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In eigener Sache: Wir machen jetzt ernst!

Aus gegebenem Anlass müssen wir an dieser Stelle jetzt mal ein paar Worte in eigener Sache in diesen Blog meißeln. Einerseits, um auf berechtigte Kritiken zu reagieren, andererseits und vor allem aber auch, um die Leserschaft für das zu sensibilisieren, was sie in der nächsten Zeit erwartet.

Zunächst zu den Kritiken. Die wurden in den sozialen Netzwerken verbreitet und bezogen sich auf das Titelfoto mit den jungen Gymnasiasten. Die visuelle Botschaft so eng beieinanderstehender Menschen sei in Zeiten wie diesen fragwürdig, hieß es da sinngemäß.

Wir entschuldigen uns deshalb in aller Form für diese unerträgliche Oberflächlichkeit und vor allem die dahintersteckende Faulheit.

Niemals hätten wir es uns so einfach machen dürfen, auf ein Urlaubsfoto aus dem vergangenen Jahr zurückzugreifen. Woanders vielleicht, aber nicht in Markranstädt!

Natürlich hätten wir die Gymnasiasten zusammenrufen und in Schutzanzüge stecken müssen (sie haben ja sonst nichts anderes zu tun), in zwei Metern Abstand Aufstellung nehmen lassen und dann dieses Stillleben mit Atemschutzmasken per Panorama-Weitwinkel fotografisch in Szene setzen müssen. Zumal wir ja auch die Zeit dafür haben, wo wir das alles doch sowieso in unserer Freizeit und völlig unbezahlt machen.

Wir halten Abstand

Und ja: Wir hätten wissen müssen, dass es für manche Betrachter (wohlgemerkt: Betrachter – nicht Leser!) zu viel verlangt ist, ein Foto von Menschen mit sommerlicher Kleidung auf den Sommer zu datieren. Für manche ist eben immer Winter. Zum Glück nur für wenige Ausnahmen. Aber diese nehmen wir zum Anlass für eine Erklärung. Ja, das ist eine Satire-Seite und sie wird es auch bleiben. Doch wir fühlen uns verpflichtet, uns in Zeiten wie diesen auch weiterer Aufgaben anzunehmen.

Informationen müssen transportiert werden. Nicht jeder hat die Tageszeitung abonniert, nicht jeder ist auf Facebook oder in anderen Netzwerken angemeldet und nicht jeder liest die Markranstädter Nachtschichten. Auch ist längst nicht jede Nachricht für jedes Medium geeignet oder kann dort aktuell publiziert werden.

Der Mix machts. Für diese Vielfalt haben viele von uns einmal gekämpft, motiviert von einer Situation, in der es für Informationen nur ein Zentralorgan gab. Jetzt haben wir sie, diese Vielfalt und es wäre fahrlässig, ja geradezu dumm, sie nicht zu nutzen.

Ernst mit Augenzwinkern

Deshalb werden wir in den kommenden Tagen und Wochen versuchen, Lücken zu schließen, Nischen zu besetzen und zu informieren.

Es liegt in der Natur unserer Sache, dass wir dabei auch immer mal einen satirischen Aussetzer einbauen. Nie war ein Lächeln wichtiger als in einer solch ernsten Lage.

Wir brauchen Hoffnung und nicht Depressionen, wir wollen Mut und Optimismus unterstützen, Chancen zeigen und wo es geht auch helfen oder wenigstens mithelfen.

Wir machen also ernst, ohne den Spaß dabei aus den Augen zu verlieren. Damit Sie auch immer aktuell im Bilde sind, wird der Newsletter ab sofort und bis auf weiteres immer dann an Sie verschickt, wenn es Neues auf den MN-Seiten gibt. Für solche systemrelevanten (das ist die neue Bezeichnung für den überholten Begriff „kriegswichtig“) Beiträge heben wir vorübergehend auch den Passwortschutz auf.

Wer allerdings auch zu den Menschen gehört, die gesteigerten Wert auf ein Bild legen, dem empfehlen wir die gleichnamige Boulevardzeitung. Ist echt besser – da sind auch die Texte nicht so lang und vor allem sind die Informationen glaubwürdiger.

Alle anderen Leser bitten wir, uns zu unterstützen. Informationen, Angebote, Mitteilungen, Projekte, Probleme, Lösungsvorschläge, Fotos … immer her damit! Sie helfen uns wirklich sehr damit, denn wenn wir hier von „wir“ oder „uns“ schreiben, dann sind damit zur Zeit nur zwei (okay: zweieinhalb) Personen gemeint und auch die haben in diesen Tagen oft andere Sorgen als einen Blog zu beschreiben oder nach Spaß zu suchen.

Zudem sieht es so aus, als müssten wir die Taktfrequenz sogar noch erhöhen. Es tut sich viel in Markranstädt. Zum Glück auch viel Gutes und Bemerkenswertes. Da hat sich ein Helfernetzwerk gebildet, das unser WhatsApp fast minütlich scheppern lässt; in Seebenisch gibt es Hilfsangebote, aber noch nicht die Logistik dazu; fleißige Hausfrauen nähen Atemschutzmasken und müssen die nun irgendwie an den Mann oder die Frau bringen; junge Frauen melden sich für Hilfseinsätze in Pflegeeinrichtungen… Es ist der Wahnsinn, was sich hier gerade in Sachen Zusammenrücken und Solidarität tut!

Das alles muss aber auch nach außen dringen. Es muss die erreichen, die diese Hilfe nötig haben und es muss die motivieren, die vielleicht auch helfen wollen, aber noch nicht wissen wie. Trotz oder gerade wegen aller Sorgen und Dramatik passiert hier in unserer Stadt gerade Großes. Seien Sie dabei und unterstützen sie das. Umso stärker werden wir sein, wenn das alles vorbei ist!

 






9 Comments to In eigener Sache: Wir machen jetzt ernst!

  1. Tilo Lehmann sagt:

    Und überhaupt nochmal was für uns Alle: Die Natur wehrt sich, wehrt sich gegen uns Menschen mit dieser unglaublichen Gier, Hektik und egomanen Besserwisserei. Hier zeigen z.B. die Gymnasiasten um was es tatsächlich geht! Um uns Menschen, für- und im natürlichen Miteinander. Und Ihr Redakteure- was für eine geniale große Hilfe Ihr dabei seid! In dieser Ehrlichkeit öffnet Ihr hoffentlich so manchem den Horizont und die Augen. Alle Anderen sollten es halten wie die Drei Affen- mit 4. dazu: Schweigen. Hier geht es nicht um Kommentare, Mitteilungsbedürfnis, Klugscheißerei (Klopapier ist ohnehin aus!)- hier geht es um Leben und Tod was uns unsichtbar umgibt.

  2. Tilo Lehmann sagt:

    Markranstädt hat Lichtblicke! Da Tut sich sichtbar was! Besserwissen von ewig Gestrigen ist dumm! Dieser Kreis hat in unserer Heimat nichts zu suchen! Danke an Euch Ihr Markranstädter Nachtschichten. Das Ihr Vielen und das auch noch UMSONST in deutlichst besserer Qualität als die sogenannten „gestandenen und Profi- Jornalien“ überhaupt können uns zur Information bringt. Ehrlich: Ihr zeigt es wie es geht, Negatives und Meckereien gehören jetzt geächtet. In welcher Kommune ist es denn so komfortabel eine Reaktionszeit auf diese ernsten Geschehnisse dieser Zeit zu haben, mitzunehmen und den Kampf gegen das Unsichtbare Virus aufzunehmen? Ich rede hier nicht von Wahlkampf- hier sind Gutmenschen tatsächlich für die/uns Menschen unterwegs. Aus Markranstädt! Danke an Alle, Danke an Euch MN! Nicht verzagen, weiter so- genau so!

  3. Annett Aukthun sagt:

    Es hat sich nicht wirklich jemand über das Foto im letzten Beitrag aufgeregt? Also ehrlich. Manchmal falle ich echt vom rechten Glauben ab. Als hätten wir nicht gerade andere Sorgen. Aber wieder super gekontert von euch. Respekt.

  4. Nachbar sagt:

    Ich finde es Klasse.
    Mundschutz nähen, ist eine super Idee. Wer hat Anleitung und woraus werden die gemacht? Es haben sicher viele eine Nähmaschine daheim und könnten mitmachen.
    Wichtig fände ich die für unser Verkaufspersonal, Polizei und Briefboten, den könnte man diese direkt mitgeben.

    • Dor Säbenischor sagt:

      Auf die Schnelle gefundene Nähanleitung für einen halbwegs professionellen Mundschutz:

      https://www.radioessen.de/files/pdf1/schnittmuster-und-anleitung-fuer-atemmaske_feuerwehr-essen.pdf

      • Maskenballerina sagt:

        Die Essener Masken -siehe Link- sind hinten zum Zubinden. Dazu braucht man einen Kammerdiener. Ich hab inzwischen einen anderen Schnitt ausprobiert.Dabei ist die Befestigung mit Hutgummi, der fix einzuziehen ist, hinter den Ohren, so dass die Masken auch sofort gebrauchsfähig sind. Hab einige Test-Muster fertig!
        Dem Postboten zur Verteilung mitgeben-SUPER IDEE! Wohin? Ich kann auch die Anleitung mitgeben! Aber wie geht der Kreislauf dann weiter? Wer braucht sie zuerst? Baumwollstoff ist wichtig, aber ist das Stoffmuster egal? Mögen wir es auch bunt – Hauptsache Schutz des Gegenübers?

  5. Bekannt sagt:

    Also … ich für meinen Teil müsste mich in ärztliche Behandlung begeben, wenn ich, als Leser !, auf Eure Lektüre verzichten müsste. Diagnose: akuter Entzug, eingefrorenen Mundwinkel, verkümmertes Zwerchfell. Da wird jedes Corona-Virus neidisch!

    Also, badet bitte in Gedanken in Drachenblut und lasst Euch von den ewigen Besserwissern nicht ins Handwerk pfuschen. Ihr macht das gut und habt in der Vergangenheit gezeigt, dass Ihr auch brisante Themen amüsant und zugleich warmherzig darzustellen wisst. Ich weiß, Ihr schafft das 😉

    VENCEREMOS

  6. Wiki1302 sagt:

    Also ich für meine Person, finde es gerade riesig was da bei euch in Markranstädt, in punkto Hilfe und Solidarität mit Bedürftigen in dieser, propagandistisch erzeugten, schweren Zeit abgeht. Ich finde es auch sehr gut und wichtig von euch, das ihr diese Sache verbreitet. Ein Lob an euch und, vor allem, an alle, die freiwillig und aus eigener Initiative heraus Hilfe praktizieren. Besonders auch an die jungen Leute des Gymnasiums. Es ist also noch nicht alles verloren, wenn in schwerer Zeit die Menschen, alt und jung, zusammenstehen. Um so mehr lässt es mich den Kopf schütteln, das sich Menschen wegen eines Bildes aufregen und den Text, den dieses Bild einleitet, ignorieren oder auch nicht verstehen. Vielleicht ist nicht der Coronavirus das Hauptproblen, sonder das Virus „Dummheit“. Ich sage nur Klopapier und Nudeln…..

  7. Specht sagt:

    Vielen Dank mal wieder für alles, Ihr Lustigen, für das erste Grinsen morgens beim Kaffee, für klare Worte über jeden Dreck, informiert uns bitte weiter in gewohnter Art, das brauchen auch wir, die noch arbeiten in besonderem Maße

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