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Markranstädter Bank-Aktivisten bekennen Taten

Der August liegt in seinen letzten Zügen, da läutet die MAF schon den Deutschen Herbst ein. In einem Bekennerschreiben übernimmt die Markranstädter Alternative Bank-Fraktion die Verantwortung für das Drehen der Bänke. Sie will damit nicht nur symbolisch an die Wende vor 30 Jahren erinnern, sondern auf ein wichtiges Detail hinweisen, das bei der Wiedervereinigung schlichtweg vergessen wurde.

Es hat geklappt! Per Online-Banking sind die Dreher der Stadtmöbel unserem Aufruf gefolgt und haben uns ein Bekennerschreiben zugespielt. Die Sekretärin fand es heute früh an ihrem Arbeitsplatz. Es steckte im Geschirrspüler.

Das Dokument strotzt geradezu vor Wort gewordenen Anklagen gegen unser System. Alles sei in den Jahren nach der Wiedervereinigung gedreht und gewendet worden. Selbst Hälse und Hirne wären zu Korkenziehern mutiert, die noch heute das Gesellschaftsbild im Osten prägen. „Nur die Parkbänke wurden im Einigungsvertrag ausgespart“, klagt die MAF.

In anderen Bereichen sei man wesentlich konsequenter gewesen. „Noch 30 Jahre danach werden sämtliche führenden Positionen von Wessis blockiert, die westlich der Elbe schon vor einem halben Jahrhundert am Ende ihrer Karriereleiter angekommen waren“, loben die MAF-Aktivisten.

Was für Banken gelte, sei erst recht für Bänke angesagt, kritisieren die Rebellen und fragen: „Wo sind die West-Bänke?“ Das Drehen der Stadtmöbel mit Blick in die Hecken sei ein symbolischer Akt. „Wir wollen den Menschen damit das Problem der Buschzulage direkt vor Augen führen“, erklären die geheimnisumwitterten Bank-Aktivisten aus Markranstädt.

Am Ende des Schreibens kündigt die MAF weitere Aktionen an. „Wir werden erst Ruhe geben, wenn das Problem mit den Stadtmöbeln nachverhandelt und in den Einigungsvertrag aufgenommen wurde!“ Es sei unerträglich, wie hier mit den Bedürfnissen und Erwartungen der Bürger aus den gebrauchten Bundesländern umgegangen werde.

Es kann nicht sein, dass den Siegern aus dem Westen grüne Pfeile und Ampelmännchen übergestülpt werden, während die Ossis einfach so weitermachen wie bisher“, appelliert die MAF an die Solidarität der Markranstädter und fordert einen „Bankenzuschlag West“. Es wird ein spannender Herbst.

 






5 Comments to Markranstädter Bank-Aktivisten bekennen Taten

  1. wikii1303 sagt:

    Lieber Wiki1302, das hätte weder Wiki1301 noch Wiki1300 schöner sagen können! Weiter so!

  2. Wiki1302 sagt:

    Schön das ihr das Thema ansprecht.
    30 Jahre nach der WiederVEREINIGUNG brauchen wir noch immer „Ostbeauftragte“ in der Bundesregierung. Und es gibt noch immer Ost- und Westtarife in der Entlohnung der noch arbeitenden Bevölkerung. Punkte die mir bisher keiner erklären kann oder will. Abgesehen davon das die Ostbetriebe nach der Wende von der „Treuhand“ „abgewickelt“ wurden zu Gunsten ihrer, eigentlich nicht vorhandenen, Westkonkurrenz.
    Vielleicht sollte noch mehr umgedreht werden und auch anderorts als „nur“ in Markranstädt.
    Leute der „Nachtschichten“macht weiter so. Satire ist immer ein gutes Mittel die Menschen zum Nachdenken anzuregen. Obwohl es vermutlich für selbige immer komplizierter wird nachzudenken, da ich vermute und erkenne, das, dank der Qualitätsmedien, eine gewisse kognitive Suboptimierung in verschiedenen Bevölkerungsschichten zu verzeichnen ist.

    Schönes Wochenende allen

  3. Ulüngen sagt:

    Das klopft man sich doch auf die Schenkel vor lachen. Jetzt weiß ich endlich was ich am Sonntag wähle:MAF…Was denn sonst

  4. Beobachter sagt:

    Allso liebe MN, nachdem ich nun hier wie auch im vorhergehenden Artikel und natürlich auch im eigentlichen Erstartikel sowie auf FB bei euch die Kommentare gelesen habe, muß ich zugeben dass ich lange mit mir gehadert habe ob ich ein Bekennerschreiben aufsetzen soll oder nicht? Denn das mit der MAF kann ich als eingeschleuster Wessi nicht einfach so stehen lassen. Nachdem ich aber nun euren bisher vieleicht letzten Artikel zu diesem Thema von A wie August bis H wie Herbst gelesen habe, erzürnt es mich doch ein wenig dass nun wieder wir armen Wessis herhalten müssen um das Gemüt der Ossis etwas zu beruhigen.
    Nur mal zum besseren Verständnis, es geht hier einzig und alleine um Bänke welche sich bedauerlicherweise nicht entscheiden können ob Sie nun nach vorne oder hinten schauen wollen. Wahltaktisch vieleicht ja auch rechts oder links schauen. Andererseits wiederum andere sich weigern erst gar nicht aufgestellt zu werden da Ihnen der zugedachte Platz unter einem schönen Baum nicht passt. Zugegeben ich würde mich auch etwas befremdlich fühlen wenn ich als Grauer vor eine Orange Hauswand mit großen Gucklöchern stehen müsste. Nun das ganze aber wieder in einen Wessi – Ossi Konflikt ausarten zu lassen ist schon etwas armselig und wird den armen Banken nicht gerecht die sich momentan um Kopf und Kragen drehen.
    Meine zuvor geäußerten Bedenken der Bänke besteht einzig und allein aus dem Wissen und den Beschwerden was ich mir Tag täglich als Wessi von den Markranstädter Bänken anhören muß. Ich hoffe dies hat bald ein Ende, und können uns weit wichtigeren Dingen in Lallendorf wieder zu wenden, denke da gibt es nach dem 01.09.2019 genug neues Material und ich brauch mein echtes Bekennerschreiben doch nicht abschicken.

    • Der Seebenischer sagt:

      Lieber Beobachter,
      Du wolltest bestimmt nur sagen: „Ich war es nicht“.
      Ich habe das mal für Dich auf den Punkt gebracht. Ostdeutsch ist nicht so einfach 🙂

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