vom MGH zählt zu den vielen fleißigen Helfern und kommt aus dem Staunen kaum raus. Hier hat sie eine Tasse vom Markranstädter Schulfest aus dem Jahre 1907 entdeckt.

Auch das bereits erwähnte Gästebuch (1925 bis 1985) bietet beim Durchblättern eine wahre Zeitreise. Einer der letzten Einträge stammt aus dem Jahre 1980 vom Besuch der damaligen 1. Klasse der Polytechnischen Oberschule Kulkwitz. Unterschrieben mit Namen wie Pilz, Göpfert, Rackwitz, Kabisch oder Kretzschmar und der Klassenlehrerin Zietzsch. Ein Dokument, erst 40 Jahre alt und doch schon sowas wie historisch.

Viele Hände, schnelles Ende. Es wird aber schon noch eine Weile dauern, bis man im Keller das Echo hört.

Viele Hände, schnelles Ende. Es wird aber schon noch eine Weile dauern, bis man im Keller das Echo hört.

Das Heimatmuseum wird in den kommenden Tagen komplett beräumt und der Bestand sicher zwischengelagert. Einige Vitrinen werden allerdings im Foyer des Bürgerrathauses aufgestellt. Dort sollen während der Sanierungspause ausgewählte Exponate präsentiert werden. Eine Art Heimatmuseum auf Zeit im Kleinformat. Zum neugierig bleiben und Vorfreude wecken auf den Neustart.

 

10 Kommentare

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    • Mar Lau auf 21. Januar 2021 bei 11:10
    • Antworten

    Muttern beim Packen zuschauen, das hat was. Alles in allem ist es eine gute Gelegenheit, Vergessenes wieder in Erinnerung zu rufen, es gibt nämlich sehr viel Erinnerungen. Und es bleibt die Hoffnung, dass das Heimatmuseum danach nicht wieder in einen Dornröschenschlaf versinkt sondern nachhaltig Geschichte zeigt. Und hoffen wir auch, dass die Zwischenlagerung verlustfrei und sicher ist.
    In diesem Sinne, Grüße aus Friesland!

    1. Kaum haben wir den einen Friesen ausgeschwitzt, kommt schon der nächste daher. Aber okay, der Gedanke ist gut. Welcome im … M o M (Museum of Markranstädt).

  1. Danke Recherche MN! Das Jetzt ist erst möglich durch das Gestern. Und ein Glück das MN das in’s Bewusstsein ruft. Das es so eine verdienstvolle Frau wie Frau Kämmer in der Kernstadt gibt und für uns Alle das so lebt. Meine Bitte an die Stadtverwaltung: Ihr habt die Pflicht besonderes Augenmerk auf die Erhaltung und Fortführung dieser Leistung von Frau Kämmer: für UNS und unsere Nachfahren! Heimat bewahren nennt man das, Stadtmarketing von Innen für die Ureinwohner, Einwohnenden und Zugereisten Bürger! Nach Außen- Stadtmarketing für Bürger kommt erst danach- ein Schelm der böses dabei unterstellt.

    1. Na ja, noch kann ja Frau Kämmer ihre Leistung selbst fortsetzen. Und wer erlebt hat, wie sie die Möbelpacker da unten im Keller angetrieben hat, dem ist um die Zukunft nicht bange.

    • markranster auf 20. Januar 2021 bei 13:42
    • Antworten

    Es freut mich sehr, daß Hanna Kämmer, die seit vielen Jahren unermüdlich ehrenamtlich als Museumsleiterin tätig ist, eine verdiente Anerkennung für ihre geleistete Arbeit erhält. Ich kenne Hanna Kämmer seit etlichen Jahren persönlich und schätze sie sehr, sowohl als Person als auch für ihr Engagement an der Markranstädter Historie.

    1. Eigentlich ist sie selber schon Exponat und damit die beste lebende Werbe-Ikone, die man sich vorstellen kann. Mal sehen, was diesmal dagegen spricht, Hanna Kämmer in die Galerie der Ehrenbürger aufnehmen zu können.

    • Nanker auf 20. Januar 2021 bei 12:59
    • Antworten

    Ein Museum in Markranstädt?
    Da war ich noch nie.
    Wird´s Zeit!
    Mona Lisa hängt ja anderswo, hoffe es gibt was Interessantes ausser alte Sammeltassen.

    1. Immer dieser depressive Unterton und diese provokanten Vergleiche. Es ist ein Heimatmuseum, also was solls da schon zu sehen geben? Heimat!

    • Träumer auf 19. Januar 2021 bei 23:22
    • Antworten

    Was ist Hanna Kämmer für eine beeindruckende Frau. Im November hat sie ihren 85. Geburtstag gefeiert. Nach dem Motto “ wer rastet der rostet“ lässt sie es sich nicht nehmen, bei dieser Räumaktion das Zepter in der Hand zu behalten. Nun wollen wir hoffen, dass Aus- und Rückzug mit den vielen lieben helfenden Händen gut gelingen..
    Lasst uns etwas träumen: die Einweihung im Herbst steht bevor, alle sind aufgeregt. Es soll ein rauschendes Fest geben. Musik, Tanz und Spass in allen Räumen des Alten Ratsgutes. Höhepunkt des Tages wird die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Hanna, die zu Mensch gewordene Perle, sein. Gerührt aber fest und ein grösseres Heimatmuseum fordernd, trägt sie sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Ein Glücksmoment in diesem außergewöhnlich Jahr!
    Vorfreude ist eben die schönste Freude!

    1. Mit Orden und Auszeichnungen ist es wie mit Bomben: Sie treffen immer die Falschen. Und das mit der Ehrenbürgerschaft … würden Sie es als Auszeichnung oder Ehrung betrachten, Ihren Namen in einer Reihe mit Hitlers Steigbügelhalter zu lesen?

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