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Im Rathaus eingesperrt: Eine Stunde ohne Bewährung - Markranstädter Nachtschichten

Im Rathaus eingesperrt: Eine Stunde ohne Bewährung

Escape-Spiele sind gerade der totale Renner. Dabei geht es darum, unter Zuhilfenahme vorhandener Utensilien aus einem Raum zu entkommen, in dem man eingeschlossen ist. Der ideale Zeitvertreib während eines Lockdowns. Inzwischen gibt es das Spiel nicht nur im Internet, sondern auch in echt, also mit ganz realen Escape-Rooms. Seit Dienstagabend hat auch Markranstädt einen solchen. Das Virus des Spiels hatte nach der Sitzung des Verwaltungsausschusses offenbar den Ältestenrat befallen, der das Rathaus kurzerhand als Spielzimmer umfunktionierte. Mit fatalen Folgen für den Fraktionsvorsitzenden der AfD.

Die Sitzung des Verwaltungsausschusses war quasi schon vorbei und der Ältestenrat schloss noch seine turnusmäßige Beratung an.

Wo viel Energie verbrannt wird, kommt der Stoffwechsel in Gang. So auch bei AfD-Fraktionschef Bodo Walther, der deshalb auf der Toilette Erleichterung suchte.

Da derlei Geschäfte bei Männern in der Regel zügig vonstatten gehen, weil sie sich nicht erst vom gesamten Winterschlussverkauf bei C&A befreien müssen, schritt er frohen Mutes zum stillen Örtchen.

Fertig werden!

Was Walther nicht wissen konnte: Manchmal können unsere Ratsdamen und -herren auch dann schnell arbeiten, wenn im Fernsehen gerade kein Länderspiel droht. Offenbar gabs nichts mehr zu beschließen, der Rosenkranz hat auch zu – also tschüssikowski.

Noch während Bodo Walthers Umweltabgabe im Transit zur KWL begriffen war, drehte Nadine Stitterich das Licht aus und den Schlüssel in der Rathaustür rum. Rest in peace! Als der AfD-Chef wieder auf den Flur trat, staunte er nicht schlecht. So ruhig ist es im Rathaus sonst nicht mal tagsüber! Da gehen einem natürlich tausend Gedanken durch den Kopf.

Als ob es nicht reicht, dass schon zwei Mitglieder aus der Fraktion ausgetreten sind, will man jetzt auch noch deren Kopf aushungern? Wo ist eigentlich der Kühlschrank? Haben sie wenigstens die Heizung an gelassen oder doch schon die Bildzeitung informiert? So nach dem Motto: AfD-Chef mitten in Klimaerwärmung erfroren!

In der verständlichen Verzweiflung, die Nacht zwischen Knöllchenvordrucken, Kopierern, Aktenbergen unheimlich wichtiger Vorgänge und unabgewaschenen Kaffeetassen verbringen zu müssen, kam Bodo Walther die rettende Idee.

Die Story geht auf Reisen

Irgendwann ist er mal an die Handynummer von CDU-Stadträtin Birgit Riedel rangekommen. Kurzerhand rief er sie an und bat um Erlösung. Für die Richterin wars ein Dejavu. Gerade eben hatte sie in Leipzig einen Angeklagten verhaften lassen, da rief schon ein Inhaftierter aus Markranstädt mit der Bitte um Amnestie an.

Zum Glück konnte Birgit Riedel mangels Schlüsselgewalt im Rathaus nicht selbst helfen, sonst wäre dem Markranstädter Bürgertum diese heitere Begebenheit wohl für immer verborgen geblieben. So aber musste sich die Stadträtin durch halb Markranstädt durchfragen und wir haben alle was davon.

Michael Unverricht hatte auch keinen Schlüssel und Dr. Volker Kirschner, der nächste in Riedels Anrufliste, ebenfalls nicht. Er hätte Bodo Walther wegen Muskelkaters im Zwerchfell wahrscheinlich nicht mal ein paar Beruhigungspillen durchs Fenster werfen können.

Abputzen und weiter gehts

Am Ende schloss sich der Reigen bei Bürgermeisterin Nadine Stitterich. Mit den Worten „Na dann muss ich eben noch mal losfahren“, lenkte sie ihren L-ZA gen Kernstadt und befreite den unfreiwillig Inhaftierten aus dem schwarzen Kerker am Markt.

Und wie das in der Öffentlichen Hand so ist, wird auch diese Sache ein Nachspiel haben. Der Vorfall muss ausgewertet werden, es sind Maßnahmen zur künftigen Vermeidung ähnlicher Vorkommnisse zu ergreifen und das Personal entsprechend zu belehren.

Das Nachspiel

Unser Vorschlag: Künftig werden die Abgeordneten nach Sitzungsschluss ihre Plätze aufräumen und an der Tür in Zweierreihen antreten. Es geht erst raus, wenn die Bürgermeisterin durchgezählt und die Vollzähligkeit festgestellt hat. Wenn das besser klappt als die Stimmenzählung im Stadtrat, wird sowas gewiss nicht mehr vorkommen.

 

8 Kommentare

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    • Beobachter auf 24. März 2021 bei 14:58
    • Antworten

    Hollala, ist das mit politischen Gegner ignorieren gemeint oder wie soll man das denn werten.
    Mensch mit „falscher“ Meinung nicht nur ignorieren sondern noch einsperren- das geht mir echt zu weit.
    Demokratisch gewählt ist er doch, man stelle sich das bei der Kanzlerin vor, nicht auszudenken, was für ein Geschrei das wäre .

    • Echter Markranstädter auf 24. März 2021 bei 12:23
    • Antworten

    Ich dachte, die Verdachtsfallprüfung liegt noch auf Eis. Da kriegt der „Vogelschiss in der Geschichte “ der Kommunalpolitik eine völlig neue Bedeutung. Damit es nicht nochmal passiert, ein Vorschlag: Lampenregelung im Ratszimmer anbringen.
    Grün – frei, gelb – besetzt (Pipi), braun – besetzt ( das Andere ). Aber vorher prüfen, ob das der Datenschutz hergibt.

    • Mark Ranzi auf 24. März 2021 bei 11:41
    • Antworten

    Harte Sitten hier in der sportlichsten Stadt am See. Während Gerichte noch entscheiden, dass Ermittlungen im Verdachtsfall der Einstufung zum Nachteil des politischen Gegners nicht öffentlich gemacht werden dürfen, oder so ähnlich. Und alle Qualitätsmedien darauf hin breit der Öffentlichkeit vermitteln, dass die Einstufung zum Verdachtsfall durch den Verfassungsschutz lt. Gericht nicht öffentlich gemacht werden darf, geht man in Lallendorf gleich noch einen Schritt weiter. In Weitschicht auf die Zukunft des Betroffenen und in Anbetracht der aktuellen Situation in der es alternativlos keine Öffungen geben darf, wird hier der Gegner gleichmal ganz weg geschlossen. Harter Lockdown in Vorbereitung auf das Gulag so zusagen.. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

    • Tilo Lehmann auf 24. März 2021 bei 9:00
    • Antworten

    Mein Gott Walther- welch eine Posse! Geschlossene Gesellschaft schon vor Ostern! Wenn das die Bundesregierung wüsste wie das geht: Einfach Machen, nicht Quatschen und ohne Papierflut. Und das auch noch in absoluter Quarantäne. Beispielhaftes Markranstädt? Naja- niemand will so etwas erleben. Stellt Euch vor es gäbe keine Handtelefone. Eine rathäusliche Entschuldigung mit Blumenstrauß aus örtlichem Anbau wäre angebracht- in Gegenseitigkeit vom Befreiten und von der Befreierin. Für die Verschwörungstheoretiker: Fangt bloß nicht an nichtauthentifizierte Akteneinsicht in Stitterich’s Geheimdokumente heraufzubeschwören. Schmunzette über Menschlichkeit und fertig ist die Laube.

  1. Und sie sollen auch unter den Bänken nachschauen und ihre angebissenen Bemmen mitnehmen. 🙂 🙂 🙂

  2. Wäre er nicht befreit wurden, hätte der Burgenlandkreis, einen Kandidaten weniger, zur Landratsamt.
    Ein Dank unserer Bürgermeisterin!

    1. Ich meinte die Landratsamt!!!

        • Andreas F. auf 24. März 2021 bei 11:20
        • Antworten

        er meinte sicher ‚der Landratsamt‘!

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