+ + + Beamter aus Markranstädt sorgt mit sensationeller Idee weltweit für Aufsehen: Mann (36) entwickelt Programm zur kinderleichten Ernährungsumstellung im Home-Office – die Kekse stehen jetzt links vom Laptop + + +  

Markranstädter Update: Viele Fragen, weniger Antworten, kaum Fakten

So, nun noch kurz zum Fakten-Update in Markranstädt. Wer bislang dachte, dass Corona um unsere Stadt einen Bogen macht, muss umdenken. Und erst recht umdenken muss, wer da dachte, dass er im Bedarfsfalle in der Nähe getestet wird. Das Abstrichzentrum für uns befindet sich in Wurzen! Da kommt man wenigstens mal an die frische Luft und in den öffentlichen Verkehrsmitteln endlich auch mal wieder mit Menschen zusammen.

Das Unterstützernetzwerk arbeitet indes unaufhörlich weiter. Auch wenn Hilfsangebote noch nicht in dem Maße gefordert werden wie erwartet, gibt es inzwischen doch eine Vielzahl interessanter Begebenheiten.

Da fragte Fachbereichsleiterin Heike Helbig drei mit Sicherheitsabstand an der Leipziger Straße sitzende Seniorinnen, ob sie Unterstützung bräuchten und schon vom Hilfsangebot gehört hätten.

Das Feedback der Woche

„Nein, Hilfe brauche ich nicht“, antwortete die Wortführerin der Damen und fügte an: „Aber mich hat ein junger Mann vom Mehrgenerationenhaus angerufen und mir Hilfe angeboten. Also das ist ja sowas von nett. Da bekommt man ein Gefühl von Sicherheit…“ und in den folgenden Minuten arbeitete sie ihr gesamtes Kommunikationsdefizit der letzten Woche auf.

Fragen der Menschlichkeit

Was lehrt uns das? Selbst ein einfacher Anruf kann in diesen Tagen für Menschen so viel bedeuten. Vielleicht kennen Sie auch jemanden, der sich darüber freuen würde? Greifen Sie doch einfach mal zum Hörer…

Apropos Mitmenschen: Auch die Flüchtlinge im ehemaligen Hotel zählen dazu und die Fragen werden lauter, wie es wohl um deren Befinden stehen möge? Seit der letzten Kreistagssitzung wissen wir, dass sie sich selbst versorgen müssen.

Da Essen kochen auf den Zimmern nicht gestattet ist, müsste das folglich in der Küche geschehen, wo angeblich sogar so um die 25 Herde zur Verfügung stehen würden. Selbst wenn dem so wäre, hieße das 25 Kochstellen für 160 Personen. Wenn Sie Virus wären, würden Sie sich da nicht auch schon vorfreudig ihr Lätzchen umbinden?

Und wie ist das überhaupt mit der medizinischen Versorgung in diesem Objekt, in das keiner rein darf? Was passiert, wenn es da einen Infektionsfall gibt in dem Objekt, aus dem jeder raus kann? Und wer stellt das überhaupt fest? Wie soll dort der Abstand zwischen Menschen gewährleistet werden?

Fragen über Fragen. In einigen anderen Gemeinschaftsunterkünften, wie beispielsweise in Suhl, gab es inzwischen bereits erste Antworten, die allerdings schon neue Fragen stellen. Ist es human, in heutiger Zeit eine Insel Spinalónga zu unterhalten? Bequem ist diese Lösung ja – zumindest für Menschen, die die Situation aus sicherer Ferne vom noch sichereren Homeoffice aus verwalten.

Info aus Dresden macht Mut!

Eine hoffnungsvolle Meldung gab es übrigens auch. Die sächsische Staatsregierung gab bekannt, dass die Arbeitsfähigkeit des Landesamtes für Denkmalpflege gewährleistet sei. Sogar die Posteingänge würden bearbeitet, ist da zu lesen. „Allerdings ist mit Verzögerungen bei der Bearbeitung von Anträgen, Anfragen und Vorgängen zu rechnen. Dafür bitten wir um Ihr Verständnis“, heißt es.

Als ob wir dieses Verständnis erst jetzt aufbringen müssten. Trotzdem ist die Botschaft, dass damit eines der gerade in Krisensituationen wichtigsten Landesämter weiter für uns da ist, fast noch beruhigender als eine Vergiftung mit Valiumtabletten. Norbert Blüm hätte es wohl so ausgedrückt: „Ihre Krise ist sicher!“


Die Lage im Landkreis

Stand Freitag waren im Landkreis Leipzig laut sächsischem Gesundheitsministerium 77 bestätigte Infektionsfälle gemeldet. Drei werden in Krankenhäusern behandelt (zwei in Borna, eine im St. Georg Leipzig). Insgesamt befinden sich laut Angaben des Landratsamtes 450 Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne.

Nicht veröffentlichen wird der Landkreis die Zahlen für die einzelnen Städte und Gemeinden. Via Internet informiert das Landratsamt: „Aktuell haben wir Kommunen, in denen nur eine oder zwei Personen infiziert und dadurch zum Teil identifizierbar sind, mit für uns nicht absehbaren sozialen Folgen. Auch andere Landkreise machen daher diese Daten nicht öffentlich, da es sich zudem um Gesundheitsdaten handelt. Sollten die Fallzahlen im Landkreis Leipzig weiter ansteigen (wovon leider auszugehen ist), werden wir voraussichtlich entsprechend der Regelung in der Statistik Mindestfallzahlen für die Kommunikation mit der Öffentlichkeit festlegen, um die direkte oder indirekte Rückverfolgbarkeit der konkret betroffenen Personen auszuschließen.“

 






2 Comments to Markranstädter Update: Viele Fragen, weniger Antworten, kaum Fakten

  1. Maskenballerina sagt:

    Vielen Dank für die seeeeehr aussagefähigen Informationen!!!
    Und genau aus diesem Grund bittet die Nervensäge Maskenballerina ganz dringend, dass sich 1.ein BM mit Artzberuf und 2. alle offiziellen BM-Kandidaten zum Sinn oder Unsinn des Tragens von Mundschutz in allen Bereichen,als Ergänzung der empfohlenen Hygienemaßnahmen in perönlichen Statements öffentlich zu äußern. Die Masken sind gedacht für Situationen,in denen der empfohlene Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. (Kassenbereiche beim Einkauf, Pysiotherapeutische Behandlung,Handwerkerleistungen in der Wohnung von Kunden usw.)Diese Statements sind für uns Bürger wichtig, damit wir wissen, wen wir wählen sollten!

  2. Nachbar sagt:

    Soweit zu beobachten ist, geht im Heim alles seinen gewohnten Gang bislang. Zimmer werden renoviert und mit neuem Mobiliar für die neu Ankommenden ausgestattet, Treffen in Zimmern sind auch wie gewohnt zu bemerken.
    Fragen wirft es allerdings reichlich auf, sollte sich auch so mal einer anstecken beim rausgehen oder so, also nach der Einreisekontrolle und das Heim müsste unter Quarantäne gestellt werden.
    Wie das praktisch aussehen soll, speziell hier, ist mir schleierhaft. Aber ich bin sicher, auf diese Fragen haben die Behörden eine beruhigende Antwort. Wir sind ja gut auf alles vorbereitet, sagte man uns.
    Die zu beobachtende Transparenz unserer Behörden ist ja auch geradezu atemberaubend.

    In der Qualitätspresse wird da andernorts auch gut berichtet. Hier ein paar Links:

    https://www.focus.de/politik/sicherheitsreport/unsicherheit-unter-fluechtlingen-waechst-zahl-der-corona-faelle-in-asylheimen-steigt-laut-innenministerium-jetzt-24-infizierte_id_11790745.html

    https://www.heidelberg24.de/heidelberg/coronavirus-heidelberg-fluechtlinge-covid19-infiziert-phv-ankunftszentrum-asylbewerber-faelle-13584667.html

    https://www.tag24.de/leipzig/lokales/zwei-corona-infizierte-in-gemeinschaftsunterkunft-aufnahmestopp-fuer-asybewerber-1467794

    https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Coronafall-loest-unter-Fluechtlingen-am-Kobelweg-Panik-aus-id57135441.html

    https://www.stadtzeitung.de/region/augsburg/blaulicht/corona-fall-augsburger-fluechtlingsunterkunft-id204866.html

    https://www.rtl.de/cms/suhl-asylbewerber-wehren-sich-gegen-corona-quarantaene-polizei-verlegt-17-randalierer-4506021.html

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