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Mehrwertsteuer: Jetzt reich sparen für die nächste Krise!

Um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern, hat die Bundesregierung beschlossen, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern. Der soziale Anspruch dieses Papiers lautet: Wer Geld mit Geld verdient, soll nicht plötzlich arbeiten müssen. Also ist das Hilfsprogramm endlich auch mal eine glaubhafte Kampfansage an Handwerker und Gewerbetreibende, die trotz rückgängiger Auftragslage und sinkender Umsätze ständig am Rumjammern sind. 

Es soll keiner mehr sagen, die Bundesregierung würde aus den Fehlern der Vergangenheit nicht lernen.

Nach dem ebenso halbherzigen wie missglückten Versuch, den wertschöpfenden Mittelstand mit einer Bon-Pflicht in die Knie zu zwingen, geht es dem parasitären Pack jetzt in einer Art ökonomischem Blitzkrieg endlich generalstabsmäßig mal richtig an den Kragen.

Gleich zweimal in nur einem halben Jahr wird die Mehrwertsteuer geändert. Während die gesellschaftliche Mehrheit der Hartz IV-Empfänger jubelt, weil der ursprünglich 80.000 Euro teure Mercedes jetzt schon für 77.600 Glocken zu haben ist (da bleiben 2400 mehr im Monat für neue Tattoos und Bölkstoff), wird der Ethnie der Handwerker gleichzeitig das Handwerk gelegt, weil sie im Papierkram erstickt.

Win-Win für Winner

Die Banken, Finanzdienstleister, Vermögensberater und all die anderen wirklichen Säulen unserer Wirtschaft dürfen derweil frohlocken.

Weil deren Dasein lediglich auf Zahlen beruht, sind die Weichen für den Aufschwung mit einem Mausklick gestellt. Einfach unter der Rubrik „Bearbeitungsgebühr“ einen höheren Betrugsfaktor eingeben und weiter geht’s auf der Erfolgsspur.

Bemitleidenswert: Weil diese arme Sau nichts anderes kann als richtig arbeiten, zählt er zu den Verlierern der Krise.

Das ewig jammernde Mittelstandspack erfährt hingegen endlich mal, was Arbeit ist! Neue Preisauszeichnungen in Verkaufsräumen, Katalogen und Online-Shops sind da noch das kleinere ABM-Paket.

Endlich Arbeit!

Kassen müssen neu und am Jahresende wieder zurückprogrammiert werden, Software ist zu konfigurieren, Stammdaten zu aktualisieren, Mitarbeiter zu schulen. Auch Einzugsermächtigung müssen umgestellt und die zugehörigen Verträge angepasst werden.

Für jeden Kabelschuh, jeden Wasserhahn, Dachziegel, Autoreifen oder jedes Gramm Mehl muss der Handwerksmeister jetzt sozusagen einen persönlichen Begleitbrief erstellen.

Den braucht er, um dem Finanzamt glaubhaft darstellen zu können, ob er das beim Kunden nach dem 1. Juli für 16 Prozent Mehrwertsteuer eingebaute Teil vor dem 1. Juli mit 19 Prozent Mehrwertsteuer eingekauft hat oder erst danach für geminderten Satz.

Manche lernen es nie: Dieser Typ wollte doch tatsächlich durch seiner Hände Arbeit Geld verdienen. Mit dieser Sturheit kommt man im modernen Zeitalter nicht weit.

Im Grunde genommen muss er eine komplette Inventur machen und eine Bilanz erstellen. Besser gesagt gleich zwei, denn all denen, die diese Umstellung finanziell überleben, droht das gleiche Szenario zum Jahresende gleich nochmal.

Bisher haben die Handwerksmeister über die Öffentliche Hand die Köpfe geschüttelt wegen dieser sinnfreien Erfindung, jetzt bekommen sie endlich mal am eigenen Leibe zu spüren, was der Begriff Doppelhaushalt wirklich bedeutet.

Kollateralschäden

Leider gibt es aber auch Verlierer bei dieser Win-Win-Situation. Eigentlich hatten sich die Steuerbüros als Teil der herrschenden Klasse schon die Hände gerieben beim Ausblick auf all die Zwischenrechnungen, Bilanzen und Umstellungen.

Allein diese Kalkulation ging leider nicht ganz auf, denn spätestens seit dem letzten Lock-Down haben ihre einst wertschöpfenden Klienten kein Geld mehr für solchen Luxus und machen das jetzt selber.

Aber wen interessiert schon die Minderheit arbeitender Gewerbetreibender oder anderer Selbstausbeuter? Wir leben in einer Demokratur, da gilt nur die Mehrheit. Und die freut sich!

Sogar das zuletzt wegen seiner niedrigen Preise gescholtene Fleisch wird jetzt noch billiger. Kostete das halbe Schwein im Juni noch stolze 1,99 Euro, liegt es jetzt nach Adam Ries für nur noch 1,93 Nickel in den Regalen.

Auch Konsumgüter werden erschwinglich. Seit beispielsweise Toaster so gebaut werden, dass man alle 14 Tage einen neuen braucht, summiert sich nun auch die gesparte Mehrwertsteuer (16 Prozent von 20 Euro) in Höhe von 32 Cent pro Stück auf immerhin 3,84 Euro im gesamten kommenden Halbjahr.

Groß denken – groß verdienen

So richtig klingelt’s in der Kasse allerdings erst, wenn man sich ein Auto kauft oder am besten gleich ein Flugzeug.

Der Airbus A 380 beispielsweise kostet laut Liste 445,6 Millionen Euro. Drei Prozent Unterschied in der Mehrwertsteuer machen da gleich mal 13,37 Millionen Euro aus. Da muss ein kleiner Gewerbetreibender so lange für stricken, dass inzwischen schon wieder die nächste Wende ran ist und ihm sowieso die Verstaatlichung droht.

Wer sich nicht nur ein Flugzeug kauft, um sich reich zu sparen, sondern gleich noch die S-Klasse von Mercedes, hat seine Investitionen stets gut im Blick.

Mut zur richtigen Entscheidung!

Also warum arbeiten, wenn man sich einfach nur ein Flugzeug zu kaufen braucht, um mehrfacher Millionär zu werden? Noch dazu, wo man sich nicht mal um die Wartung kümmern muss, weil die Dinger ohnehin nicht fliegen dürfen? Nie hat totes Kapital mehr Gewinn gebracht als in diesen Tagen der Corona-Krise!

Wer der Bundesregierung misstraut und jetzt den Zeitpunkt verpasst, sich ein Flugzeug zu kaufen, wird so enden!

Die Botschaft unserer Bundesregierung ist klar und zeigt einmal mehr, dass sie unser Vertrauen zu Recht genießt. Sagt sie uns doch: Spart euch reich – die nächste Krise kommt bestimmt!

 






One Comment to Mehrwertsteuer: Jetzt reich sparen für die nächste Krise!

  1. Tilo Lehmann sagt:

    Dieser MwSt- (Satire?)beitrag ist absolut und unschlagbar! Alles richtig, eine zutreffendere Wahrheit geht nicht besser den Lesern zu vermitteln. Das ist schon keine Satire mehr- weil Genial erfasster Inhalt dieses Überbürokratiemonster. 182,50 Tage währender Mehrwertsteuerumsturz der Regierung birgt ausschließlich nur Zündstoff. Liebe Redakteure von MN, bleibt bitte weiter so wachsam- Ihr seid Pro Markranstädt, pro Bürgerschaft!

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